NECKERTAL: «Gesundes Wachstum im Kerngeschäft»

Die kleinste Raiffeisenbank im Toggenburg ist auf Kurs, wie Verwaltungsratspräsident Kurt Knaus und Bankleiter Christian Okle an der Generalversammlung aufzeigten.

Peter Jenni
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Peter Jenni

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«Erneut konnten wir ein gutes Jahresergebnis erzielen», so steht es in der Einladung zur Generalversammlung der Raiffeisenbank Neckertal. Davon konnten Verwaltungsratspräsident (VR) Kurt Knaus und Christian Okle, Vorsitzender der Bankleitung (BL), auch die Mitglieder in der Mehrzweckhalle St. Peterzell überzeugen. Bei den Abstimmungen gab es weder Nein-Stimmen noch Enthaltungen. Bevor die beiden jedoch mit Fakten und Zahlen aufwarten konnten, begeisterte das Goofe-Chörli Gonten die Anwesenden mit einheimischen Liedern und Erzählungen. Nach seiner Begrüssung ging Kurt Knaus zuerst auf die Wirtschaftslage im Berichtsjahr ein, das mit der Wahl von Donald Trump, den vielen Eskalationen auf der Welt und der restriktiven Geldpolitik der USA nicht besonders gut begonnen habe. Ein sehr gutes Jahr hingegen sei den Aktien beschert worden, die sich nur nach oben bewegt hätten. Positiv habe sich auch die Abschwächung des Frankens gegenüber dem Euro ausgewirkt. An der Zinsfront werde sich trotz drei moderaten Zinserhöhungen der US-Notenbank nicht viel ändern. Zum Thema Pierin Vincenz und die unlauteren Machenschaften in der obersten Etage von Raiffeisen Schweiz betonte Kurt Knaus: Auch wenn der Rücktritt des VR-Präsidenten zu einer Beruhigung beigetragen habe, seien dennoch Vertrauensverlust und Reputationsschaden die Folge.

Von einer Umwandlung der über 250 genossenschaftlich organisierten Raiffeisenbanken in Aktiengesellschaften will er gar nichts wissen, da sich dadurch die Unternehmenskultur stark verändern würde. Eine markante Veränderung habe sich im Neckertal durch die Schliessung der Geschäftsstellen Brunnadern und Hemberg ergeben, dies als Folge des Rückgangs der Bankgeschäfte am Schalter. Als Ersatz seien neue Bankomaten vorgesehen, an denen Ein- und Auszahlungen sowohl in Franken als auch Euro getätigt werden könnten. Schliesslich erwähnte Kurt Knaus den Umbau der «Krone» Hemberg, wo drei komfortable Wohnungen entstehen.

Grosses Vertrauen in die Bank

Die Zahlen von Bankleiter Christian Okle, der mit einem Film zum Bausparplan aufwartete, zeigen eindrücklich, dass die Raiffeisenbank Neckertal bei der Kundschaft grosses Vertrauen geniesst. Mit knapp 289 Millionen Franken legte die Bilanzsumme um gut 5,8 Millionen oder 2,1 Prozent zu. Wichtigste Ertragsquelle bildet nach wie vor das Zinsgeschäft, mit netto knapp 3,5 Millionen, dies trotz eines Rückgangs um 0,9 Prozent. Mit einem Wachstum von 3,1 Prozent auf 233,9 Millionen konnte die Bank ihre starke Position im Hypothekargeschäft erfolgreich behaupten. Mit den um 2,5 Prozent auf 254,7 Millionen gestiegenen Kundeneinlagen konnte der Zuwachs an Ausleihungen gedeckt werden. Stark zugenommen hat das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft, um 26,3 Prozent auf 217367 Franken. Der Jahresgewinn nach Steuern stieg um 1,8 Prozent auf 506364 Franken. Davon gehen 464799 Franken an die gesetzliche Gewinnreserve. Das Genossenschaftskapital wird mit 6 Prozent verzinst, was 41565 Franken ausmacht. Zum Schluss seines Berichts bedankte sich Christian Okle, wie das zuvor schon Kurt Knaus getan hatte, bei allen Beteiligten, wobei der grösste Dank den Mitgliedern gehöre.

Zum Schluss, bevor die Anwesenden zum Nachtessen in den verschiedenen Dörfern eingeladen waren, standen noch Ehrungen an, wobei alle ein Präsent erhielten: VR-Präsident Kurt Knaus (25 Jahre), Bankleiter Christian Okle und Mitarbeiterin Adelheid Steiner (25), Ruben Temprara, Mitglied der Bankleitung (20) und Mitarbeiterin Carmen Koster-Signer (10). Dazu erklärte VR-Vizepräsident Karl Egli, dass sich auf der Bühne im Moment 157 Jahre Berufserfahrung bei Raiffeisen aufhalten.