NECKERTAL: Ein bescheidenes Jahr - gefestet wird trotzdem

Das Saison-End-Fest des Motorradrennsportteams Hehli fand dieses Wochenende statt. Man ist trotz einiger Zwischenfälle und Verletzungen in der vergangenen Saison motiviert für das kommende Jahr.

Michael Hug
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Armin Hehli, Teamchef, Stephan Züger, Supermoto-Fahrer, Rico Beglé, Mechaniker und Randy Götzl (von links) an der Saison-End-Feier in der Lastwagenhalle in der Aachsäge. (Bild: Michael Hug)

Armin Hehli, Teamchef, Stephan Züger, Supermoto-Fahrer, Rico Beglé, Mechaniker und Randy Götzl (von links) an der Saison-End-Feier in der Lastwagenhalle in der Aachsäge. (Bild: Michael Hug)

Es sei das bescheidenste Jahr gewesen für sein Team seit je, sagt Armin Hehli: «Ich mache das jetzt zwanzig Jahre, aber dieses Jahr war das schwierigste und schlechteste.» Noch im letzten Jahr sei man Vize-SchweizerMeister im Supermoto Prestige gewesen, und nun das. Eine Verletzung im Training zum letzten Rennen der Saison – nachdem eben diese schon ziemlich verkorkst war. Und dann noch die Zwischen – und Todesfälle im Rennsport-Zirkus, auch sie hätten auf die Stimmung geschlagen, und zwar bei allen. Doch nun sei das Vergangenheit, man versuche zu vergessen und vorwärts zu schauen: «Wir sind total motiviert auf die Saison 2018!»

Doch nun wird erst mal gehörig gefeiert. Mit dem ganzen Team, mit Freunden, Sponsoren, mit allen, die sich irgendwie zugehörig fühlen zum Neckertaler Motorradrennsportteam Hehli. Am Saison-End-Fest, dem 10. bereits, in einer Lastwagenhalle in der Aachsäge, wo auch das Hehli-Team seinen Sitz hat. An einem Ort, an dem man ganz gewiss niemanden stört, weil es nämlich niemanden gibt, der sich da gestört fühlen könnte, ausser ein paar Füchse und Rehe und die Jungforellen in der Aach. Genau da geht die Party ab. Und wie. «Sierra Madre su» spielt die Band Seerugge Fäger auf der Bühne, und alle stehen auf Tischen und Bänken und singen mit und strecken brennende Feuerzeuge und halbleere Bierflaschen in die Höhe. Draussen wartet das Promille-Taxi vergebens, weil einfach noch niemand nach Hause gefahren werden will.

Um Mitternacht geht man nicht heim. Schon gar nicht, da es jetzt erst so richtig losgeht. Vollgas. Wie passend zum Kontext, es ist ja ein Motorrad-Renn-Team, um das es hier geht. Um Vollgas, röhrende Motoren, Benzindämpfe, Lederkluft, heisse Girls. Armin Hehli, Jubilar und Teamchef, selber immer noch aktiv und die Saison bei den Schweizer Senioren auf Platz 6 abgeschlossen, zeigt stolz seine Rennmaschinen vom Typ Kawasaki. Die Nummer 15, seine Maschine, die 66 seines zweiten Schützlings und einstigen Schweizermeisters in der Rookie-Klasse Stephan ­Züger (2017 Rang 11 in der Klasse Supermoto Prestige) und die 93 von Randy Götzl, dem entthronten Vize-Schweizer Meister und Pechvogel des Teams. Der noch eine ganze Weile an Krücken geht, aber trotz allem ­ wieder lacht und mitgeht in der Party. Und am Sonntag ist ein neuer Tag und nächstes Jahr eine neue Saison. Dann gibt’s wieder: Vollgas!