NEU ST. JOHANN: «Alabad al Señor»

In der Klosterkirche erklingt am Sonntag ein besonderes Konzert von und mit Peter Roth – neuere Chorwerke mit Uraufführung und die «St. Johanner Jodelmesse».

Peter Küpfer
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Komponist Peter Roth: «Die klangvolle spanische Sprache sowie der Einbezug des ganzen Universums hat mich zum kurzen Werk ‹Alabad al Senor› inspiriert.» (Bild: Peter Küpfer)

Komponist Peter Roth: «Die klangvolle spanische Sprache sowie der Einbezug des ganzen Universums hat mich zum kurzen Werk ‹Alabad al Senor› inspiriert.» (Bild: Peter Küpfer)

Peter Küpfer

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Auf dem Programm stehen A-cappella-Chorwerke von Peter Roth: die Messe «Dona nobis pacem», die Uraufführung der neuen Messe mit dem Titel «Alabad al Señor» sowie die berührende und beliebte «St. Johanner Messe» für Jodelstimmen und Chor. Der Komponist und Dirigent wird mit kurzen, persönlichen Kommentaren in die einzelnen Werke einführen. Gleichzeitig betätigt er eine von Orgelbauer Markus Meier (Neu St. Johanner Konzerte) gebaute Positiv-Orgel. Für Peter Roth und seinen Chor Chorprojekt St. Gallen, den der Komponist seit mehr als dreissig Jahren leitet, steht das Konzert im Rahmen seines Zyklus «Klang und Stille».

«Dona nobis pacem» wurde im Rahmen eines Gottesdienstes zum Klangfestival Naturstimmen 2016 uraufgeführt. Die Messe nach gregorianischen Melodien ist den beiden Kirchenchören von Alt St. Johann gewidmet. Dazu der Komponist: «Die Messe zeugt vom ökumenischen Geist, der die Zusammenarbeit der beiden Chöre seit Jahrzehnten prägt.» In der Mitte der Messe erklingt das Lied «O ignis spiritus» der Hildegard von Bingen, von einem Frauenterzett gesungen. Es setzt sich aus den tragenden Solostimmen von Mitwirkenden beider Alt St. Johanner Kirchenchöre zusammen: Annelies Huser-Ammann, Doris Bühler-Ammann und Regina Huser. Das ganze Programm ist eine berührende Mischung von Originalmelodien aus den Anfängen unserer Musik und alpenländischer Mehrstimmigkeit, wie das Programmheft ankündigt.

Uraufführung von «Lobpreiset den Herrn»

Die neu entstandene Messe «Alabad al Señor» («Lobpreiset den Herrn») wird im Rahmen dieses Konzertes uraufgeführt. Der Komposition liegt ein Gedicht des nicaraguanischen Befreiungstheologen Ernesto Cardenal zugrunde, eine neuzeitliche Version von Psalm 150. Sie weitet den Jubel des Ursprungstextes in kosmische Dimensionen. Wie der Komponist mitteilt, haben ihn sowohl die klangvolle spanische Sprache als auch der Einbezug des ganzen Universums zum kurzen Werk inspiriert, das er dem Chorprojekt St. Gallen widmet.

Die St. Johanner Messe entstand 1999 zur Einweihung der renovierten Klosterkirche von Alt St. Johann. Die einzige Jodelmesse in lateinischer Sprache wird ergänzt durch das in Dialekt gesungene «Unser Vater». Wie der Komponist erwähnt, hat ihn damals die «einzigartige Stimme von Annelies Huser-Ammann zu diesem Werk inspiriert». In ihm verbinden sich die lateinischen Texte der Messliturgie mit Naturjodelmelodien. Auch in diesem Konzert wird wieder musikalisch das erfahrbar werden, was dem Komponisten seit Jahren am Herzen liegt: Räume, Zeiten, Stile und vor allem Menschen zu verbinden.

Das Konzert ist nach der Aufführung vom nächsten Sonntag in Neu St. Johann noch zwei Mal an anderen Örtlichkeiten zu erleben.

Aufführungen: Sonntag, 7. Mai, 17 Uhr, Klosterkirche in Neu St. Johann; Samstag, 13. Mai, 20 Uhr, Grubenmann-Kirche, Teufen AR; Samstag, 20. Mai, 20 Uhr, Kirche Mogelsberg.