Neue CD mit Blasmusik und Gesang

MOSNANG. Im Leben von Michi Jud steht Musik im Mittelpunkt. Der gebürtige Ebnat-Kappler, der mit seiner Familie in Mosnang wohnt, hat im Sommer mit der Musikgesellschaft Mühlrüti eine CD produziert. Die Aufnahmen fanden im Pfarreiheim statt, die Feinarbeit aber in Juds Musikstudio.

Beatrice Bollhalder
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Im Musikstudio im Kellergeschoss des Einfamilienhaus in der Sonnhalden gab Michi Jud den Aufnahmen für die neue CD den letzten Schliff. (Bild: Beatrice Bollhalder)

Im Musikstudio im Kellergeschoss des Einfamilienhaus in der Sonnhalden gab Michi Jud den Aufnahmen für die neue CD den letzten Schliff. (Bild: Beatrice Bollhalder)

Blasmusikfreunde erwarten gespannt den kommenden Freitag. Um 20 Uhr wird nämlich in der Turnhalle in Mühlrüti eine CD-Taufe gefeiert. Und zwar nicht irgendeine CD, sondern «Mis Dörfli», der neuste Tonträger der Musikgesellschaft Mühlrüti. Im allgemeinen sind Tonträger von Blasmusikvereinen eher dünn gesät. Für die Mühlrütner Musikanten ist es aber bereits die zweite CD. Dass aus der «Bier-Idee» nach der Musikprobe etwas Handfestes entstanden ist, ist hauptsächlich dem Dirigenten Michi Jud zu verdanken. Er hat die Aufnahmen vorbereitet, die Musikanten mit dem Taktstock durch die Stücke geleitet, die Melodien aufgezeichnet und diese vor allem in vielen Stunden fürs CD-Presswerk bereitgestellt.

Hobby und Beruf verbinden

Der Raum im Keller des Einfamilienhauses in der Mosnanger Sonnhalden offenbart gleichermassen Hobby und Beruf des zweifachen Familienvaters. Der 35jährige Musiklehrer hat seine Ausbildung – damals noch als Teilstudium mit dem Hauptfach Akkordeon und den Nebenfächern Klarinette und Handorgel – am Konservatorium in Winterthur genossen. In seinem Musikstudio – hierher kommen sowohl Erwachsene als auch Kinder aus der näheren und weiteren Umgebung, um Unterricht zu nehmen – stehen aber noch viele weitere Instrumente. Unterrichtet er diese auch? «Ja, wenn es gewünscht wird». Auch Bassgeige? «Ich habe einmal bei Willi Valotti gelernt, die Bassgeige zu spielen. Hauptsächlich aber, um andere Musikanten zu begleiten», räumt Michi Jud ein. Denn er ist nicht nur Musiklehrer – das verrät seine Homepage. «Leider habe ich deswegen oft wenig Freiraum, um die Zeit mit unseren Kindern zu geniessen», bedauert er. Vormittags sei er zwar oft zu Hause, aber halt meist mit Schülern in seinem Musikstudio anzutreffen. Am Nachmittag unterrichtet er dann entweder im Schulhaus Mühlrüti, in Wiesen, in Dussnang, Bazenheid oder in Wolfikon-Bissegg. Dies dank eines Teilpensums der Jugendmusikschule Toggenburg.

Dirigent und Musiker

«Vor zehn bis fünfzehn Jahren war die Gitarre das gefragteste Musikinstrument, heute ist das <Örgeli> der Renner», erklärt Michi Jud. Er stellt fest, dass die Volksmusik immer mehr im Kommen sei. Er selber ist ein grosser Fan der Ländlermusik und auch der böhmischen Blasmusik. Dass Musik seine Welt ist, zeigen seine Engagements. Seit vielen Jahren ist er zusammen mit Renato Allenspach und Thomas Bruderer als Alpen-GmbH unterwegs. Sehr oft tritt der Musiker aber auch als Alleinunterhalter auf. Mit Akkordeon, Schwyzerörgeli oder Keyboard und natürlich mit seinem Gesang gelingt es ihm, das Publikum gut zu unterhalten. Vor etwa dreizehn Jahren absolvierte er den Dirigentenkurs und seit genau zehn Jahren schwingt er den Taktstock für die Musikgesellschaft Mühlrüti. Für Abwechslung sorgt sein Engagement beim Jodlerklub Herisau-Säge, dort gibt Jud seit zwei Jahren den Ton an.

«Studio» im Pfarreiheim

Auch in der Musikbranche gibt es stets Neues zu erlernen. Michi Jud hat erst kürzlich seine einjährige Ausbildung an der Fachhochschule Tontechnik in Bern abgeschlossen. Er habe damals vermutet, dass eine praktische Abschlussarbeit gefordert sei und habe bei einem Bier nach der Probe die Idee gebracht, für diese mit der Musikgesellschaft Mühlrüti ein Stück aufzunehmen. «Das war irgendwann Ende Mai», erinnert er sich. An der nächsten Probe sei das Thema dann prompt wieder aufs Tapet gebracht worden. Da er in den folgenden Wochen aber stark für das Jodlerfest engagiert war, blieb nur die Ferienzeit für Aufnahmen. Michi Jud hat schliesslich das Mosnanger Pfarreiheim ausgemessen, um sicher zu gehen, dass hier Aufnahmen für eine CD möglich wären. Zum einen musste der Platz für die 25 Musikanten ausreichend sein, zum anderen natürlich die Akustik stimmen.

500 Exemplare gepresst

In der ersten Ferienwoche verbrachten die Mühlrütner Musikanten von Montag bis Donnerstag jeden Abend rund drei Stunden im improvisierten «Aufnahmestudio». Willi Senn hat hölzerne Abteilungen für die einzelnen Register errichtet, dadurch wurde das spätere «Mischen» erleichtert. Michi Jud installierte rund 16 Mikrophone. Dann konnte es losgehen. Ausgerüstet nur mit Laptop, Mischpult und iPad gab Michi Jud das Zeichen für den Beginn der Aufnahmen. Zwei der zwölf aufgenommenen Stücke sind neu einstudiert worden. Der Rest sind Musikstücke, die am letzten Unterhaltungsabend aufgeführt, aber zwischenzeitlich vom Dirigenten weiter verfeinert und verschärft worden sind. Und natürlich darf auf der CD das nicht fehlen, was einen Auftritt der Musikgesellschaft Mühlrüti speziell macht, nämlich der Gesang. Zusammen mit Ruth Scherrer hat Michi Jud auch bei diesen Aufnahmen seine Stimme erklingen lassen. Mit böhmischen Liedern oder dem einen oder anderen vom Dirigenten selber komponierten Stück bringen die Mühlrütner jeweils Abwechslung in ihr Programm.

Am kommenden Freitag wird nun das Geheimnis endlich gelüftet. Die neue CD mit Musik und Gesang wird präsentiert, getauft und unter die Leute gebracht. 500 Exemplare gibt es von «Mis Dörfli» zu kaufen. Dem Dirigenten ist es aber wichtig, dass sich der CD-Hörer bewusst ist, dass hier keine Profimusik am Werk war.

www.michismusik.ch