Naturpark gleich Steuergeschenke?

Zur Abstimmung um den Naturpark Neckertal

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Über den Naturpark Neckertal wird in eineinhalb Wochen abgestimmt. (Bild: pd)

Über den Naturpark Neckertal wird in eineinhalb Wochen abgestimmt. (Bild: pd)

Die Befürworter des Naturparks Neckertal heben immer wieder die zu erwartende positive Entwicklung in einem Naturpark hervor. Unter einer positiven Entwicklung wird ja wohl auch eine positive Entwicklung der Steuerbelastung des einzelnen Bürgers zu verstehen sein. Was gibt es da Einfacheres, als die Entwicklung der Steuerfüsse im Naturpark Unesco Biosphäre Entlebuch, der seit 2008 besteht, zu betrachten. Auf der Internetseite des Kantons Luzern findet man die nötigen Angaben. In fünf von sieben Parkgemeinden wurden die Steuern seit 2010 um bis zu 10 Prozent angehoben, bei zwei blieben sie konstant. An den Park angrenzende Gemeinden konnten ihre Steuerbelastung teilweise senken, eine um fast 10 Prozent. Das Fazit aus dieser Betrachtung ist: Nach der ersten Euphorie kam die Ernüchterung. Nun, liebe Stimmbürger, können Sie getrost ein Nein zum Naturpark in die Urne legen, denn hier gilt nicht einmal «Nötzt's nünt, schad's nünt», sondern eher «Nötzt nünt, choschtet no».

Hans Meier, Berg, 9633 Hemberg

Weitsicht, Durchblick, Kieswerk Nassen

Auch ich habe als Antwort auf meinen Leserbrief von Herrn Meier eine Karte erhalten. Darauf fragt er sich, wie viel Konfitüre wohl eine Produzentin verkaufen muss, um die Kosten für den Naturpark aufzuwiegen. Darauf gibt es durchaus eine Antwort. Alles, so auch jedes Unternehmen, hat einmal klein angefangen. Wer hätte gedacht, dass aus der kleinen Firma in einer amerikanischen Garage die Firma Apple entsteht oder die Firma Microsoft ihren Ursprung im Zimmer von Bill Gates hatte?

Ganz so gross müssen wir nicht unbedingt werden. Doch überall dauert es in der Regel eine gewisse Zeit, bis Investitionen zu rentieren beginnen und eine Bewegung je länger, je mehr an Breite gewinnt. Viele Produzentinnen und Anbieter haben bereits ihre Chancen erkannt, es werden also nicht nur Konfitüren verkauft. Obwohl wir noch nicht «Naturpark» sind, sind wir dank dem äusserst engagierten Team und vielen innovativen Leuten bereits erstaunlich weit gekommen, es wurde auch schon einiges an Einkommen erzielt. Geld, das hier versteuert und auch wieder ausgegeben wird.

Jede Wanderung beginnt mit ersten Schritten. Manchmal ist das Ziel näher, manchmal weiter. Wer sich jedoch nicht auf den Weg macht, bleibt stehen, wird nie ein Ziel erreichen und vergessen. Wir haben Schätze, die mittelfristig einen unschätzbaren Wert darstellen: sauberes Wasser und eine wunderschöne Landschaft, in der zu leben ein Privileg darstellt. In den Dörfern gibt es Liegenschaften, die neue Bewohner suchen und dringend renoviert werden müssen. Wir müssen unbedingt dafür werben, und das kostet. Dies nur ein Beispiel. Wer Chancen erkennt, zeigt damit, dass Weitsichtigkeit für ihn nicht einfach nur eine Augenkrankheit darstellt.

Und nun zum Thema Durchblick. In seinem Leserbrief schreib Ruedi Lieberherr, dass der Managementplan des Naturparks vorsieht, dass das Kieswerk Nassen geschlossen werden würde. Bitte sehen Sie selbst nach, die Behauptung ist vollkommen aus dem Zusammenhang gerissen. Im selben Satz ist nämlich auch die SOB und sind die Starkstromleitungen erwähnt. Eigentlich hätte er nun behaupten müssen, der Naturpark würde auch die SOB stilllegen und die Stromleitungen abbrechen wollen, doch dann hätte vermutlich die schreckhafteste Seele sofort durchschaut, wie absurd und unsinnig diese Behauptung ist. Der Naturpark kann unmöglich so etwas veranlassen und will es auch nicht.

Liebe Stimmbürgerinnen und Stimmbürger, behalten Sie den Durchblick, lassen Sie sich nicht verängstigen und beweisen Sie Weitsicht: Mit einem Ja zum Naturpark Neckertal.

Peter Bünzli, Bitzistrasse 23, 9125 Brunnadern