Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

NATURSCHUTZ: Nischen für Zwei- und Vierbeiner

Der Garten von Elisabeth und Werner Frischknecht liegt mitten in Herisau. Abgeschirmt von hohen Häusern tut sich hier eine Oase für Tiere und Pflanzen auf.
Karin Erni
Die Nistkästen hat Elisabeth Frischknecht für höhlenbrütende Vögel aufgehängt. (Bild: KER)

Die Nistkästen hat Elisabeth Frischknecht für höhlenbrütende Vögel aufgehängt. (Bild: KER)

Karin Erni

karin.erni@appenzellerzeitung.ch

Als sie das Haus im Herisauer «Sonnenhof» bezogen hätten, sei der grosse Garten arg vernachlässigt gewesen, erzählt Elisabeth Frischknecht. Ausser ein paar Bäumen und einem betonierten Goldfischteich sei nicht viel vorhanden gewesen. Letzteren habe sie in einen Sandkasten für die damals noch kleinen Kinder umgewandelt. Der Plan, daneben einen Gemüsegarten anzulegen, wollte indes nicht recht gelingen. Die schattenspendenden Bäume, die im Sommer für ein angenehmes Klima sorgten, waren auch ein Eldorado für die Schnecken. Sie machten sich über die frisch gepflanzten Setzlinge her. Weil sie keine Schneckenkörner verwenden wollte, habe sie auf mehrjährige Blütenstauden umgestellt, erzählt Elisabeth Frischknecht. «Denen können die Schnecken nichts anhaben.» Gemeinsam mit einer Gartenarchitektin hat sie bei den hohen Bäumen eine Art Waldrand nachgebildet und einheimische beerentragende Büsche wie Schneeball, Holder oder Liguster gepflanzt. Diese bieten verschiedenen Tierarten Nahrung. In einer Ecke liegen Asthaufen, die bei der Gartenpflege angefallen sind. «Hier nisten sich immer wieder Tiere ein.» Igel sehe sie regelmässig, sie vermutet aber auch andere Bewohner.

Auch eine gewisse Ordnung muss sein

Das notwendige Gartenwissen hat sich Elisabeth Frischknecht schon vor über 30 Jahren mit Biogarten- und Kompostkursen angeeignet. Ihr Garten stellt einen Kompromiss aus Wildheit und Ordnung dar. Um den Sitzplatz einladend zu gestalten, wurden Eiben und Buchsbäume in Form geschnitten. «Auch Jäten muss sein, damit die gesetzten Pflanzen nicht überwuchert werden. Sie jätet jeweils auch im Herbst. Danach deckt sie die Erde wieder mit Kompost zu. Das Herbstlaub bleibt bis im Frühling liegen, ­damit der Boden und die Bodenlebewesen geschützt sind. Derzeit spriessen bereits die Früh­blüher wie Schneeglöckchen, Krokusse, Winterlinge oder Traubenhyazinthen. Sie bieten den ersten ausfliegenden Bienen und anderen Insekten willkommene Nahrung.

Aktiver Vogelschutz im Dorf

Trotz des späten Schneeeinbruchs finden die Vögel noch genug Nahrung unter den grossen Ästen und im Komposthaufen. Höhlenbrüter wie Blaumeise oder Kleiber haben heutzutage aber Mühe, geeignete Höhlen zum Nisten zu finden. Ein aufgehängter Nistkasten dient den Vögeln im Winter auch als willkommener Übernachtungsplatz. Im Garten der Familie Frischknecht gibt es mehrere solcher Kästen. «Den ersten hat unser Sohn in der Schule selber hergestellt. Wir haben ihn natürlich sofort aufgehängt.»

Es gebe Jahre, in denen sich seltenere Vogelarten im Garten beobachten lassen, in anderen Jahren blieben sie dagegen aus. Meisen habe sie jedes Jahr, diese nähmen die Nistkästen besonders gerne an. Unter dem Dach des Hauses ziehen Mauersegler ihre Jungen auf, weiss Elisabeth Frischknecht. Ein aus dem Nest gefallenes Jungtier habe sie einst sogar von Hand aufgepäppelt.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.