Negativserie setzt sich fort

Kirchberg kann in Näfels nicht gewinnen und verliert mit 0:1. Die Gäste agierten gegen den direkten Konkurrenten im Abstiegskampf zu harmlos.

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FUSSBALL. Die Gipfel, welche die Lintharena in Näfels so eindrucksvoll einkesseln, sind bereits weiss. Vorboten der nahenden Winterpause, in die Kirchberg als Tabellenletzter gehen wird. Die Niederlage am Sonntag gegen die Reserven von Linth 04 hat den Abstand auf den Strich nochmals grösser werden lassen, fünf Punkte beträgt er jetzt.

Limas Geniestreich

Der Fluch bleibt also bestehen. Kaum ein Spieler im Kader des FCK kann sich an den letzten Sieg in Näfels erinnern oder sagen, ob es das überhaupt einmal gegeben hat. Das Spiel am Sonntag reihte sich übergangslos ein in diese unselige Serie knapper Niederlagen. Wie schon so oft in der Hauptrolle dieser Tragödie: Leonardo De Abreu Lima. Seit Jahren ist er ein Wanderer zwischen den Ligen, scheint beim Fanionteam und den Reserven gleichzeitig zu spielen. Am Samstag bekam er in der ersten Mannschaft fünf Minuten, Lima war also frisch für neunzig Minuten. Neunzig Minuten, in denen ihn die Kirchberger Defensive weitgehend im Griff hatte, denen er aber dennoch seinen Stempel aufdrückte und die er letztlich mit einem Geniestreich entschied.

Es geschah kurz vor dem Pausenpfiff. Der starke Paladino setzte sich auf dem linken Flügel gegen drei Kirchberger Verteidiger durch und passte in die Mitte zu Lima, dieser gab dem Ball mit der Ferse die entscheidende Richtungsänderung, Kellenberger im Kirchberger Tor war ohne Abwehrchance. Es blieb bei diesem Tor. Auch zuvor und danach hatte Linth die besseren Chancen für sich, allein Lima scheiterte mehrmals frei vor Kellenberger. Kirchberg, das ohne seine Mittelfeld-Standardbesetzung mit Kuhn und Sewo auskommen musste, kam zwar insbesondere in der zweiten Halbzeit vermehrt in Strafraumnähe, liess dort aber Mut und Konsequenz vermissen. Viel zu selten sah man überraschende Laufwege, Dribblings oder Pässe. Zu berechenbar war auf Dauer das Stilmittel der langen Flanken, welche die mit Eins-Spielern aufgerüstete Verteidigung der Gastgeber meist mehr oder weniger problemlos klären konnte. Und doch: Nachdem Kirchberg in den Schlussminuten alles nach vorne warf – Goalie Kellenberger handelte sich für ein Foul am gegnerischen Strafraum noch die gelbe Karte ein –, kam sie, die Ausgleichschance. Einer der vielen Langschläge landete über Umwege an der Strafraumgrenze am Fuss von Müller, welcher jedoch die Lücke nicht fand und den Ball zum aufgerückten Brändle weiterstocherte. Dessen Schuss strich rund dreissig Zentimeter am rechten Lattenkreuz vorbei. Es war die letzte Aktion des Spiels. Erfreulich aus Kirchberger Sicht: Benjamin Nüesch feierte nach langwieriger Knieverletzung ein solides und beschwerdefreies Comeback.

Derby zum Abschluss

Zum Abschluss der Hinrunde ist am Samstag Wattwil Bunt Gast auf der Sonnmatt. Der Tabellendritte präsentierte sich zuletzt in Torlaune. Bevor das neue Trainerduo Leber/Di Bella in der Winterpause in Ruhe arbeiten kann, wartet also nochmals ein echter Kracher. (pd)

Matchtelegramm: FC Linth 04 II – FC Kirchberg I 1:0 (1:0) – Lintharena – 80 Zuschauer – Tor: 42. De Abreu Lima 1:0. Linth: Fritschi; Skorjanec, Bänz, Matosevic, Fragapane; Carrubba (82. Mohni), Bisig, Obradovic, Paladino (82. Landolt); Treveri (71. Sulimani), De Abreu Lima. Kirchberg: Kellenberger; Gähwiler, Rohner, Keller, Brändle; Schefer (46. Bouwmeester), Bürge, Nüesch (63. Sallahu), Nagel; Schönenberger, Müller. Gelbe Karten: 65. De Abreu Lima (Reklamieren), 90. Kellenberger, 90. Bisig (beide Foul) Kirchberg ohne: Schweizer, Di Bella, Dal Molin (verletzt), Kuhn (krank), Iten (Beruf), Holenstein (zweite Mannschaft), Widmer (Militär), Sewo (Ferien).