Neue Flügel für einziges Windrad

Das bislang einzige Windkraftwerk in Ausserrhoden wird dieser Tage revidiert. Gestern wurden die Flügel samt Rotor ausgewechselt, heute ist der Generator an der Reihe. Vor Ort ist zu erfahren, weshalb man am Windrad festhalten will.

Roger Fuchs
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Extra aus Holland angereist: Zwei Mitarbeiter einer auf Windräder spezialisierten Firma. Bis spätestens morgen Donnerstag bringen sie die Anlage unterhalb des Gäbris auf Vordermann. (Bilder: rf)

Extra aus Holland angereist: Zwei Mitarbeiter einer auf Windräder spezialisierten Firma. Bis spätestens morgen Donnerstag bringen sie die Anlage unterhalb des Gäbris auf Vordermann. (Bilder: rf)

GAIS. Das Windkraftwerk Chürstein unterhalb des Gäbris ist zwanzig Jahre alt, die Flügel fransen aus und sind überholungsbedürftig. Gestern wurde mit den Revisionsarbeiten gestartet. Dazu sind zwei Handwerker einer holländischen Spezialfirma angereist. Jene Firma, die das Windrad einst herstellte, ging vor Jahren Konkurs.

Keine neuen Teile mehr

Vor Ort verfolgen die beiden Elektroingenieure Ernst Knellwolf und Ueli Schoch das Geschehen. Sie gehören dem Verein «Appenzeller Energie» an. Gemäss Knellwolf sind für diese Windkraftanlage keine neuen Bauteile mehr erhältlich. Und so werden die alten Flügel durch komplett revidierte Flügel ausgewechselt. Die bisherigen Rotorblätter nehmen die Handwerker mit nach Holland, richten sie dort wieder her, so dass sie bei weiteren Revisionen ebenfalls als Austauschflügel dienen können.

Die gesamten Revisionsarbeiten bei der Windkraftanlage Chürstein kosten rund 20 000 Franken. Bezahlt werden diese Aufwendungen von den circa 230 Mitgliedern des Vereins «Appenzeller Energie». Obschon gemäss Ernst Knellwolf der Standort auf dem Chürstein nicht der beste sei, so wolle man an diesem Windrad festhalten – zumindest solange, bis neue Windkraftanlagen in Ausserrhoden verwirklicht seien. Da derzeit 95 Prozent aller Windkraftprojekte in der Schweiz durch Einsprachen blockiert sind, befürchtet Knellwolf, dass es auch unterhalb des Gäbris harte Diskussionen brauchen würde, um eine neue Anlage zu erstellen.

Nicht kostendeckend

Die Stromproduktion des Windrades auf dem Chürstein liegt bei 25 000 bis 50 000 kWh pro Jahr. Ein Haushalt benötigt jährlich 5000 bis 6000 kWh. Vereins-Vizepräsident Romeo Böni bestätigt, dass der Betrieb der Windkraftanlage nicht kostendeckend ist. «Grund dafür sind die tiefen Vergütungen des Windstroms, die derzeit bei 18 Rappen pro Kilowattstunde liegen.»

Die Revisionsarbeiten setzen sich heute fort. Der morgige Tag ist als Reservetag eingeplant.

Ernst Knellwolf und Ueli Schoch begutachten die alten Flügel.

Ernst Knellwolf und Ueli Schoch begutachten die alten Flügel.