NESSLAU: Akkordeon ist ihre Leidenschaft

Leonie Früh ist die erste Gewinnerin des musikalischen Förderwettbewerbs Prix Rotary des Rotary Clubs Toggenburg. Wohin ihr Weg gehen soll, weiss das aufstrebende Nachwuchstalent aus Nesslau aber noch nicht.

Rino Hosennen
Drucken
Teilen
Leonie Früh und ihr Akkordeon: eine schon lange bestehende Freundschaft. (Bild: Rino Hosennen)

Leonie Früh und ihr Akkordeon: eine schon lange bestehende Freundschaft. (Bild: Rino Hosennen)

Rino Hosennen

rino.hosennen@toggenburgmedien.ch

«Ich habe mich fast ein halbes Jahr darauf vorbereitet und trotzdem hatte ich grossen Respekt vor dem Urteil der hochkarätigen Jury. Umso mehr freue ich mich, dass ich den Prix Rotary gewonnen habe», sagt Leonie Früh, Gymnasiastin an der Kantonsschule Wattwil. Seit 2009 nimmt sie regelmässig an Musikwettbewerben teil. «Sie bringen mich weiter und geben mir ein persönliches Ziel, das mich motiviert, dranzubleiben.» Ausserdem könne sie von der Kritik und den Verbesserungsvorschlägen der Jury profitieren und sich weiterent­wickeln.

Ihren bisher grössten Erfolg feierte Früh 2015 beim Schweizer Akkordeon Wettbewerb. Die Nesslauerin trat gleich in zwei Kategorien, Melodiebass und Standardbass, an. Am Ende des Tages belegte sie in der Kategorie Standardbass den zweiten, im Melodiebass gar den ersten Rang. Für ihre Errungenschaft wurde sie beim Dorffest Nesslau von Gemeindepräsident Kilian Looser als Mitbürgerin für besondere Leistung geehrt. Dass sie ein vielversprechendes Nachwuchstalent ist, bewies die 16-Jährige auch mit dem ersten Preis beim 41. Schweizerischen Jugendmusikwettbewerb im vergangenen Jahr.

Das hat sie von der Mutter

Leonie Früh entstammt einer musikalischen Familie. Ihre Mutter, Vreni Früh, ist Musiklehrerin und unterrichtet an der Musikschule Toggenburg Akkordeon und Schwyzerörgeli. Da liegt auch die Wahl des Instruments nahe. «Schon im Kindergarten habe ich mit einem kleinen Akkordeon mit meiner Mutter mitgespielt», sagt Früh. «Ich spiele seit jeher ein chromatisches Knopfakkordeon.» Die rechte Seite ihres Instruments unterscheide sich vom Pianoakkordeon, das anstelle der Knopfgrifftastatur über eine Klaviatur verfüge. Ausserdem sei das chromatische Akkordeon gleichtönig, also bei Zug und Druck entstehe der gleiche Ton, wobei das diatonische Akkordeon wechseltönig sei. «Es ist ein sehr vielseitiges Instrument, auf dem man Musik aus so gut wie jedem Genre spielen kann. Ich mag die Abwechslung der Stücke.» So habe sie auch kein Lieblingsstück oder einen bevorzugten Komponisten.

Ihre Mutter war es auch, die ihr ersten Akkordeonunterricht erteilte. Später wurde Goran Kovacevic, ein Schweizer Akkordeonist und Komponist sowie Professor für Akkordeon und Kammermusik am Landeskonservatorium in Feldkirch, ihr Mentor. Er unterstützte die Jungakkordeonistin vor einigen Jahren bei der Vorbereitung auf den Schweizer Akkordeon Wettbewerb und sie wird seither von ihm unterrichtet.

Neben Auftritten an Musikwettbewerben ist Leonie Früh auch regelmässig als Orchestermitglied des Akkordeonorchesters Rorschach (AOR) zu hören. Aktuell bereitet sie sich auf die Schweizerischen Akkordeon Meisterschaften am 21. Mai im aargauischen Bittnau vor. Sie wird mit «Türkischer Marsch» von Wolfgang A. Mozart und dem anspruchsvollen Stück «Csárdás» von Vittorio Monti, welches sie bereits am Prix Rotary vortrug, die Jury erneut zu überzeugen versuchen. Wo der Weg für sie und ihr Akkordeon hingehen soll, weiss die Gymnasiastin noch nicht. Sie erwägt aber ein Musikstudium und eine Ausbildung zur Akkordeonlehrerin.