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Welche Rolle spielt Stefan Millius bei den Ausserrhoder Wahlen?
Seine Empfehlung für SVP-Nationalrat David Zuberbühler macht stutzig

Das Online-Portal «Die Ostschweiz» fällt durch Pro-Zuberbühler- und Anti-Abderhalden-Texte auf. Autor Stefan Millius arbeitete 2015 für das Wahlkampfteam des SVP-Politikers. Ob er es auch heuer tut, sagt Zuberbühler nicht.
David Scarano
Stefan Millius ist als Politberater tätig und Mitinhaber der Insomnia GmbH. (Bild: Michel Canonica)

Stefan Millius ist als Politberater tätig und Mitinhaber der Insomnia GmbH. (Bild: Michel Canonica)

Die Ausserrhoder Parteien machen es in diesem Nationalratswahlkampf spannend. Zuerst spannte die FDP mit der verzögerten Nomination ihrer Kandidatin Jennifer Abderhalden die Wählerinnen und Wähler wochenlang auf die Folter. Nun ist ein Krimi rund um das Wahlkampfteam des wiederantretenden SVP-Nationalrats David Zuberbühler entstanden.

Kürzlich ist auf dem Onlineportal «Die Ostschweiz» ein Leitartikel erschienen, der sich für die Wiederwahl von David Zuberbühler ausspricht. Der Text zeichnet ein zum Teil fast schon rührendes Bild des SVP-Politikers, weil es unter anderem die FDP gewagt hat, ihm eine Gegenkandidatin vor die Nase zu setzen. Jennifer Abderhalden kommt hingegen im Meinungsartikel schlecht weg. Die Vielfliegerin sei wendig und eine politische Wundertüte, um nur zwei Kritikpunkte zu nennen.

Klare Positionierung kommt nicht überraschend

Dass sich ein Autor in einem Meinungsartikel für einen Kandidaten ausspricht, gehört zum journalistischen Alltag. Pointierte Meinungen sind gefragt und erwünscht. Eine Publikation gewinnt an Profil. Die klare Positionierung von Stefan Millius kommt auch nicht überraschend. Sie entspricht der Linie des Autors, der auch Chefredaktor der Publikation ist. Schon in den Wochen vor dem Leitartikel war er mit diversen Pro-Zuberbühler- und Abderhalden-kritischen Texten aufgefallen.

In Politikerkreisen in Ausserrhoden rufen diese Texte dennoch Skepsis hervor. Denn Stefan Millius, Gründungs- und aktuelles Vorstandsmitglied der FDP Innerrhoden, ist nicht nur Chefredaktor von «Die Ostschweiz», einer Publikation, die sich als vermeintlich unabhängige Medienstimme in der Region zu etablieren versucht. Er ist auch Politberater und Mitinhaber der Insomnia GmbH, die Wahlkampfbegleitungen anbietet. Zu den Erfolgen von Millius zählt die Wahl von Markus Buschor in die St.Galler Stadtregierung. In einem Posting auf der Website des Kulturmagazins «Saiten» kommentiert Millius genüsslich, wie er 2012 die SP aus der Regierung hinausgekegelt habe. Für den Ausserrhoder Urnengang ist aber vor allem das Jahr 2015 wichtig: Vor vier Jahren arbeitete Millius für das Wahlkampfteam von David Zuberbühler. Das bestätigt der Herisauer SVP-Nationalrat auf Anfrage der «Appenzeller Zeitung».

Nun stellen sich nicht nur die FDP-Politiker, die in diesem Fall parteiisch sind, die Frage, ob die Zusammenarbeit auch in diesem Wahlkampf bestehe. Eine allfällige Kooperation dürfte auch die Ausserrhoder Wählerinnen und Wähler interessieren. Denn je nach Antwort erhält die Wahlempfehlung auf der Onlineplattform eine andere Leseart. David Zuberbühler beantwortet die Frage aber auch nach mehrmaligem Nachhaken weder mit Nein noch mit Ja. Er sagt lediglich:

«Für die Wählerinnen und Wähler ist es aus meiner Sicht unerheblich, ob und wo ich allenfalls externe Leistungen einkaufe.»

SVP-Vertreter dürfen nicht darüber reden

So nonchalant nehmen das Thema nicht alle Protagonisten. Für die SVP scheint es ein heikles Thema zu sein. Spricht man Parteivertreter darauf an, antworten sie mit der Aussage, man dürfe darüber nicht reden. Und nur wenige Minuten nach dem Gespräch der «Appenzeller Zeitung» mit David Zuberbühler droht Stefan Millius bereits mit rechtlichen Schritten, sollte er unter anderem keine Möglichkeit zur Stellungnahme bekommen. So zeitnah erfahren hatte er von der Anfrage, «weil er betreffend einen Artikel bei uns im Austausch mit David Zuberbühler stand», wie er im E-Mail schreibt.

Millius hält fest, dass «Die Ostschweiz» und «Insomnia» zwei unterschiedliche Firmen seien. Letztgenannte gebe keine Kundenverhältnisse bekannt, da es dafür kein öffentliches Interesse gebe und die Kundschaft Anrecht auf Diskretion habe. Er teilt aber mit, dass seine Firma Insomnia in der Vergangenheit auch schon «kleine PR-Aufträge» für «zubischuhe.ch» erledigt habe. Hingegen habe «Die Ostschweiz» keine Verbindung zu Zuberbühler.

Das Verhältnis zu Zuberbühler bezeichnet Millius als freundschaftlich. Man tausche sich privat aus, auch über dessen politische Arbeit. Bei Bedarf gebe er Tipps oder nenne Fachleute aus seinem Netzwerk, die Zuberbühler weiterhelfen könnten. «Das ist der Umfang meiner ‹Tätigkeit›, die also kein bezahltes Mandat darstellt. Bei ‹Die Ostschweiz› geniesst er deshalb nicht etwa einen Sonderstatus», sagt Millius. Die Zweifel der Ausserrhoder Politiker wird er mit diesen Antworten wohl nicht beseitigen können.

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