Neckertaler Schulen prüfen Fusion

Die fünf Teilprojektgruppen der «Schulen im Neckertal» informierten an einer Behördenkonferenz über die bisher ausgearbeiteten Details in den einzelnen Projektgruppen. Bis September sollten die Abklärungen einer Fusion der beteiligten Schulträger abgeschlossen sein.

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neckertal. Die Schulträger Primarschulgemeinde Dicken, Primarschulgemeinde St. Peterzell, Oberstufenschulgemeinde Oberes Neckertal und Gemeinde Schönengrund mit dem Zweckverband Primarschule Schönengrund-Wald treiben das Detailprojekt «Schulen im Neckertal» voran. An einer Konferenz, zu der alle Mitglieder der Schul- und Gemeinderäte der Schulträger sowie die Gemeindepräsidentinnen und -präsidenten von Schönengrund, Neckertal und Hemberg eingeladen waren, informierte das Projekt-Team über den Zwischenstand. Projektauftrag ist die Vor- und Nachteile der heutigen Schulorganisation und einer Fusion zu analysieren, eine mögliche Aufbauorganisation für eine fusionierte Schulgemeinde zu erstellen und eine Variante den Stimmbürgern vorzulegen. Bis September sollen die Detailarbeiten abgeschlossen sein. Aufgrund dieser Analyse wird das Projekt-Team eine Variante wählen und die Räte zu einer Vernehmlassung einladen. Öffentliche Informations-Veranstaltungen sind im November 2011 und Januar 2012 geplant. Die Grundsatzabstimmungen werden im Frühling 2012 stattfinden.

Fünf Teilprojekte

René Hüppi, Schulratspräsident des Zweckverbandes Primarschule Schönengrund-Wald, leitet die Teilprojektgruppe «AR – SG», in der die rechtlichen Möglichkeiten für eine Integration der Ausserrhoder Gemeinde Schönengrund in eine fusionierte Gesamtschulgemeinde abgeklärt werden. Ziel ist, dass alle Einwohnerinnen und Einwohner, unabhängig von der Kantonszugehörigkeit, die gleichen Rechte und Pflichten haben. Ein entsprechender Staatsvertrags-Entwurf liegt beim Kanton St. Gallen zur Beurteilung auf. Andreas Forrer, Schulratspräsident der Oberstufe Oberes Neckertal, leitet die Teilprojektgruppe, die die Themen Schulsozialarbeit, Tagesstrukturen und Elternmitwirkung bearbeitet. Markus Künzler, Schulleiter des Zweckverbandes Primarschule Schönengrund-Wald, stellte die dritte Teilprojektgruppe vor, in welcher der Schulbetrieb auf Stufe der Primarschule untersucht wird. Er hielt fest, dass die Klassenorganisation nicht grundsätzlich verändert werden soll. Die Schulkinder sollen weiter dort zur Schule gehen können, wo sie jetzt sind. Voraussetzung dafür ist, dass die Schülerzahlen den Weiterbestand der jetzigen Organisation zulassen. Chancen würde ein Zusammenschluss für den schulhausübergreifenden Austausch der Lehrpersonen und Schulleiter bringen und Schulprojekte könnten über mehrere Schulhäuser realisiert werden. In der Gruppe Finanzen erläuterte der teilprojektleitende Werner Raschle die möglichen Kantonsbeiträge. Die Schulden der vier Schulgemeinden betragen rund vier Mio. Franken. Entschuldungsbeiträge könnten die Last deutlich verringern. Beiträge an die Projektkosten, Beiträge für fusionsbedingten Mehraufwand und Startbeiträge runden die Förderung des Kantons ab. Einsparungen sind in der jetzigen Organisation fast keine realisierbar.

Vorteile einer Vereinigung

Der Steuerbedarf würde nach einem noch zu definierenden Verteilschlüssel auf die Politischen Gemeinden Schönengrund, Hemberg und Neckertal aufgeteilt. Hedy Hauser, Schulrätin der Oberstufe Oberes Neckertal, führt die fünfte Teilprojektgruppe Organisation und zeigte die Auswirkungen einer Fusion auf: Statt 21 Schulräte gäbe es noch 7. Statt 16 GPK-Mitglieder bräuchte es nur 5. Die drei Sekretariate würden möglicherweise zusammengelegt. Bei der Organisation der Schulleitungen, Hauswarte und des Schülertransportes gäbe es kaum Veränderungen. In der Diskussionsrunde kam die Angst auf, dass bei einer Fusion Schulstandorte geschlossen würden. In erster Linie sind die Schülerzahlen massgebend, ob ein Standort seine Berechtigung behält. Das Strategiepapier der Gemeinde Neckertal sieht die Beibehaltung der jetzigen Schulstandorte vor. (pd)

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