Neue Kirchgemeinde gegründet

GANTERSCHWIL. Am Sonntag fand in der evangelisch-reformierten Kirche Ganterschwil die Gründungsversammlung der neuen Kirchgemeinde Unteres Toggenburg statt. Mit dem Zusammenschluss sollen die wachsenden Anforderungen erfüllt und künftige Herausforderungen bewältigt werden.

Lucas Lüdi
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Die Mitglieder der Kirchenvorsteherschaft in der evangelisch-reformierten Kirche Ganterschwil (von links nach rechts): Susanne Zehnder, Esther Fässler, Elsbeth Roth, Enzo Fuschini, Christine Götte, Conny Rüthemann und Ernst Züllig. (Bild: pd)

Die Mitglieder der Kirchenvorsteherschaft in der evangelisch-reformierten Kirche Ganterschwil (von links nach rechts): Susanne Zehnder, Esther Fässler, Elsbeth Roth, Enzo Fuschini, Christine Götte, Conny Rüthemann und Ernst Züllig. (Bild: pd)

Der Zusammenschluss der Kirchgemeinden Bütschwil-Mosnang und Ganterschwil ist in trockenen Tüchern. Am letzten Sonntag wurde in Ganterschwil die neue evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Unteres Toggenburg gegründet. Geleitet wurde die Versammlung durch die Kantonalkirche in der Person von Martin Baumann aus Nesslau. Neben der Annahme der Kirchgemeindeordnung stand primär die Wahl der neuen Ämter im Fokus. Enzo Fuschini wurde von den 60 anwesenden Stimmberechtigten einstimmig zum Präsidenten gewählt. Sechs weitere Mitglieder komplettieren die Kirchenvorsteherschaft. Ab 2014 werden zudem fünf Personen in der Geschäftsprüfungskommission sowie vier Vertreter in der Synode der Kantonalkirche mitwirken.

Mehr Möglichkeiten

Im Zusammenschluss der bisherigen evangelisch-reformierten Kirchgemeinden Bütschwil-Mosnang und Ganterschwil sieht Enzo Fuschini fast nur Vorteile: «Wir haben mehr Möglichkeiten, Aktivitäten zu planen und auszubauen, sowie einsatzbereite Behördenmitglieder zu finden.» Durch die neugeschaffene Sekretariatsstelle werden die Pfarrpersonen administrativ entlastet. Eine erweiterte und verbesserte Nutzung der Kirchen in Bütschwil und Ganterschwil wird in der nächsten Zeit mit der Hilfe eines Architekts geprüft.

Zudem profitiert die evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Unteres Toggenburg auch in Zukunft vom Finanzausgleich der Kantonalkirche. Dies, weil die neue Kirchgemeinde durch den Zusammenschluss mehr als tausend Mitglieder zählt. Nur durch die Erfüllung dieses Kriteriums kommt eine Gemeinde in den Genuss der Ausgleichsgelder. «Ohne den Finanzausgleich wäre es für uns schwierig, über die Runden zu kommen», sagt Enzo Fuschini. Für die kleineren Kirchgemeinden werde ein Zusammenschluss in Zukunft aus finanzieller Sicht wohl unumgänglich.

Fand keinen Ersatz

Bereits vor drei Jahren fanden zwischen den Kirchgemeinden erste Gespräche über einen Zusammenschluss statt. Auslöser für die Überlegungen war der Weggang von Verena Schlatter, die im Januar 2011 ihre Tätigkeit als Pfarrerin in Ganterschwil beendete. Anschliessend fand man keinen angemessenen Ersatz. «Wir wollten keinen polarisierenden Pfarrer», erklärt Enzo Fuschini. Aus diesem Grund setzte man sich mit den umliegenden Kirchgemeinden in Verbindung. Aus der bereits bestehenden Zusammenarbeit sollte wenn möglich ein Zusammenschluss realisiert werden. Ende März dieses Jahres folgten an den Kirchbürgerversammlungen die Abstimmungen.

Wahl war eindeutig

Am vergangenen Sonntag war es so weit und die Gründerversammlung stand an. Nach der Wahl der Stimmenzähler waren Botschaft und Antrag betreffend der Kirchgemeindeordnung an der Reihe. Es folgten die Wahlen der Vorstandsmitglieder für den Rest der Amtsperiode 2000–2014. «Die Stimmberechtigten waren sich einig. Insgesamt wurde nur eine Gegenstimme sowie eine Enthaltung gezählt», fügt Enzo Fuschini an. Einige Verabschiedungen, ein paar weitere Informationen und eine allgemeine Umfrage bildeten den Abschluss. Anschliessend waren alle Beteiligten zu einem Apéro im Kirchgemeindehaus eingeladen.

Am Sonntag, dem 12. Januar 2014, wird die Gründung gefeiert. Es finden ein Festgottesdienst in der evangelisch-reformierten Kirche in Bütschwil sowie ein Fest in Ganterschwil statt.