Neue Leitungen für Trinkwasser

Vor drei Jahren wurde das Projekt für die Wasserversorgung Bühl-Rietbach in Angriff genommen. Letzte Woche konnte die zweite Etappe, in der unter anderem das Reservoir Rietbach und Werkleitungen saniert wurden, eingeweiht werden.

Elisabeth Scherrer
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Freuen sich über das gelungene Bauwerk: (von links) Brunnenmeister Werner Scherrer; Bauleiter Kurt Haas; Armin Müllhaupt, Präsident DK Nesslau; Judith Gmür, VR DK; Paul Fischer, GVA; Paul Gmür VR DK; Fridolin Früh, Betriebsleiter Sportbahnen; Peter Eugster, VR DK und Köbi Baumgartner, Sportbahnen. (Bild: Elisabeth Scherrer)

Freuen sich über das gelungene Bauwerk: (von links) Brunnenmeister Werner Scherrer; Bauleiter Kurt Haas; Armin Müllhaupt, Präsident DK Nesslau; Judith Gmür, VR DK; Paul Fischer, GVA; Paul Gmür VR DK; Fridolin Früh, Betriebsleiter Sportbahnen; Peter Eugster, VR DK und Köbi Baumgartner, Sportbahnen. (Bild: Elisabeth Scherrer)

NESSLAU. Vor 37 Jahren war die Wasserversorgung Bühl-Rietbach ein erstes Mal im Gespräch und vor 17 Jahren wurde ein zweites Projekt ausgearbeitet, welches daran scheiterte, weil zu wenig Interessenten vorhanden waren. Das dritte Projekt wurde im Jahr 2008 erfolgreich gestartet. Insgesamt sind es bis heute 46 Liegenschaftsbesitzer, welche total 80 Gebäude anschliessen. Die erste Etappe vom Schluchen bis Lüssen, einschliesslich des Pumpwerks Holz und der Pumpstation Lüssen, wurde im Jahr 2010 realisiert. Diesen Sommer wurden die Werkleitungen vom Lüssen bis zum Rietbach, das Reservoir Rietbach und der Seiten-Anschluss bis zur Matt fertiggestellt.

Der Trockenheit entgegenwirken

«Einige Liegenschaftsbesitzer hatten diesen Herbst wirklich kein Wasser mehr und mussten dieses umständlich beschaffen. Deshalb haben wir bei der Matt noch ein zusätzliches Stück Leitungen verlegt und auch vom Reservoir Rietbach bis zum Restaurant ein Stück von der dritten Etappe vorgezogen», erklärte der Ingenieur Kurt Haas. Nächstes Jahr werden noch das Reservoir Hotteien samt Zuleitung vom Zwischenbehälter Rietbach und die Verbindung von der Matt nach Krummenau realisiert.

Mit der Inbetriebnahme der zweiten Etappe am Donnerstag wurden 27 Voll-Anschlüsse realisiert und zusätzlich 27 Gebäude in den Feuerschutz integriert. Das wiederum freut besonders Paul Fischer, den Verantwortlichen der kantonalen Gebäudeversicherung. Er sei froh darüber, dass nun innert Kürze schon so viel realisiert worden sei. Das Ziel sei dann erfüllt, wenn die Löschreserve Hotteien funktionstüchtig sei, betonte er.

Sinnvolle Investition

«Mit dem erfolgreichen Abschluss dieser zweiten Etappe haben wir einen wichtigen Meilenstein in der Geschichte der Wasserversorgung gesetzt», räumte Armin Müllhaupt, Präsident der Dorfkorporation Nesslau ein. Genügend und sauberes Wasser sei nicht nur als Lebensmittel heutzutage unabdingbar. «Auch die Landwirte, welche Lebensmittel produzieren, können nicht mehr darauf verzichten, genauso wie das Bergrestaurant Wolzenalp.» Von der finanziellen Seite betrachtet handelt es sich bei der Realisierung dieser Wasserversorgung mit budgetierten 3,5 Millionen Franken um eine grosse Investition. Zusätzliche Ausgaben von 500 000 Franken verursacht das neue Leitsystem. Das sei Geld, das sinnvoll investiert sei, sagte Müllhaupt bei der Besichtigung der Werk-Zentrale. Auf zwei Bildschirmen sind dort sämtliche Leitungen und Bauwerke der Dorfkorporation ersichtlich. Beim Verlegen der Werkleitungen wurden zu jedem Bauwerk Datenkabel eingelegt, die mit Mess-Systemen verbunden sind, welche laufend Daten an die Zentrale übermitteln. Das Prozessleitsystem ist einerseits von der Zentrale aus, andererseits aber auch von den Bedienern von zu Hause aus bedienbar. So kann bei Bedarf schneller reagiert werden.

Einwandfreie Wasserqualität

Neben der Freude über den erfolgreichen verlaufenen Abschluss der zweiten Bauetappe, konnte Armin Müllhaupt an der Einweihung beim Reservoir Rietbach eine weitere erfreuliche Nachricht bekannt geben. Nachdem vor einer Woche erstmals Wasser durch die Leitungen ins Reservoir gepumpt worden war, musste dieses dem kantonalen Amt für Verbraucherschutz und Veterinärwesen zur Kontrolle eingereicht werden. Mitte letzter Woche kam die Bestätigung: Dem Wasser wurde eine hervorragende Qualität bescheinigt. Auf diese erfreuliche Nachricht und auf den gelungenen Abschluss der zweiten Bauetappe wurde deshalb natürlich mit Wasser aus der Leitung der neuen Wasserversorgung angestossen.