Neue Klänge und Kulturen

ALT ST. JOHANN. In gut zwölf Monaten ist es soweit: In Alt St. Johann startet das 7. Klangfestival Naturstimmen. Das einmalige Festival ist mittlerweile ein etablierter Bestandteil aller Kulturagenden und geniesst einen breiten Bekanntheitsgrad.

Reto Neurauter
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Gäste aus aller Welt singen am Klangfestival zusammen mit einheimischen Chören. (Bild: pd)

Gäste aus aller Welt singen am Klangfestival zusammen mit einheimischen Chören. (Bild: pd)

Eines war der Klangwelt-Intendantin Nadja Räss gleich zu Beginn dieses Infoabends wichtig: «Wir geniessen weiterhin die grosse Unterstützung der Katholischen und der Evangelischen Kirchgemeinde sowie der Politischen Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann, wir schätzen aber auch, dass viele Sponsoren dem Klangfestival schon Jahre die Treue halten.» Das ist auch wichtig, beträgt das Budget doch 400 000 Franken, das von knapp der Hälfte durch die Konzerteintritte getragen wird.

«Dennoch sind wir auf weitere Hilfe und Helfer angewiesen», so Räss. Es gebe viele Möglichkeiten dazu. So nannte sie etwa Partnerschaften für das Rahmenprogramm (Wandern, Sticken oder Weissküfern), die Hotel-Partnerschaft, Gastfamilien für das Mittagessen während des Schulprojekts oder ganz einfach Helfer, die Plätze anweisen, an der Kasse stehen oder die Künstler betreuen.

Vielfältiges Drumherum

Im Rahmen des Klangfestivals wird auch eine Komposition von Christian Zehnder uraufgeführt (siehe Titelseite), die er mit seinem Obertonchor Parzial geben wird. Dieses Projekt ist kürzlich in Winterthur gestartet und erlebt die Premiere in Alt St. Johann.

Die verschiedenen Referate finden diesmal im Raiffeisen-Saal statt, «das bietet uns die Möglichkeit, einzelne Workshops in der evangelischen Kirche anzubieten», so Räss. Es sei zudem vorgesehen, die Anzahl der Schnupperkurse zu erhöhen. Die Atelierkurse dauern von Montag bis Donnerstag, mit dem Schlusskonzert als Höhepunkt am 12. Mai. Auch der beliebte Marktplatz ist mit Open-Air-Bühne, Marktständen, Klang-Bistro jeweils drei Stunden vor Konzertbeginn geöffnet.

Was wäre ein Klangfestival ohne Rahmenprogramm. Ganz besonders hob Nadja Räss das «Konzert im Betonwerk» hervor. «Ein Open-Air-Konzert am Schwendisee war uns zu dieser Jahreszeit zu unsicher, wir haben uns nach Alternativen umgesehen und sind in Starkenbach fündig geworden.»

In der neuen Halle des Betonwerks Schällibaum wird unter anderem der Basler Balthasar Streiff, bekannt für seine Konzerte mit Alphorn, Büchel, Trompete, Euphonium, Zink, Tierhörnern und Artverwandtem, zu hören sein. «Darauf freue ich mich sehr», so Räss, «denn auch an diesem Konzert erleben die Gäste des Klangfestivals Naturstimmen die grosse musikalische und kulturelle Vielfalt, lernen neue Klänge und Kulturen kennen.»

Schulprojekt mit Kinderchor

«Es war eine Freude, wie beim letzten Festival der Kinderchor aus Madagaskar und die Schulkinder aus Alt St. Johann zusammengefunden haben und mit ihrem Konzert begeisterten», schwärmt Räss noch heute. Das habe die Verantwortlichen zu einer Zweitauflage animiert. Über Bekannte habe man Kontakt zu einem Kinderchor aus Taiwan aufgenommen, so Räss. Dieser sei vor etwa zehn Jahren gegründet worden, «weil der Dorfschullehrer merkte, dass die Kinder die traditionellen Lieder nicht mehr singen können». Das Schulprojekt findet vom 9. bis 14. Mai 2016 mit dem Schlusskonzert am 15. Mai um 14 Uhr statt. Es werden diverse Workshops angeboten, Jodeln mit Maritta Lichtensteiger und Obertonsingen der deutschen Pädagogin Anna-Maria Hefele.

Der Vorverkauf für das Klangfestival 2016 startet am 17. November. Weitere Informationen sind im Internet unter www.klangwelt.ch zu finden.

Bei Sonja Fuchs, Stefan Keel, Nadja Räss, Nicole Dobler und Bernhard Betschart (von links) laufen fast alle Fäden des Klangfestivals zusammen. (Bild: Reto Neurauter)

Bei Sonja Fuchs, Stefan Keel, Nadja Räss, Nicole Dobler und Bernhard Betschart (von links) laufen fast alle Fäden des Klangfestivals zusammen. (Bild: Reto Neurauter)

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