Neckertal plant mit kleinem Defizit

BRUNNADERN. Das Budget der Gemeinde Neckertal weist für 2016 einen Verlust von 21 000 Franken aus. Zudem beantragte der Gemeinderat an der Bürgerversammlung von Donnerstagabend die Erhöhung der Feuerwehrabgabe auf 30 Prozent.

Urs M. Hemm
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Die Neckertaler Stimmbürger entsprachen allen Anträgen des Gemeinderates mit Gemeindepräsidentin Vreni Wild praktisch ohne Gegenstimmen. (Bild: Urs M. Hemm)

Die Neckertaler Stimmbürger entsprachen allen Anträgen des Gemeinderates mit Gemeindepräsidentin Vreni Wild praktisch ohne Gegenstimmen. (Bild: Urs M. Hemm)

In ihren einführenden Worten hielt Gemeindepräsidentin Vreni Wild fest, dass die Infrastruktur der Gemeinde wieder auf Vordermann gebracht worden sei: Das Alters- und Pflegeheim Brunnadern – das Haus am Necker – ist fertiggestellt, im alten Gemeindehaus in St. Peterzell konnte eine Gemeinschaftspraxis eröffnet werden, und das neue Gemeindehaus in Mogelsberg wird auch bald fertiggestellt sein. «Auch wir wurden vom Entscheid der Raiffeisen, ihre Filiale in Mogelsberg zu schliessen, überrascht. In Zusammenarbeit mit der Raiffeisen haben wir daraufhin entschieden, dass der Standort des Bancomaten das Gemeindehaus sein wird.» Der Stand der Bauarbeiten erlaube es, diesen gemäss allen Sicherheitsvorschriften einzubauen, teilte Wild den 89 Anwesenden der Aula des Schulhauses Haselacker mit.

Neuer Rüstwagen für Feuerwehr

Der Voranschlag 2016 sieht bei einem Gesamtaufwand von rund 24,8 Millionen Franken einen Verlust in der Höhe von 21 000 Franken vor, die dem Eigenkapital belastet werden sollen. Bei den geplanten Aufwendungen bemerkenswert ist die Ersatzbeschaffung eines Rüstwagens für die Feuerwehr Neckertal. Für diesen Kauf sind in der Investitionsrechnung 237 500 Franken vorgesehen. Die Ausschreibung für das Fahrzeug erfolgte zusammen mit der Feuerwehr Wattwil/Lichtensteig, die ebenfalls einen Rüstwagen ersetzen müssen. «Bei einer gleichzeitigen Beschaffung von zwei Fahrzeugen erhoffen wir uns, dass wir von einem zusätzlichen Rabatt profitieren können», sagte Vreni Wild.

Ein weiteres, kostenintensives Vorhaben ist der Einbau eines neuen Belags in die Neckertalerstrasse für 340 000 Franken. Sie führt von Necker nach Mogelsberg. Zudem soll der Langwiswaldbach mit einer umfassenden Bachöffnung saniert werden. Nach Abzug der Subventionen von Bund und Kanton und abzüglich des Anteils des Kantons, den er für den Bachdurchlass unter der Kantonshauptstrasse zu leisten hat, werden der Gemeindekasse noch 147 000 Franken belastet.

Mit dem Buchgewinn von voraussichtlich 441 000 Franken aus dem Verkauf der Liegenschaft Aesch sollen zusätzliche Abschreibungen getätigt werden.

Jugendarbeit wird ausgelagert

Die Jugendarbeit im Neckertal hatte letzthin mit Problemen zu kämpfen. «Daher haben die Gemeinden im Neckertal beschlossen, diese komplett neu aufzubauen», sagte Vreni Wild. Dazu wird ein Leistungsauftrag an die in der Jugendarbeit tätige Mojuga AG erteilt. Diese Firma wird ab 2016 eine aktive, aufsuchende Jugendarbeit im Neckertal aufbauen. Zumindest zeitweise soll auch der Jugendtreff Rondo in Brunnadern wieder betrieben werden. Die Leisten der Mojuga AG kosten für 2016 etwa 150 000 Franken. Nach Abzug der Beteiligungen der anderen Gemeinden hat die Gemeinde Neckertal noch rund 90 000 Franken pro Jahr zu bezahlen.

Für den Betrieb der Schule Oberes Neckertal sowie der Schule Neckertal sind Ausgaben von rund 11 Millionen Franken budgetiert. Darüber hinaus beteiligt sich die Gemeinde mit 37 000 Franken am zweijährigen Pilotprojekt «Schulergänzende Angebote» von den Schulen im oberen Neckertal. Angeboten werden insbesondere ein betreuter Mittagstisch sowie die Betreuung der Kinder am Nachmittag.

Feuerwehrabgabe erhöht

Der Steuerfuss bleibt unverändert bei 145 Prozent. Hingegen soll die Feuerwehrabgabe um zehn Prozentpunkte, von 20 auf 30 Prozent der einfachen Steuer erhöht werden. Dies, weil in den kommenden Jahren weitere, kostenintensive Beschaffungen notwendig werden. Die Stimmbürger entsprachen allen Anträgen des Gemeinderates Neckertal mit nur wenigen Gegenstimmen und Enthaltungen.