NESSLAU: Übungsanlage hat Feuertaufe bestanden

An der DV legte der Vorstand des Feuerwehrverbandes Toggenburg Rechenschaft ab. Im Zentrum der Aktivität stand die Ausbildung, es wurde aber auch politisiert.
Die Wärmegewöhnungsanlage in Wattwil erlaubt den Feuerwehrleuten ein realistisches Training am Feuer. (Bild: Urs M. Hemm)

Die Wärmegewöhnungsanlage in Wattwil erlaubt den Feuerwehrleuten ein realistisches Training am Feuer. (Bild: Urs M. Hemm)

Acht Feuerwehren aus dem Wahlkreis Toggenburg sind in einem Feuerwehrverband zusammengeschlossen. Wie aktiv dieser ist, zeigte sich am vergangenen Freitagabend im Restaurant Sternen in Nesslau. Verbandspräsident Heiri Rhyner und sein Vorstand legten vor 37 Delegierten und einem Dutzend Gäste dar, was sie im vergangenen Jahr geleistet haben.


Feuerwehren aus der Umgebung zu Gast

«Die Wärmegewöhnungsanlage hat die Feuertaufe bestanden», sagte Heiri Rhyner in seinem ausführlichen Jahresbericht. Während rund zwei Jahren hat der Verband die Übungsanlage im Wattwiler Flooz geplant und gebaut. Finanziert wurde sie von den Toggenburger Gemeinden. «Die Feuerwehren kamen in Scharen und lernten die Arbeit am Feuer auf verschiedenste Art und Weise kennen», hielt der Präsident fest. Die Anlage wurde nicht nur von Toggenburger Feuerwehren für Kurse und Ausbildungen genutzt, auch Wehren aus der Umgebung waren zu Gast in Wattwil. Erste Erkenntnisse hätten kleine bauliche Verbesserungen nach sich gezogen, sagte Heiri Rhyner. Auch beim Tarifs- und Nutzungsreglement mussten einige Anpassungen vorgenommen werden.

Erfreut zeigte sich Heiri Rhyner auch über die gut ausgelasteten Kurse. Gut 40 neu eingeteilte Feuerwehrleute besuchten den viertägigen Grundkurs und lernten dort das Feuerwehrhandwerk kennen. Fast 175 Kaderleute – Offiziere und Unteroffiziere – besuchten die entsprechenden Kurse in Ebnat-Kappel und Kirchberg. Mit 40 Teilnehmern war der Spezialkurs, in diesem Jahr ein Einsatztraining in der Wärmegewöhnungsanlage, ausgebucht. Die Kurse seien von den Teilnehmern durchwegs mit sehr gut bis vorzüglich bewertet worden, sagte Heiri Rhyner, der damit betonte, dass die Instruktoren und die unzähligen Helfer die Kurse mit hoher Professionalität durchführen. «Kommt zu uns und ihr geht mit einer Qualitätsausbildung nach Hause», brachte er es auf den Punkt.

Stellung zum Feuerschutzgesetz bezogen

Der Feuerwehrverband nutzte Ende 2017 die Gelegenheit, sich im Namen der Vernehmlassung zum neuen kantonalen Feuerschutzgesetz zu äussern. Dabei kritisierten der Vorstand und die Feuerwehrkommandos, dass die Grundausbildung im ganzen Kanton zentral angeboten werden soll. Die angestrebte Qualitätssteigerung könne so nicht erreicht werden, finden sie. Darum solle die Grundausbildung wie bisher Sache der Regionalverbände sein. Weiter wehrt sich der Feuerwehrverband Toggenburg dagegen, dass nur noch Tanklöschfahrzeuge und Rüstwagen vom Kanton subventioniert werden sollen. Gerade in ländlichen Gebieten, wo die Finanzkraft der Gemeinden nicht so stark sei, seien die Feuerwehren auch auf Fahrzeuge wie Schlauchausleger angewiesen. Die Idee, dass Depotbauten ohne Kostenbeteiligung des Kantons erstellt werden sollen, hat zur Folge, dass die Stationierung der Spezialmittel klar definiert werden müsse. «Es darf nicht sein, dass eine Gemeinde für Fahrzeuge des Kantons Depots bauen und finanzieren muss», stellte Heiri Rhyner klar.

Der Präsident des Feuerwehrverbandes Toggenburg appellierte an die Politiker auf Gemeinde- und Kantonsebene, dass sie den Verband mit seinen Anliegen unterstützen sollen.

Befragt mit Heiri Rhyner

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