NESSLAU: Ein Nachmittag voller Perlen

Die diesjährige Bäuerinnen- und Landfrauentagung fand unter dem Motto «Perlen und Stolpersteine im Alltag» statt. Der Autor Pius Hager referierte über dieses Thema.

Chiara Weber
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Gebannt hören die Anwesenden dem spannenden und humorvollen Vortrag von Pius Hager zu. (Bilder: Chiara Weber)

Gebannt hören die Anwesenden dem spannenden und humorvollen Vortrag von Pius Hager zu. (Bilder: Chiara Weber)

Chiara Weber

chiara.weber@toggenburgmedien.ch

Die Bäuerinnen und Landfrauen Laad, Schlatt-Aemelsberg und Nesslau-Krummenau luden am Mittwochnachmittag zur alljährlich stattfindenden Tagung ein. Das Motto dieses Jahr war «Perlen und Stolpersteine im Alltag». Passend dazu war die Dekoration gestaltet. Diese sollte darstellen, dass man läuft und manchmal über einen Stein stolpert, aber wieder aufstehen und weitergehen soll.

Franziska Giger-Lutz, Präsidentin der Bäuerinnen und Landfrauen, begrüsste alle Anwesenden herzlich, erläuterte kurz das Programm und wünschte allen einen schönen Nachmittag, bevor sie das Wort an Gemeindepräsident Kilian Loser weitergab. Dieser sprach seine Bewunderung für die Arbeit der Bäuerinnen aus.

Pius Hager hielt einen Vortrag zum Thema «Perlen und Stolpersteine im Alltag». Er hat das Buch «Leben vom Streit zum Frieden» geschrieben und arbeitet als Lehrer und Berater für Bauernfamilien in Schwierigkeiten. «Perlen sind nicht immer einfach zu finden. Man muss sie auch finden wollen und manchmal auch eine Muschel dafür öffnen. Stolpersteine dagegen liegen herum und behindern uns.» Es gebe aber viele Vorteile am Bauernbetrieb. Hager nannte auch Beispiele: «Man kann sich die Arbeit selbst einteilen, die ganze Familie kann mithelfen und man arbeitet in der freien Natur.» Zudem habe man in der Partnerschaft ein gemeinsames Ziel und könne mehr Zeit miteinander verbringen. «Auch im Alter lassen sich viele Perlen finden: Man hat mehr Zeit für Enkelkinder und Hobbys. Ausserdem kann man im Alter selbst bestimmen, wann man aufsteht und der Landwirtschaftsbetrieb bestimmt nicht mehr den Tagesablauf», sagt Pius Hager. Auch zu den Stolpersteinen kennt der Experte Beispiele aus der Praxis: «Häufig sind es Kleinigkeiten, die einen Streit auslösen. Vielfach liegt es auch an der Kindheit oder der Erziehung. Zum Beispiel: die Familie einer Frau feiert immer ein grosses Fest bei Geburtstagen. Die Familie des Partners hingegen macht sich nichts aus Geburtstagen. So sei sie jedes Jahr enttäuscht, wenn er ihren Geburtstag vergisst. «Kommunikation ist wichtig, aber auch hier kann einiges schiefgehen. Es komme auf die Betonung an und wenn etwas falsch rübergekommen ist, solle man sich entschuldigen. «Auch ein sehr wichtiges Wort ist ‹Danke›.»

Sketche, Neuigkeiten und Informationen

Nach der Pause informierte Ursula Good, Vorstandsmitglied im kantonalen Bäuerinnenverband, über die neusten Ereignisse im ganzen Kanton. Die Familienhilfe könne zu einem günstigen Tarif angeboten werden und funktioniere sehr gut. Die Familienhilfe springt unter anderem für Familienmitglieder ein, die wegen eines Unfalls, Schwangerschaft oder Krankheit ausfallen. «Dieses Jahr werden wieder Wanderferien und Veloferien angeboten», sagte Ursula Good sehr zur Freude der Anwesenden. Ebenfalls werden die Bäuerinnen und Landfrauen laut Good zum 25. Mal an der Olma mit dem Thema «Erlebnis, Nahrung, Kartoffeln» vertreten sein. «Wir gratulieren elf Frauen zur erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung als Bäuerin. Zusätzlich haben zwanzig Frauen ein Modul erfolgreich bestanden», sagt Ursula Good. Die Ausbildung könne berufsbegleitend mit verschiedenen Modulen absolviert werden. «Die Module behandeln jeweils ein Thema, das mit einer Prüfung abgeschlossen werden kann.»

Nach diesen Informationen wurden zwei lustige Darbietungen, in dem auch ein echtes Huhn eine grosse Rolle spielte, aufgeführt.

www.baeuerinnen.ch