NEUBAU: Mosnanger Volg braucht mehr Platz

Der neue Volg-Laden bei der ehemaligen Post soll sich gut ins Dorfbild einfügen. Die Architektur leitet sich von den umliegenden Bauten ab. Über dem Laden entstehen zudem acht Wohnungen.

Martina Signer
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Soeben ist eine Lieferung eingetroffen, was die Arbeit im viel zu kleinen Lager für Vreni Truniger und ihr Team zusätzlich erschwert. (Bild: Martina Signer)

Soeben ist eine Lieferung eingetroffen, was die Arbeit im viel zu kleinen Lager für Vreni Truniger und ihr Team zusätzlich erschwert. (Bild: Martina Signer)

Tradition trifft beim geplanten Neubau des Volg Ladens auf Moderne. Am heutigen Standort der Post – dieses Gebäude wird abgerissen – sollen nebst dem Laden auch acht Wohnungen entstehen. 83 Prozent der an der Generalversammlung vom 26. Juni anwesenden Mitglieder der Konsumgenossenschaft haben dem Projekt mit traditionellem Giebeldach und moderner Architektur im Juni zugestimmt. Eine breite Abstützung also. Insgesamt sind 150 Personen aus und um Mosnang Genossenschafter beim Volg.

Soeben ist eine Lieferung eingetroffen, was die Arbeit im viel zu kleinen Lager für Vreni Truniger und ihr Team zusätzlich erschwert. (Bild: Martina Signer)

Soeben ist eine Lieferung eingetroffen, was die Arbeit im viel zu kleinen Lager für Vreni Truniger und ihr Team zusätzlich erschwert. (Bild: Martina Signer)

Und auch bei der restlichen Bevölkerung ist der Laden anscheinend nicht wegzudenken. «Wir haben als Dorfladen das Glück, uns nicht über mangelnde Kundschaft beklagen zu müssen», sagt Geschäftsführerin Vreni Truniger in ihrem sehr übersichtlichen Büro über dem Volg Laden im Unterdorf. Enge Platzverhältnisse sollen mit dem neuen Bau an der Bütschwilerstrasse endlich der Vergangenheit angehören. «Wir stossen am heutigen Standort schon lange an unsere Grenzen», sagte Vreni Truniger bereits im November (das Toggenburger Tagblatt berichtete). Dies ist auch laut Genossenschaftspräsident Benno Länzlinger das grösste Problem am jetzigen Standort.

Zeitloses aber zeitgemässes Toggenburgerhaus

Wer auf dem Lindenbänkli an der Dorfkreuzung in Mosnang Platz nimmt, kommt nicht umhin, zu bemerken, dass das Postgebäude etwas aus der Art schlägt. Fast alle Häuser ringsum tragen ein typisches Toggenburger Giebeldach. «Wir hatten einige Gespräche mit dem Denkmalschutz und den Ortsbildplanern des Kantons», weiss Vreni Truniger. Mit dem jetzigen Projekt sei sowohl deren Forderungen als auch den Ansprüchen der Konsumgenossenschaft Rechnung getragen worden. Dies bestätigt auch Architekt Peter Keller von der Peter Keller Architektur GmbH in Bütschwil. «Der geplante Neubau bettet sich mit dem Giebeldach gut in das bestehende Dorfbild ein.» Der neue Volg mit Steildach und Quergiebel nehme die Dachformen der umliegenden Bauten auf und auch die Geschossigkeit orientiere sich an diesen Gebäuden. «Die Architektur ist zeitlos aber zeitgemäss mit Bezug zum typischen Toggenburgerhaus.» Und: «Die Wohnungen entsprechen heutigen Ansprüchen mit modernem Ausbau und heller Architektur.»


Auch Varianten mit Tiefgarage geprüft

Die geplanten Zwei- und Drei-Zimmerwohnungen richten sich an Paare und ältere Bewohner, die gerne im Dorfzentrum leben möchten. «Die Zusammenarbeit mit Denkmalpflege und Ortsbildschutz verläuft sehr positiv und lieferte für alle Seiten ein gutes Resultat.» Dieser Meinung ist auch Benno Länzlinger und Vreni Truniger bestätigt: «Wir freuen uns, dass sich in diesem Neubauprojekt nun alle einig sind.» Geprüft worden seien auch Varianten mit einer Tiefgarage und, ob es möglich wäre, die Grundmauern des Postgebäudes zu erhalten. Dies wird aber definitiv abgerissen.

Besonders glücklich ist die Geschäftsführerin über die grosszügigeren, hohen und hellen Räume, die nicht nur für die Wohnungen geplant sind, sondern auch im Volg-Laden realisiert werden sollen. Im Lager des aktuellen Standorts wird deutlich, wie eng es in der jetzigen Liegenschaft ist. Eben ist eine Lieferung angekommen. Die Mitarbeiterinnen stehen einander fast auf den Füssen, die Wege sind eng, längst nicht alles findet in diesem Raum Platz. Die Liegenschaft verfügt über drei räumlich getrennte Lagerräume. Am neuen Ort soll es ein einziges grosses Lager werden, das sich auf derselben Fläche wie das Ladenlokal befindet. Dass so effizienter gearbeitet werden kann, liegt auf der Hand. Auch kann derzeit nirgends erweitert werden um mehr Platz für neue Kühlgeräte zu schaffen.

Laut Benno Länzlinger ist die Neueröffnung des Volg-Ladens am neuen Standort im Mai 2019 geplant.

Die Dorfkorporation fungiert als Bank

Finanzierung  Der Volg ist eine nicht gewinnorientierte Genossenschaft und leistet mit seinem Laden einen wichtigen Beitrag zur Attraktivität des Dorfs. Dieser Meinung ist die Dorfkorpo­ration, wie der Verwaltungsrats­präsident Patrick Brändle sagt. ­Zudem werte der Neubau das Dorfzentrum auf. «Ein attraktives Dorf ist im Interesse der Dorfkorporation. Zurzeit verfügt die Korporation über finanzielle Mittel, die wegen der tiefen Zinsen fast keinen Ertrag mehr abwerfen.» Deshalb habe der Verwaltungsrat die Anfrage der Konsumgenossenschaft mit Interesse aufgenommen und beabsichtige, mit den freien liquiden Mitteln den Neubau des Volg zu finanzieren. Bauherr bleibe die Genossenschaft. «Die Dorfkorporation übernimmt anstelle einer Bank das vertretbare Kreditrisiko. Selbstverständlich erhält die Dorfkorporation die bankübliche Sicherheit und einen angemessenen Zins.» Patrick Brändle spricht von einer klassischen Win-win-Situation, «die allen Beteiligten Vorteile bietet». (masi)

So könnte der Neubau des Volg-Ladens mit Wohnungen mit Blick von der Landi her aussehen. (Bild: PD)

So könnte der Neubau des Volg-Ladens mit Wohnungen mit Blick von der Landi her aussehen. (Bild: PD)