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NATUR: Im Garten Gutes tun

Unsere Landschaft wird intensiv genutzt. Wildtiere und -pflanzen verlieren dadurch den Lebensraum. Was Gartenbesitzer konkret für die Umwelt tun können, will eine Artikelserie aufzeigen.
Karin Erni
Andres Scholl, Leiter Fachstelle Natur und Landschaft, mit dem guten Beispiel eines Wildbienenhauses beim Spital Herisau. (Bild: KER)

Andres Scholl, Leiter Fachstelle Natur und Landschaft, mit dem guten Beispiel eines Wildbienenhauses beim Spital Herisau. (Bild: KER)

Karin Erni

karin.erni@appenzellerzeitung.ch

Die beunruhigenden Meldungen häufen sich: Das Klima erwärmt sich, die Anzahl der Insekten nimmt weltweit drastisch ab, das Artensterben schreitet voran. Ursache sind meist Eingriffe des Menschen in die Natur. Viele Leute fragen sich, wie sie selbst einen Beitrag leisten können, um diese Entwicklung aufzuhalten. Die Lösung liege oft vor der eigenen Haustür, sagt Andres Scholl, Leiter Fachstelle Natur und Landschaft im Ausserrhoder Amt für Raum und Wald. «Der eigene Garten hat ein grosses ökologisches Potenzial.» Die Schweizer Landwirtschaft ist sehr intensiv. Häufiges Düngen und Mähen der Wiesen wirkt sich bekanntermassen negativ auf die Artenvielfalt aus. Das ist für jedermann sichtbar, es gibt hierzulande kaum noch Blumen in den Wiesen. Stirbt eine Pflanze aus, von der sich eine bestimmte Insektenart vorwiegend ernährt, ist diese in ihrem Bestand gefährdet. Davon sind nicht nur Honigbienen betroffen, sondern viele Insekten und letztlich auch die Vögel und andere Tiere, denen sie als Nahrung dienen.

Den Garten ganzheitlich betrachten

Schon länger ist bekannt, dass der menschliche Siedlungsraum für Tiere und Pflanzen unter bestimmten Umständen wertvolle Nischen bieten kann. Es sei aber nicht damit getan, beim Grossverteiler ein fertiges Wildbienenhaus oder ein luxuriöses Futterhaus für Vögel zu kaufen, sagt Andres Scholl. «Es braucht die gesamte Nahrungskette.» Diese fängt bei den Kleinstlebewesen an. So bildet ein Komposthaufen eine Grundlage für viele Tiere wie Würmer und Käfer. Diese wiederum sind die Nahrung für Vögel oder Igel. Ebenfalls sollte man vermehrt Pflanzen wachsen lassen, die Blüten und Beeren haben. Alte Bäume bieten eine willkommene Nistgelegenheit für viele Vogelarten.

«Ein vom Mähroboter kurz geschorener Rasen mit einer Thujahecke drumherum oder eine mit Plastik abgedichtete Steinwüste sind lebensfeindlich. Auch für den Menschen ist der Erlebnis- und Erholungswert eines natürlichen Gartens grösser», sagt Scholl. Libellen oder Schmetterlinge beobachten, sei nicht nur für Kinder faszinierend und könne der zunehmenden Naturentfremdung entgegenwirken. Unordnung werde oft mit Faulheit assoziiert, hier müsse ein Umdenken stattfinden, so Scholl. «Man kann einen naturnahen Garten so strukturieren, dass auf einem gemähten Platz Kinder spielen können, aber in einer Ecke Brennnesseln wachsen lassen, damit Raupen Nahrung finden».

Dafür muss nicht gleich mit dem Bagger im Garten aufgefahren werden. Schon kleine Eingriffe können viel bewirken. Ein bestehender Garten darf ruhig langsam und Stück für Stück natürlicher werden. So kann sich der Gartenbesitzer über jede einzelne Entwicklungsstufe neu freuen.

Wie solche Massnahmen konkret aussehen können, zeigen wir in einer Artikelserie auf. Jahreszeitlich werden passende Möglichkeiten aufgezeigt, wie der eigene Garten mit wenig Aufwand in ein kleines Paradies verwandelt werden kann.

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