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Neue Beratung zum Umgang mit Alkohol

Seit Frühjahr 2015 bietet die Suchtberatung bei den Sozialen Fachstellen Toggenburg das strukturierte, ambulante Alkohol-Konsumreduktionsprogramm «EkT – Einzel-kontrolliertes Trinken» an.
Remo De Toffol Soziale Fachstellen Toggenburg
Beim Konsum von Alkohol ist Vorsicht geboten. (Bild: fotolia)

Beim Konsum von Alkohol ist Vorsicht geboten. (Bild: fotolia)

Seit Frühjahr 2015 bietet die Suchtberatung bei den Sozialen Fachstellen Toggenburg das strukturierte, ambulante Alkohol-Konsumreduktionsprogramm «EkT – Einzel-kontrolliertes Trinken» an.

Das ursprünglich in Deutschland von Joachim Körkel, Professor für Psychologie an der Hochschule Nürnberg entwickelte Behandlungsprogramm, kann mittlerweile in seiner Wirksamkeit durch 35 Jahre internationale Forschung wissenschaftlich belegt werden. Remo De Toffol, einer der beiden Suchtberater/innen auf den Sozialen Fachstellen Toggenburg mit Sitz in Wattwil hat sich bei der GK-Quest-Akademie, der dafür zuständigen Ausbildungsinstitution in Deutschland, für die Durchführung dieses Behandlungsprogramms ausbilden und zertifizieren lassen.

Der Ansatz des kontrollierten Trinkens, als Alternative zur reinen Abstinenzorientierung, hat sich in Ländern wie Grossbritannien, Schweden und den Niederlanden schon lange etabliert. Dabei geht es nicht darum, abstinenzwilligen Menschen ein alkoholfreies Leben ausreden zu wollen. Andrerseits kann die Forderung nach einer totalen Alkoholfreiheit abstinenzunwillige Menschen abschrecken. Umfragen belegen, dass etwa ein Drittel bis die Hälfte der behandlungswilligen Menschen gar nicht für immer mit dem Trinken aufhören möchte. Den Bedürfnissen dieser Zielgruppe würde man durch eine reine Abstinenzorientierung seitens der Behandler somit nicht Rechnung tragen.

Das maximal vier Monate andauernde EkT-Behandlungsangebot eignet sich hauptsächlich für Menschen, die einerseits nicht abstinenzorientiert leben, aber andrerseits auch nicht mehr im gleichen Masse wie bisher Alkohol konsumieren möchten. Die Trinkmengenreduktion durch EkT-Programme beträgt im Mittel etwa 50 Prozent.

Um die in den letzten eineinhalb Jahren mit dieser Methode auf den Sozialen Fachstellen Toggenburg gemachten Erfahrungen mit einem Praxisbeispiel aus der Beratungsarbeit zu veranschaulichen, folgt die Interview-Kurzzusammenfassung einer Teilnehmerin:

Welche Erfahrungen haben Sie mit dem EkT gemacht? Sie sagt: «Ich finde es etwas Gutes, Hilfreiches, ein Faden, der mich leitet. Am Anfang brachte es mich zum Nachdenken, als ich im Diagnostikteil realisierte, wo ich wirklich mit meinem Alkoholkonsum stehe. Da dachte ich, das muss ich machen, alleine geht das nicht. Ich habe es als Stütze empfunden, durch einen vorgegebenen Ablauf geleitet zu werden und man hat da auch was in der Hand (Kursordner). Die Ausführlichkeit machte mich zwar etwas skeptisch, wie das Ganze aber aufgebaut ist, macht Sinn, weil es logisch erscheint und man so auf sein persönliches Ziel hinarbeiten kann. Das wöchentliche Führen des Konsumtagebuchs half mir dranzubleiben, gab mir mehr Stabilität: Dass ich jeweils im Voraus selbstbestimmt über meinen Wochenkonsum entscheide, hat es mir weniger einfach gemacht, mich über meinen wirklichen Gesamtkonsum zu belügen. Für mich hat das Ganze Sinn gemacht.»

Ein Einstieg in das Behandlungsprogramm auf den Sozialen Fachstellen Toggenburg ist nach Absprache jederzeit möglich.

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