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Neue Gondelbahn zum Chäserrugg

WATTWIL. Die Toggenburg Bergbahnen planen eine neue Gondelbahn vom Espel auf den Chäserrugg. Sie soll unter anderem das Nadelöhr Iltios entlasten. Ein gemischtes Bild entsteht, wenn man die finanziellen Kennzahlen der Bergbahnen an den Empfehlungen des Seilbahnverbands misst.
Martin Knoepfel
Das neue Restaurant auf dem Chäserrugg, wie es sich Ende August präsentierte. Für die GV 2015 der Toggenburg Bergbahnen sollte es fertig sein. (Bild: Urs Bucher)

Das neue Restaurant auf dem Chäserrugg, wie es sich Ende August präsentierte. Für die GV 2015 der Toggenburg Bergbahnen sollte es fertig sein. (Bild: Urs Bucher)

Von neuen Projekten, zu denen sie gerne an der Generalversammlung erste Hinweise gebe, hatte Verwaltungsratspräsidentin Mélanie Eppenberger in der Einladung zur 6. Generalversammlung der Toggenburg Bergbahnen geschrieben. Die Versammlung fand am Freitagnachmittag im Thurpark statt.

Dort liess die Verwaltungsratspräsidentin die Katze aus dem Sack. Die Katze ist hier eine neue Gondelbahn mit 10er-Kabinen vom Espel mit einer Mittelstation im Stöfeli auf den Chäserrugg. Die neue Gondelbahn solle die bestehende Luftseilbahn Iltios–Chäserrugg entlasten und den Gästefluss harmonischer gestalten, sagte Mélanie Eppenberger.

Skilifte Espel und Stöfeli veraltet

Zudem solle sie veraltete Anlagen wie die Skilifte Espel und Stöfeli ersetzen. «Wir haben das Architekturbüro Herzog & Demeuron, die Architekten des neuen Restaurants auf dem Chäserrugg, dafür gewonnen», sagte Mélanie Eppenberger.

Auch die Erhöhung des Eigenkapitals und die Verhandlungen mit den Banken seien erfolgreich abgeschlossen worden. «Die Finanzierung der Bahn ist seit heute morgen in trockenen Tüchern», sagte Mélanie Eppenberger unter dem Applaus der Aktionäre.

Baugesuch eingereicht

Am Freitagmorgen sei ebenfalls das Baugesuch eingereicht worden. Das Bewilligungsverfahren sei aber kompliziert, sagte die Verwaltungsratspräsidentin. Dennoch hofft der Verwaltungsrat, die Gondelbahn auf die Wintersaison 2015/2016 in Betrieb nehmen zu können.

Die Bauarbeiten am neuen Restaurant auf dem Chäserrugg seien im Zeitplan. «Wir werden die Generalversammlung 2015 voraussichtlich im eigenen Gebäude abhalten», sagte Mélanie Eppenberger. Die Einhaltung des Bauprogramms sei nur dank überdurchschnittlichem Einsatz aller Beteiligten möglich.

Tiefere Erträge wegen Winter

Zu den Ergebnissen des Geschäftsjahrs sagte Mélanie Eppenberger, die Resultate befriedigten nicht. «Wir wollen und können mehr.» Immerhin habe sich der Jahresgewinn verbessert. Die Abschreibungen seien gegenüber dem Geschäftsjahr 2012/2013 geringer ausgefallen, weil ein Teil der aktivierten Anlagen auf null abgeschrieben sei. Damals erreichten sie 1,79 und jetzt 1,63 Millionen.

Laut Geschäftsbericht gingen die Erträge im Geschäftsjahr 2013/2014 gegenüber 2012/2013 von 7,40 auf 7,26 Millionen Franken zurück. Das Minus resultiert aus einer schlechteren Wintersaison. Der Winter bringt aber immer noch doppelt so hohe Einnahmen wie der Sommer. Der Aufwand fiel ebenfalls, von 5,53 auf 5,50 Millionen Franken, wobei das nur dem Sachaufwand zuzuschreiben ist. Die Personalkosten stiegen dagegen. Der Jahresgewinn nahm auf der untersten Zeile von 42 510 auf 98 810 Franken zu.

Mit einem Eigenfinanzierungsgrad von 89 Prozent stehen die Toggenburg Bergbahnen solide da. Das gilt auch für die Deckung des Anlagevermögens durch langfristiges Kapital. Der Wert beträgt hier 138 Prozent. Der Verband der Seilbahnen (SBS) empfiehlt für diese Kennzahlen über 40 beziehungsweise über 100 Prozent.

Einmal erreicht, zweimal verfehlt

Bei den Personalkosten verfehlen die Toggenburg Bergbahnen mit 45 Prozent des Nettoerlöses die Empfehlung des SBS (höchstens 35 Prozent) deutlich. Bei der Ebidta-Marge (24,4 Prozent) erreichen die Toggenburg Bergbahnen die minimalen Empfehlungen des SBS ganz knapp nicht. Beim Einfachen Cash-Flow sind sie mit 23,8 Prozent des Nettoerlöses darüber.

Bei beiden Kennzahlen verfehlen sie aber den Wert, der nach Ansicht des SBS die betriebswirtschaftliche Nachhaltigkeit garantiert. Bei der Ebidta-Marge wären das mindestens 35 und beim Einfachen Cash-Flow mindestens 30 Prozent. Ebitda ist der Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen. Der Cash-Flow ist der Jahresgewinn vor Steuern plus die Abschreibungen.

Verwaltungsrat bestätigt

Die Aktionäre der Toggenburg Bergbahnen, die rund 78 Prozent der Aktien vertraten, sagten bei allen Traktanden einstimmig und diskussionslos ja. Sie genehmigten den Geschäftsbericht 2013/2014 und die Jahresrechnung. Zudem erteilten sie dem Verwaltungsrat Décharge. Weiter hiessen sie die Gewinnverwendung gut. 5000 Franken fliessen in die gesetzliche Reserve, während 456 000 Franken auf die neue Rechnung vorgetragen werden. Schliesslich bestätigten sie alle Verwaltungsräte. Es handelt sich um Simon Ammann, Matthias Eppenberger, Mélanie Eppenberger (Präsidentin), Thomas Leemann, Franz Niederberger und Heinz Schmucki.

Mélanie Eppenberger Verwaltungsratspräsidentin Toggenburg Bergbahnen AG

Mélanie Eppenberger Verwaltungsratspräsidentin Toggenburg Bergbahnen AG

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