Namen und Wappen stehen für Heimat

Leserbrief zur Namens- und Wappenwahl der Gemeinden Bütschwil und Ganterschwil. Entpuppt sich der neue Gemeindename und das neue Gemeindewappen bei der Gemeindefusion als fauler Kompromiss?

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Leserbrief zur Namens- und Wappenwahl der Gemeinden Bütschwil und Ganterschwil.

Entpuppt sich der neue Gemeindename und das neue Gemeindewappen bei der Gemeindefusion als fauler Kompromiss?

Verbundenheit mit der Heimat

Meines Erachtens sind der Name sowie das Wappen der Politischen Gemeinde, in der man seinen Wohnsitz hat, wichtige Symbole der Integration. Für den einen oder anderen bedeuten der Name und das Wappen seiner Einwohner- oder Bürgergemeinde Verbundenheit mit seiner Heimat. Heimat ist dort, wo man beheimatet ist, dort wo man sein Zuhause hat, dort wo man verstanden wird und dort wo man sich wohl fühlt.

Phantasielosigkeit

Dass die Verantwortlichen der Gemeindefusion während den Sommerferien die Konsultativabstimmung zum Gemeindenamen und Gemeindewappen durchführten, ist betreffend der Tragweite und Bedeutung des politischen Geschäftes zur Findung der neuen Identität der Gemeinde mehr als fraglich. Ebenfalls grenzt die Auswahl der sechs möglichen Gemeindenamen meines Erachtens über weite Strecken an Phantasielosigkeit. Stehen gerade die heutigen Gemeindenamen Bütschwil und Ganterschwil zur Disposition, welche meines Erachtens nicht wählbar sind, da der Fusionscharakter so mit Füssen getreten wird. Diese beiden Varianten wären Übernahmen und keine Heirat von zwei gleichberechtigten Partnern. Die dritte Variante Bütschwil-Ganterschwil ist erstens zu lange und zweitens spiegelt der Name Bütschwil-Ganterschwil offensichtlich die Übernahme der Gemeinde Ganterschwil von der Gemeinde Bütschwil. Der Gemeindename Thurbrugg ist meines Erachtens nicht weiterzuverfolgen, weil in ihm der geographische Aspekt, vollumfänglich verloren geht. Über die Thur führen von Unterwasser bis Andelfingen eine Vielzahl von Brücken. Unter dem Namen Gemeinde Geissberg wissen die meisten Toggenburgerinnen und Toggenburger nicht, geschweige denn die Zürcher, noch die Genfer, wo sich diese Gemeinde auf der Landkarte befindet. Meines Erachtens muss aus dem Gemeindenamen die geographische Örtlichkeit für jedermann erkennbar sein und muss als Integrationsgut für die Bevölkerung der zu fusionierenden Gemeinden dienen.

Ebenfalls soll er weiteren Gemeinden (Lütisburg, Mosnang, Oberhelfenschwil, Kirchberg), die in Zukunft auch mal Heiratswünsche bekommen, gerecht werden. Aus diesen Gründen drängt sich für mich der Gemeindename «Unteres Toggenburg» mit dem Wappen, das das Wappentier des Grafen von Toggenburg, die Dogge, zeigt.

Vorlage ablehnen

Kann sich die Stimmbürgerin oder der Stimmbürger mit dem Gemeindenamen oder dem Gemeindewappen nicht identifizieren, wird er die Fusionsvorlage ablehnen. Es bleibt nur zu hoffen, dass die Verantwortlichen der Gemeindefusion so rasch als möglich von Heimatgefühlen befallen werden.

Benno Krüsi

Feldeggstrasse 7

9608 Ganterschwil

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