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NECKER: Künstler brauchen einen Lohn

Am Oberstufenzentrum Neckertal kamen alle Schülerinnen und Schüler am Montag in den Genuss von spannend verpackten Informationen. Es ging um das Urheberrecht. Rapper Greis war zu Gast.
Cecilia Hess-Lombriser
«Willkomme im OZ Necker» rappen Greis und die Schülerinnen und Schüler am Schluss gemeinsam. (Bilder: Cecilia Hess-Lombriser)

«Willkomme im OZ Necker» rappen Greis und die Schülerinnen und Schüler am Schluss gemeinsam. (Bilder: Cecilia Hess-Lombriser)

Cecilia Hess-Lombriser

redaktion@toggenburgmedien.ch

Künstler leben auch vom Applaus, aber in erster Linie von einem Lohn. Und der Lohn wird ihnen teilweise verwehrt, wenn Musik gratis aus dem Internet heruntergeladen wird. Verboten ist zudem das Verbreiten von runtergeladener Musik, wenn es über den Familien- und engen Freundeskreis hinausgeht. Rund um dieses Thema informierten am Montagnachmittag Erika Weibel von der Suisa, der Schweizer Genossenschaft der Urheber und Verleger von Musik, und als betroffener Künstler Grégoire Vuilleumier, bekannt als Rapper Greis. «respect©opyright» ist eine Schulveranstaltung zum Thema Urheberrecht mit diversen Künstlern. Dahinter stehen die fünf Verwertungsgesellschaften Pro Litteris, Société Suisse des Auteurs, Suisa, Suissimage und Swissperform.

So unbekümmert, wie die Schülerinnen und Schüler in die Aula strömten, sind sie manchmal auch im Internet unterwegs. Gewisse Regeln kennen sie, andere nicht, das kam im Verlauf der Informationsveranstaltung zum Ausdruck. Erika Weibel erklärte den Jugendlichen, was ein Urheberrecht ist, machte bewusst, wie die Künstler zu ihrem Lohn kommen und wer darüber entscheidet, welche Werke – ob als Musik, Literatur oder Film – auch in Zukunft noch zu hören, zu lesen oder zu sehen sind. Denn: «Es geht um Kunst und um ihre Bewahrung.» Und am Schluss gab es einen gemeinsam produzierten Rap. Weil der Berner Rapper Greis den Text im einheimischen Dialekt aufschreiben wollte, kamen dann die meisten Ideen doch von ihm selber. Ausserdem ist das Rappen sein tägliches Brot. Das Resultat war auf jeden Fall lustig. Es galt die Regel: Nicht lange nachdenken, einfach Ideen reinwerfen. Ganz am Anfang präsentierte sich Greis mit dem Rap «Vo niene» und mit «Die Strass, won i dran wohne», einem Cover von Mani Matters Lied mit zusätzlichen Strophen.

Die Künstler müssen leben können

Dann ging es zum Stoff, den Jugendliche, die täglich im Netz unterwegs sind, beherzigen sollten. «Hättet ihr die Songs von Greis jetzt aufnehmen dürfen, um sie nachher zu verbreiten?», fragte Erika Weibel die rund 80 Schülerinnen und Schüler vor sich. Nein, natürlich nicht. Greis hat das Eigentumsrecht darauf und nur er entscheidet, was damit passiert und zu welchen Bedingungen. Dass dieses Recht noch 70 Jahre nach dem Tod eines Künstlers erhalten bleibt, erstaunte die Jugendlichen. Ein kleiner Wettbewerb zwischendurch, wo zeitgenössische Persönlichkeiten aus den Bereichen darstellende Kunst, Theater und Literatur gefragt waren, zeigte, dass die Interessen der Jugendlichen eher woanders angesiedelt sind. Die Kunst sei überall, sagte die Kommunikationsfrau von Suisa, und deshalb müssten die Künstler auch davon leben können. Greis erzählte, dass Texten und Komponieren harte Arbeit ist, die erst Geld einbringt, wenn er damit Konzerte geben, CDs und allenfalls Fan-Artikel wie T-Shirts verkaufen kann, und auch, wenn für die heruntergeladene Musik bezahlt wird. «Alle helfen, weitere Kunstprojekte zu finanzieren, wenn sie für die konsumierte Kunst auch bezahlen», machte er bewusst.

Im Zweifelsfalle fragen und nachschauen

In der Schweiz ist es gestattet, Musik gratis herunterzuladen, allerdings nur für die private Benutzung. Die Verbreitung ist nur im engsten Familien- und Freundeskreis gestattet. Wer Dutzende von Kontakten hat und die Musik oder Texte an alle versendet, macht sich strafbar. «Im Zweifelsfalle solltet ihr den Künstler, die Künstlerin, den Verlag oder das Management anfragen», riet Erika Weibel. Für wenig Geld gebe es gute Qualität zu kaufen. Gratis-Downloads seien vielfach von schlechter Qualität. Auf der Website www.respectcopyright.ch gibt es eine Reihe von Fragen, die im Zusammen mit dem Urheberrecht beantwortet werden. Ein Beispiel: «Darf ich Musik auf einer CD in eine MP3-Datei umwandeln, um die Musik anschliessend über einen MP3-Player oder ein Smartphone anzuhören? Ja, dies ist in der Schweiz zulässig. Dafür werden die MP3-Player und Smartphones mit einer Vergütung belastet werden, welche über Verwertungsgesellschaften an die Berechtigten verteilt wird.» «Ich bin überzeugt, dass die Informationen zum Urheberrecht haften bleiben, weil sie mit einem Erlebnis gekoppelt waren», sagte Schulleiter Werner Höller nach dem fertig produzierten und gesungenen OZ-Rap. Da die Erlaubnis dafür nicht eingeholt worden ist – das Urheberrecht haben die Oberstufenschülerinnen und -schüler von Greis übertragen erhalten –, wird auf eine Veröffentlichung verzichtet.

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