Neue Schwellbrunner Oberstufe

SCHWELLBRUNN. Mit einem neuen Schulmodell gibt der Gemeinderat Schwellbrunn zusammen mit den Lehrkräften eine Antwort auf die Forderungen des Kantonalen Departement Bildung und die schwindenden Schülerzahlen. In einem Jahr geht es los.

Bruno Eisenhut
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Die Oberstufe von Schwellbrunn wird im Schulhaus Sommertal ab kommenden Jahr ein einem neuen Schulmodell geführt. (Bild: pd)

Die Oberstufe von Schwellbrunn wird im Schulhaus Sommertal ab kommenden Jahr ein einem neuen Schulmodell geführt. (Bild: pd)

Ab August 2014 ändert sich für die Oberstufenschülerinnen und Oberstufenschüler in Schwellbrunn vieles. Schulpräsident Ueli Frischknecht präsentierte zusammen mit den Lehrpersonen der Oberstufe Schwellbrunn an der öffentlichen Versammlung das geplante Schulmodell «Lernlandschaft». Dieses sieht vor, die gesamte Oberstufe in altersdurchmischten Lernlandschaften zu unterrichten.

Der aus früheren Zeiten bekannte Frontalunterricht wird dabei gänzlich wegfallen. Viel eher besuchen die Schülerinnen und Schüler im Grossraum–Schulzimmer gemeinsam ihre Lernumgebung. Diese beinhaltet eine Lernlandschaft, einen grossen Gemeinschaftsraum mit persönlichen Arbeitsplätzen und Input-Schulzimmer. In diesem finden Lektionen statt. Sind diese beendet, begeben sich die Schülerinnen und Schüler zurück an ihren persönlichen Arbeitsplatz in der Lernlandschaft und vertiefen den Stoff. Lehrpersonen stehen innerhalb der Lernlandschaft für die Beantwortung von Fragen und für die Unterstützung zur Verfügung.

Schulpräsident Ueli Frischknecht nannte an der Orientierungsversammlung gleich mehrere Punkte, welche den Gemeinderat veranlasst haben, dem neuen Modell zuzustimmen. So sei eine bessere Betreuung der Kinder möglich, die Altersdurchmischung fördere das kooperative Lernen und nicht zuletzt können die Kosten durch das Vorhaben gesenkt werden.

Ab 2015 kostensparend

Wie Schulpräsident Ueli Frischknecht mitteilte, bringt das geplante Schulmodell eine Kostenreduktion mit sich. Die bestehenden 630 Stellenprozent könnten mit dem neuen Schulmodell auf rund 475 Stellenprozent gekürzt werden. «Ich gehe davon aus, dass diese Reduktion durch natürliche Abgänge erfolgen wird.» Für die baulichen Anpassungen der Räume im Schulhaus Sommertal budgetiert Ueli Frischknecht rund 150 000 Franken. Dies entspreche ungefähr den Kosten, welche durch die Reduktion der Stellenprozente eingespart würde. In anderen Worten: «Ab dem Jahr 2015 fahren wir mit dem neuen Schulmodell günstiger als mit dem bisherigen», so Ueli Frischknecht. Er sprach auch von einer Konzeptionsphase, die nun abgeschlossen sei. Was nun laufe und bis August 2014 dauere, sei die Phase der Disposition. «Danach geht es an die Umsetzung.» Mit der Einführung des neuen Oberstufen-Schulmodells mache die Gemeinde Schwellbrunn einen wichtigen Schritt in Richtung Erhalt der Oberstufe, zeigte sich Ueli Frischknecht und mit ihm der gesamte Gemeinderat überzeugt. Eine Schule sei nicht zuletzt ein nicht zu unterschätzender Standortvorteil einer Gemeinde, betonte Gemeindepräsident Hansueli Reutegger.

Schülerzahl sinkt und steigt

Für die Ausarbeitung des neuen Schulmodells blickte der Gemeinderat auf die kommenden zehn Jahre voraus. «So weit können die Schülerzahlen abgeschätzt werden», so Frischknecht. Diese Zahlen zeigen, dass die Schule Schwellbrunn in den kommenden Jahren mit weniger Schülerinnen und Schülern rechnen muss. In den Jahren 2015 bis 2019 werden aus heutiger Optik unter 50 Kinder die Oberstufe besuchen. Später werden es wieder mehr werden. Das Modell Lernlandschaft der Schule Schwellbrunn ist ein Novum in Appenzell Ausserrhoden.