Nationalrat Daniel Fässler kandidiert für den Ständerat – Innerrhoder SP will seinen Nationalratssitz

Die Ankündigung von Nationalrat Daniel Fässler, auf den Sitz des zurücktretenden Ständerats Ivo Bischofberger wechseln zu wollen, überrascht niemanden. Dafür macht die SP AI grosse Pläne publik. Die Wahl des neuen Ständerats ist an der Landsgemeinde vom 28. April.

Luca Ghiselli / Roger Fuchs
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Der Innerrhoder CVP-Nationalrat will in die kleine Kammer einziehen. (KEYSTONE/Thomas Delley)

Der Innerrhoder CVP-Nationalrat will in die kleine Kammer einziehen. (KEYSTONE/Thomas Delley)

Die Chancen sind mehr als intakt, dass der neue Innerrhoder Ständerat und Nachfolger von Ivo Bischofberger Daniel Fässler heisst. Am Freitag hat der Noch-Nationalrat seine offizielle Kandidatur angekündigt. Gewählt wird an der Landsgemeinde, dann wird Fässler auch sein Amt als Innerrhoder Landammann abgeben.

«Während die Rücktrittsankündigung von Ivo Bischofberger eine hundertprozentige Überraschung war, so überrascht mich die jetzige Ankündigung von Daniel Fässler null Prozent», sagt der Innerrhoder SP-Präsident Martin Pfister. Er und Daniel Fässler haben das Heu bekanntlich nicht auf der gleichen Bühne, dennoch wird die SP den CVP-Mann gewähren lassen. «Seine Ständeratskandidatur lassen wir laufen, weil es sehr schwierig wäre, gegen ihn anzutreten», so Pfister. Wird Daniel Fässler zum neuen Innerrhoder Ständerat gewählt, will die SP AI aber auf jeden Fall für den dadurch wiederum frei werdenden Nationalratssitz kandidieren. Es sei wichtig, dass nicht beide Innerrhoder Sitze in Bundesbern in bürgerlicher Hand seien. Zudem wolle man dazu beitragen, die rechte Mehrheit im Bundesparlament zu minimieren. Wer von der SP dies richten soll, wird noch nicht öffentlich bekannt gegeben. Fakt bleibt: Egal ob Daniel Fässler künftig im Nationalrat oder Ständerat politisieren sollte, für die SP AI bleibt er der falsche Mann.

Angriff der FDP eher unwahrscheinlich

Deutlich positiver tönt es beim Innerrhoder FDP-Präsidenten Gido Karges. Auch ihn überrascht die Ständeratskandidatur von Daniel Fässler in keinster Weise. «Jemand der sowohl die Innerrhoder als auch die Berner Verhältnisse so gut kennt wie er, ist ein valider Kandidat für die kleine Kammer», bringt es Karges auf den Punkt. Dass die FDP einen Gegenspieler bringt, ist eher unwahrscheinlich, wie schon zu einem früheren Zeitpunkt festgehalten wurde. Die Innerrhoder FDP ist noch eine sehr junge Partei und verfügt noch nicht über Personen mit grossem politischem Fussabdruck im Kanton. Im Hinblick auf die durch einen Ständerat Daniel Fässler neue Ausgangslage bei den Nationalratswahlen gibt sich Gido Karges überzeugt, dass mehrere Mitglieder der Standeskommission mit diesem Sitz liebäugeln könnten. «Doch bis zu dieser Wahl wird noch viel Wasser die Sitter herunterfliessen.»

SVP AI will keine Oneman-Show

Noch nicht wirklich über die Nationalratswahlen reden mag man bei der SVP AI. Jetzt gelte es erst einmal die Landsgemeinde mit der Ständeratswahl abzuwarten. SVP-Präsident Martin Ebneter lässt offen, ob sie allenfalls noch einen Gegenkandidaten aufstellen. Nur soviel: «Ich hoffe ganz generell noch auf eine zweite Kandidatur, sonst wird es zur Oneman-Show.»

Dass Daniel Fässler früher oder später seine Kandidatur als Ständerat bekannt gibt, hat auch Thomas Rechsteiner, ehemaliger Finanzdirektor Innerrhodens erwartet. Doch auch von Rechsteiner ist bekannt, dass er Interesse an einem Sitz in Bern hat. Dies sei immer noch so, sagt er. Ob sich sein Interesse angesichts von Fässlers Kandidatur nun eher in Richtung Nationalratssitz verlagert oder er doch auch mit dem Ständeratssitz liebäugelt, kommentiert Thomas Rechsteiner zum aktuellen Zeitpunkt nicht. Noch vor Mitte Februar werde er es aber die Öffentlichkeit wissen lassen.

Der Einzug in die Kleine Kammer würde Daniel Fässler laut eigenen Angaben die Chance eröffnen, sich noch vielfältiger in die nationale Politik einzubringen. Bisher tat er das seit Ende 2011 im Nationalrat, wo er als Delegationsleiter der CVP in der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie einsass und sich gemäss Mitteilung für die Anliegen des Kantons Appenzell Innerrhoden und seiner Einwohner einsetzte.

Doch nicht nur das Wohl seines Heimatkantons, auch jenes der gesamten Ostschweiz liege ihm am Herzen, schreibt Daniel Fässler in der persönlichen Mitteilung. Gerade für die ländlichen Gebiete habe er sich in Bern eingesetzt. Dabei habe ihm seine Erfahrung als Landammann und Volkswirtschaftsdirektor ebenso geholfen, wie die Tätigkeit als Vertreter Innerrhodens in der Konferenz der Kantonsregierungen.