Neue Deponie im Bezirk Gonten

Die ReConterra AG will in der Rapisau Erdmaterial deponieren. Das betroffene Gebiet Kaies muss zunächst als Deponiestandort bewilligt werden – die entsprechenden Vorbereitungen laufen bereits.

Marcel Jud
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Das Gebiet für die künftige Deponie «Kaies» liegt an der Enggenhüttenstrasse in Rapisau gegenüber der Kiesgrube (hier links im Bild). (Bild: Karin Erni)

Das Gebiet für die künftige Deponie «Kaies» liegt an der Enggenhüttenstrasse in Rapisau gegenüber der Kiesgrube (hier links im Bild). (Bild: Karin Erni)

GONTEN. Gegenüber der Kiesgrube an der Enggenhüttenstrasse in der Rapisau im Bezirk Gonten soll eine neue, 180 000 Kubikmeter grosse Deponie für sauberes Aushubmaterial entstehen. Das kantonale Bau- und Umweltdepartement bereitet zurzeit die entsprechenden Schritte vor, damit die Kaies genannte Liegenschaft als Deponiestandort genutzt werden kann.

Aufgaben gemeinsam schultern

Antragstellerin für die Nutzung des Kaies als Deponiestandort ist die ReConterra AG mit Sitz in Haslen. Sie ist ein Zusammenschluss von sieben Innerrhoder Tiefbauunternehmen. Vor zehn Jahren wurde sie auf Anregung des Kantons gegründet. Früher habe jedes Tiefbauunternehmen eigene Deponien betrieben, sagt Urs Koch, der die Strassen- und Tiefbaufirma Koch AG in zweiter Generation mit seinen beiden Brüdern führt: «Die Gründung der ReConterra AG hatte zum einen landschaftstechnische Gründe: In unserem Kanton hat es zu wenig Platz für je eine Deponie pro Unternehmen. Zum anderen können wir durch die Zusammenarbeit die Aufgaben auf verschiedene Schultern verteilen.»

In der als reine Betriebsgesellschaft geführten ReConterra AG kümmert sich Koch um die Antragsverfahren. Er selbst ist im Kiesabbau und in Kraftwerkprojekten tätig, wo er sich insbesondere in bezug auf Umweltfragen ein breites Fachwissen aneignen konnte.

Verschiedene Faktoren beachten

Die ReConterra AG betreibt bereits die Deponiestandorte Schiessegg in Haslen und Au in Schwende. Bei der Auswahl eines künftigen Deponiestandortes müssten verschiedene Kriterien berücksichtigt werden, erklärt Urs Koch: vom Gewässerabstand über die Zufahrt für Lastwagen bis zur abschliessenden Renaturierung. Wenn schliesslich ein passender Standort gefunden ist, gilt es einige politische Hürden zu meistern. So muss die Liegenschaft Kaies zuerst als Deponiestandort ausgeschieden werden. Die Standeskommission hat einem entsprechenden Verfahren bereits zugestimmt.

Der lange Weg zur Deponie

Das kantonale Bau- und Umweltdepartement bereitet nun die nötigen Schritte vor. Laut dem Leiter des Amts für Raumentwicklung, Ralph Etter, braucht es nebst einem Eintrag in den kantonalen Richtplan einen Nutzungsplan, der aufzeigt, wie die Deponie in die Landschaft eingepasst und dem Umwelt- sowie Gewässerschutz Rechnung getragen werden soll. Dieser Plan muss, wie auch das Baugesuch, von der Regierung und dem Grossen Rat genehmigt sowie öffentlich aufgelegt werden. Auch der Standortbezirk wird angehört. «Falls es zu Einsprachen kommt, kann sich das gesamte Verfahren entsprechend in die Länge ziehen», sagt Ralph Etter.

Bisher noch keine Einsprachen

Wie Urs Koch ausführt, sucht die ReConterra AG jeweils vor Antragstellung Kontakt zu den betroffenen Akteuren wie dem Umweltverband Pro Natura oder dem Bezirk Gonten: «Wir versuchen, möglichst frühzeitig alle wichtigen Abklärungen am runden Tisch zu treffen.» Deshalb sei es bei den bisherigen Deponien auch noch zu keinen Einsprachen gekommen. Für die neue Deponie Kaies rechnet Urs Koch damit, dass «wir im nächsten Frühling loslegen können». Sobald die Deponie errichtet ist, wird sie während vier bis fünf Jahren in Betrieb sein und sauberen Aushub aufnehmen. Anschliessend soll sie zugeschüttet und als verlängerter Hügelzug wieder in die Landschaft integriert werden.

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