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NECKERTAL/OBERHELFENSCHWIL: Den Mut finden, überhaupt zu sprechen

In der Quartierschule lernen Migrantinnen und Migranten Deutsch. Es geht nicht darum, dass sie den Konjunktiv fehlerfrei beherrschen, sondern um die ersten, wichtigen Wörter und um Freude.
Gemeinsam werden Situationen gespielt und gesungen. Dabei werden innert kurzer Zeit über tausend deutsche Wörter gelernt. (Bild: PD)

Gemeinsam werden Situationen gespielt und gesungen. Dabei werden innert kurzer Zeit über tausend deutsche Wörter gelernt. (Bild: PD)

Gemeinsam mit Oberhelfenschwil führte die Gemeinde Neckertal erstmals eine Quartierschule durch. Im ehemaligen Primarschulhaus Necker genossen 18 neu zugezogene Einwohnerinnen zusammen mit Flüchtlingen Gastrecht in den Räumen der reformierten Kirche Unteres Neckertal. Mit dem Jugendraum, der Küche, der alten Turnhalle sowie dem ehemaligen Kindergarten herrschten gute Bedingungen. Es war Raum und auch Nähe für die kleinen Kinder und deren Eltern vorhanden.

Erstmals wurden im Neckertal vier neue Kursleiterinnen aus der Gemeinde ausgebildet, die am Schluss erfolgreich ihr Zertifikat erhielten und nun bereit sind, diese Aufgabe zukünftig selbstständig wahrzunehmen.

Eine abwechslungsreiche Schule mit Action

Wer neu Deutsch lernen will, braucht nicht sofort alle Formen des Konjunktivs fehlerfrei zu beherrschen. Viel mehr geht es darum, erste wichtige Wörter und Sätze zu lernen, mit denen man sich im Alltag verständigen kann. Vor allem aber auch den Mut zu finden, überhaupt zu sprechen. Sich bewegen, Situationen spielen, singen oder Sprüche wie «Rappen» oder «Grossmutters dritte Zähne», die verschwunden sind, all dies sorgt für Spass und Spannung. Dass dabei innert kurzer Zeit weit über tausend Wörter gelernt werden, geschieht beinahe wie von selbst. Speziell ist auch, dass alle, Teilnehmende und Kursleitende, während des Kurses andere Namen haben. Dies vereinfacht es enorm, sich zu lösen, denn man ist nicht sich selbst, sondern spielt eine andere Person. Dies ist zudem hilfreich, falls es unter den Flüchtlingen Menschen mit einem Trauma gibt. Als die Teilnehmenden aufgrund einer unvollständigen Information glaubten, der Kurs sei nach zwei Wochen zu Ende, kam Bedauern auf. Um so grösser war der Jubel, als sie erfuhren, es geht weiter. Durch das spezielle Kurskonzept begegnen sich Lernende und Vermittelnde auf Augenhöhe, wie dies in der Erwachsenenbildung absolut unabdinglich ist. Interessant ist auch dann zu erfahren, welche Berufe und welche Stellung die Menschen in ihren Herkunftsländern innehatten. Und da hat es viele darunter, die sehr viel mitbringen und – wenn sie die deutsche Sprache beherrschen – wertvoll sein werden. Dass sie dies wollen, war an ihrem Eifer unübersehbar festzustellen. (pd/lim)

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