Neubeginn stand nichts im Weg

Nach rund zweijähriger Vorarbeit und grünem Licht der Kirchbürger in Alt St. Johann und Wildhaus vom vergangenen Frühling, wurde gestern die Fusion der beiden Kirchgemeinden mit der Gründungsversammlung abgeschlossen.

Bea Bollhalder
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WILDHAUS. 98 Stimmberechtigte waren erschienen, um der Gründungsversammlung in der evangelischen Kirche in Wildhaus beizuwohnen. Die Versammlung, die von Martin Baumann aus Nesslau durchgeführt wurde, ging speditiv und ohne Wortmeldungen über die Bühne. Bereits nach Traktandum zwei – der einstimmigen Genehmigung der Kirchgemeindeordnung – erklärte Martin Baumann, dass damit nun der Gründungsakt vollzogen sei und er den mutigen Wildhausern und Alt St. Johannern zu diesem Schritt gratuliere. Anschliessend galt es die Behördenmitglieder zu wählen. Die aus Ämtern scheidenden Personen werden in beiden Kirchgemeinden separat jeweils gegen Ende Jahr verabschiedet.

Niklaus Forrer wird Präsident

Niklaus Forrer, der bereits im sechsten Jahr als Präsident der Kirchgemeinde Wildhaus steht, hat die Herausforderung angenommen, sich zum Präsidenten der neuen Kirchenvorsteherschaft wählen zu lassen. Die einstimmige Wahl empfand auch Jörg Abderhalden, der der Kirchgemeinde Alt St. Johann seit 26 Jahren vorstand, als Erleichterung. Zur Führungscrew des neuen Schiffs wurden anschliessend je drei Frauen oder Männer aus beiden ehemaligen Gemeinden gewählt. So werden Heidi Kressig und Emma Lutz, beide aus Unterwasser, Ursula Schweizer aus Alt St. Johann, sowie Stephanie Roth, Christoph Ammann und Hans Ueli Knaus, alle aus Wildhaus, zusammen mit Niklaus Forrer die Verantwortung für die Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Wildhaus-Alt St. Johann am 1. Januar 2012 übernehmen. Von Amtes wegen gehören auch die drei Pfarrer Eva und Christoph Anderegg sowie Martin Böhringer zu diesem Gremium. Elisabeth Bollhalder aus Alt St. Johann, Yvonne Brügger aus Unterwasser und Urs Steinmann aus Wildhaus wurden als Mitglieder der Geschäftsprüfungskommission einstimmig gewählt.

Weiterhin zwei Kirchen genutzt

Als Ersatzmitglieder der GPK stellten sich Stefan Litscher und Werner Zingg, beide aus Wildhaus, zur Verfügung. Als Abgeordnete in die Synode wurden Martin Böhringer, Christoph Anderegg, Stephanie Roth und Armin Soller gewählt. Die neue Gemeinde könnte gemäss Anzahl ihrer Kirchbürger, nämlich etwa 1200, nur noch zwei Abgeordnete in die Synode entsenden. Die Kantonalkirche aber will fusionswillige Gemeinden nicht bestrafen, und deshalb bleibt die Anzahl der Abgeordneten bis auf weiteres bei vier Personen wie bis anhin.

Neu wird man in Zukunft mit der Führung eines Pfarreisekretariates in Alt St. Johann die Pfarrersleute entlasten können. Gerüchte, wonach eine der beiden Kirchen aufgehoben werden könnten, wurden von Niklaus Forrer dementiert. Es sei weiterhin so, dass in beiden Kirchen Gottesdienste abgehalten würden.