NEU ST.JOHANN: Eine neue Prinzessin regiert das Toggenburg

Manuela Lusti ist die neue Toggenburger Bierprinzessin. Und die YB-Fans, die im Online-Voting kräftig mitmischten, bleiben einmal mehr ohne Titel.

Michael Hug
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Manuela Lusti aus Ennetbüel ist die neue Bierprinzessin. (Bild: Michael Hug)

Manuela Lusti aus Ennetbüel ist die neue Bierprinzessin. (Bild: Michael Hug)

Wenn es sonst nichts zu wählen gibt, keiner Staatspräsident werden will oder muss, die Schönsten unter den Kühen (und Stieren) noch bis zum Herbst warten müssen, wählt man halt eine Prinzessin. Obwohl, Prinzessinnen können gar nicht gewählt werden, Prinzessin wird man mit dem richtigen Stammbaum. Aber solche Bäume gibt es im Toggenburg seit der Emigratrion der letzten des Geschlechts von Toggenburg ins Südtirol nicht mehr. Da ist wohl Hopfen und Malz total verloren. Im Toggenburg leben wohl schöne Mädchen, aber keine Prinzessinnen.

Basisdemokratisch wählen

Es sei denn, man krönt eine. Und da beginnt das Problem. Wird eine gekrönte Prinzessin, die ja auch mal Königin, Regentin oder Chefin werden könnte, irgendetwas zu sagen haben in ihrem Reich? Werden die Toggenburger und Toggenburgerinnen ihr jemals folgen, ja gar gehorchen? Schwierig, wenn die Wahl nicht ausreichend legitimiert oder basisdemokratisch erfolgt ist. Wenn nun kein geeignetes blaues Blut mehr aufzufinden ist, färbt man halt rotes um. Ganz urdemokratisch wählt man eine Regentin, bevor man sie krönt. Vor zwei Jahren hat das Volk im Toggenburg erstmals eine solche Prinzessin gekrönt. Michelle Porchet, 21 Jahre jung, hatte zwar nicht die Gene, aber das Glück und die vorausgesetzten Fähigkeiten, um Prinzessin des Toggenburgs zu werden. Bierprinzessin zwar nur, aber immerhin.

Manuela Lusti aus Ennetbühl hat sich durchgesetzt. (Bild: bierprinzessin.ch)
11 Bilder
Sophie Wirth aus Frauenfeld nutzten auch Tausende Online-Stimmen von YB-Fans nichts. (Bild: bierprinzessin.ch)
Anna-Tina Eichmann aus Ernetschwil. (Bild: bierprinzessin.ch)
Corinne Strässle aus Speicher. (Bild: bierprinzessin.ch)
Andrea Fischlin aus Steinerberg. (Bild: bierprinzessin.ch)
Irina Busch aus Frauenfeld. (Bild: bierprinzessin.ch)
Jlona Kopf aus Guntershausen. (Bild: bierprinzessin.ch)
Melanie Heiniger aus Räterschen. (Bild: bierprinzessin.ch)
Selina Oes aus Frauenfeld. (Bild: bierprinzessin.ch)
Corinne Kreis aus Dotnacht. (Bild: bierprinzessin.ch)
Fabiana Ziliani aus Frauenfeld. (Bild: bierprinzessin.ch)

Manuela Lusti aus Ennetbühl hat sich durchgesetzt. (Bild: bierprinzessin.ch)


Wahlbeeinflussung abgewehrt

Ein Jahr lang sollte Porchet regieren, pardon: repräsentieren, zwei wurden es weil vorerst keine Nachfolgerin gefunden wurde. Nun aber wurde, es gibt eine neue Prinzessin, eine neue Repräsentantin, ein neues Gesicht des Toggenburger Biers aus Neu St.Johann. Es gibt kein Bier auf Hawaii und keine Gerste im Toggenburg, aber seit Samstagabend 23 Uhr eine neue Bierprinzessin. Basisdemokratisch gewählt vom Volk per SMS und zweitem Wahlgang. Fast jedoch hätte sich das bierselige Toggenburg von einer Auswärtigen regieren lassen müssen, fast hatte die künftige Regentin aus der Hauptstadt eines Nachbarkantons den Geschmack von St.Johann Dunkel und Marroni bestimmt. Doch die Störaktion aus Frauenfeld, die Votes des Fanclubs der angehenden Hebamme Sophie Wirth konnte im letzten Moment im zweiten Wahlgang am Samstagabend im Dachsaal der Brauerei St. Johann abgewehrt werden. YB-Fans hatten die Wahl drehen wollen, um endlich einmal wieder einen Titel zu gewinnen. Der Plan scheiterte an den Saalstimmen.

Habemus princeps femina

Zu später Stunde stieg weisser Rauch aus dem Brauereikamin. «Habemus princeps femina cervisiae» teilte der Rauch der Gefolgschaft mit. Von Anfang an war sie, die einzige Einheimische unter Kandidatinnen aus dem Thurgau, dem Appenzellischen und Schwyz, Mitfavoritin. Doch der Vorsprung der Frauenfelderin war fast nicht mehr aufzuholen - wenn sich das Wahlgremium nicht eines Tricks bemüssigt hätte: Für den zweiten Wahlgang gab es die doppelte Punktzahl. Damit fing die hiesige Aspirantin die Konkurrentin im letzten Moment mit ihrer Ausstrahlung, ihrem Temperament und eben ihrem Standortvorteil noch ab. Nun hat alles in der Biergrafschaft Toggenburg wieder seine Ordnung. Es gibt eine neue Bierprinzessin, Manuela Lusti heisst sie, aus Ennetbüel kommt sie, Malerin im Hauptberuf ist sie, Bierbotschafterin im Nebenberuf ist sie nun und kann mindestens ein Jahr lang gratis Bier trinken. Soviel sie will.