Ein neues Buch verrät die schönsten Schneeschuhrouten im Appenzellerland

Der sanfte Wintersport wird immer populärer. Die 300 Tourenvorschläge aus der Region eignen sich für Anfänger und Könner gleichermassen.

Karin Erni
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Fast geschafft! Der Weg zum Restaurant Oberer Gäbris ist nicht mehr weit.

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Bild: PD

«Der Winter ist die schönste Jahreszeit zum Wandern», sagt Urs Brosy. Der Autor des soeben herausgekommenen Ostschweizer Schneeschuh-Tourenbuchs erklärt, warum das so ist: «Im Winter muss man sich nicht an die vorgegebenen Wanderwege halten und kann auch mal querfeldein über eine verschneite Wiese stapfen, wenn man Lust dazu hat.» Ausserdem spiele das Wetter in dieser Jahreszeit nur eine untergeordnete Rolle.

«Im Sommer macht Wandern bei Regenwetter wenig Spass. Im Winter dagegen ist eine Schneeschuhwanderung auch bei Schneegestöber oder Nebel sehr idyllisch.»

Der Thurgauer durchstreift seit vielen Jahren zu Fuss und auf dem Rad die Ostschweiz. Damit auch andere von seinen umfangreichen Kenntnissen profitieren können, hat er vor 15 Jahren das Tourenbuch herausgebracht, das mittlerweile in der 10. Auflage vorliegt. Es folgten das Freizeitbuch und das Schluchtenbuch. Brosy macht alle seine Bücher in Eigenregie. Von der Tourenplanung über die Fotos bis zum Layout. «So bin ich unabhängig und niemand redet mir drein», sagt er lachend.

Für Anfänger und Fortgeschrittene geeignet

Das Schneeschuh-Tourenbuch bietet eine Einführung in die Materie und gibt Tipps zur richtigen Ausrüstung. Viele Wanderungen könnte man – je nach Schneesituation – auch ohne Schneeschuhe machen, räumt Brosy ein. «Doch die Schuhe bieten einige Vorteile. Man sinkt wegen der grösseren Oberfläche weniger ein, rutscht nicht auf dem Eis und macht weniger Fehltritte.» Man müsse nicht das teuerste Modell wählen. Brosy empfiehlt eher schmale und kurze und vor allem leichte Schneeschuhe. «Damit ist es weniger anstrengend zu gehen.» Das Buch bietet auch Informationen zum Thema Sicherheit. Bei jeder Tour sind in Piktogrammen die Schwierigkeitsstufe, die Gefahren, die Höhenmeter und das Höhenprofil sowie die Restauranthäufigkeit angegeben. In der Regel sind mehrere Varianten beschrieben. Alle Touren im Buch seien grundsätzlich für jedermann geeignet, es sei lediglich eine Frage der Kondition, sagt Brosy. Er schränkt aber ein: «Die Schneeverhältnisse müssen bei der Planung immer mitberücksichtig werden. Im frischen Tiefschnee, wenn noch keine Spur besteht, kann auch eine eher einfache Route sehr anstrengend werden.»

Viele Routen im Appenzellerland

Das im Buch vorgestellte Gebiet erstreckt sich von Schaffhausen über den Thurgau bis ins südliche Toggenburg. Viele der 300 Tourenvorschläge befinden sich im Appenzellerland. «Das Gelände eignet sich hervorragend und ist relativ schneesicher», so der Autor. Man habe den herrlichen Alpstein meist im Blick, ohne aber allzu nah an die Gefahrenzone zu gehen. Lawinengefahr ist auf den beschriebenen Routen praktisch ausgeschlossen. Wildruhezonen werden umgangen. Seine persönlichen Favoriten im Appenzellerland sind das Gebiet Spicher-Hochalp, die Fäneren und der Hügelzug zwischen Leimensteig und der Burg Clanx. Klassiker sind der Gäbris oder der Hirschberg. Anfänger ziehen in der Ebene von Gonten erste Spuren. Der grösste Teil der Touren im Buch sind der SAC-Klasse WT1 zugeordnet und können somit gefahrlos begangen werden. Auf der untenstehenden Internetseite finden sich alle Tourendaten und lassen sich für GPS-Geräte herunterladen.

Das Ostschweizer Schneeschuh-Tourenbuch kann in allen Buchhandlungen (ISBN 978-3-9524912-1-8) oder direkt beim Autor unter www.os-sst-buch.ch bezogen werden.