Teufen: Nein zum Gestaltungsplan Unteres Gremm

Im Gebiet des ehemaligen Thürerparks kann vorerst keine Überbauung realisiert werden. Der Gestaltungsplan wird an der Urne verworfen. Die Investoren sind enttäuscht.

Jesko Calderara
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Die Überbauung kann nun nicht wie geplant realisiert werden.

Die Überbauung kann nun nicht wie geplant realisiert werden.  

Die Stimmberechtigten der Gemeinde Teufen haben gestern den Gestaltungsplan «Unteres Gremm» deutlich abgelehnt. Es gab 903 Ja- und 1294 Nein-Stimmen. Die Stimmbeteiligung lag bei 48 Prozent.

Die beiden in Teufen wohnhaften Projektentwickler Peter Mettler und Rolf Schubiger nehmen in einer Medienmitteilung die Entscheidung zu der Vorlage mit grossem Bedauern zur Kenntnis. «Wir wollten mit den geplanten Miet- und Eigentumswohnungen etwas Besonderes bauen», sagt Mettler. Deshalb hätten sie einen Architekturwettbewerb mit namhaften Teilnehmern organisiert. Jetzt müssten sie nochmals von vorne anfangen, ergänzt Mettler.

75 Wohnungen waren geplant

Die Projektentwickler werden das Abstimmungsergebnis in den nächsten Wochen vertieft analysieren und alsdann die nötigen Schlüsse für das weitere Vorgehen ziehen, heisst es in der Medienmitteilung weiter. Möglich wäre gemäss den Investoren, im Unteren Gremm eine Überbauung in Regelbauweise ohne öffentliche Fusswege und Verbindungsstrasse vorzusehen.

Im Gebiet des ehemaligen Thürerparks war eine Überbauung mit insgesamt 75 Wohnungen sowie drei Tiefgaragen mit 105 Parkplätzen geplant. Der Gemeinderat befürwortete das Projekt. Gegen den Gestaltungsplan regte sich jedoch Widerstand. Vergangenen Oktober wurde das fakultative Referendum mit 240 Unterschriften ergriffen. Das Komitee kritisierte die fehlende Berücksichtigung des Behindertengleichstellungsgesetzes, den nicht ausreichend nachhaltigen Umgang mit der Energie und die Architektur. Diese entspreche nicht einer dorfgerechten Gestaltung. Auch die Wohnbaugenossenschaft AWG wehrte sich gegen den Gestaltungsplan: Eine entsprechende Einsprache ist noch beim Kanton hängig.

100 alte Bäume wurden gefällt

Das Bauvorhaben im Zentrum der Mittelländer Gemeinde stand von Anfang an unter keinem guten Stern. Die Investoren liessen im Mai 2014 mitten in der Brutzeit der Vögel rund 100 ältere Bäume auf dem Areal abholzen. Das sorgte für grossen Unmut innerhalb der Teufner Bevölkerung.