Name beruht auf Schreibfehler

Eine Tippfehler in der Zeitung gab der schwarz-weissen Ziege die Bezeichnung «Pfauenziege». Diese lange vom Aussterben bedrohte Ziegenart erfreut sich heute wieder steigender Beliebtheit. Das zeigte auch die Ziegenschau in Nassen.

Adi Lippuner
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NASSEN. Die Stiftung «ProSpezie Rara», die sich unter anderem für den Erhalt gefährdeter Nutztiere einsetzt, hält zur Pfauenziege fest: «Eine spezielle Rarität – und eine rare Spezialität.» Dass diese Tiere heute überhaupt noch anzutreffen sind, ist engagierten Züchtern zu verdanken, die sich bei der Rassenbereinigung im Jahre 1938 nicht von der Haltung dieser Gebirgsziege abbringen liessen. Damals hiess es, die Pfauenziege sei nicht förderungswürdig und war damit sozusagen zum Verschwinden verurteilt.

Zahlreiche Vorteile

Interessant ist auch die Herkunft des Namens: Er kommt von den Pfaven, den seitlichen schwarzen Bändern der Kopfzeichnung. Aus der «Pfavenziege» wurde vor vielen Jahren durch einen Vertreter der schreibenden Zunft die Pfauenziege – und dieser Name etablierte sich schliesslich für dieses robuste, widerstandsfähige und marschtüchtige Tier.

Die vordere Körperhälfte der Ziegen ist vorwiegend weiss mit schwarzen Stiefeln. Schwarz sind auch die Pfaven, der Hinterkopf und das Maul. Die hintere Körperhälfte ist ebenfalls mehrheitlich schwarz, mit weissen Oberschenkeln, weissen Flanken- und Oberschenkelflecken und einem weissen Schwanz.

Erhalt der Pfauenziege

Die Zuchtziele der gehörnten Gebirgsziege werden wie folgt umrissen: Gesundheit, Widerstandsfähigkeit, Anpassungsvermögen – was so viel heisst wie: Die Pfauenziegen können ihr Futter problemlos auf weitläufigen, steilen Bergweiden suchen. Sie sind gute Raufutterverwerter, fruchtbar und langlebig und haben als Draufgabe auch eine hohe Milch- und Fleischleistung. Also eigentlich eine Ziege, die viel weiter verbreitet sein sollte, als sie es heute ist: Gesamtschweizerisch werden nur gut 700 Herdebuchtiere gehalten, die Bestandesentwicklung wird als stabil bezeichnet. Im Jahre 1992, nach einem Aufruf von «ProSpezia Rara», waren sechs Ostschweizer Züchter bereit, ihre Pfauenziegen erfassen zu lassen und gemäss den definierten Zuchtzielen zu arbeiten. Fünf Jahre später konnte der Pfauenziegen-Zuchtverein Ostschweiz gegründet werden. Seither findet jedes Jahr eine Frühlings- und eine Herbstschau statt.

Herbstschau mit fünf Rassen

Am Samstag wurde die diesjährige Herbstschau in Nassen durchgeführt. Gemäss Zuchtbuchführer Werner Frei waren 130 Tiere, darunter 16 Böcke, vertreten. Zu sehen waren fünf Rassen, nebst den Pfauen auch Bündner Strahlen, Nera Verzasca, Gemsfarbige und die seltene Capra Gigia. Seit dem Jahr 2002 ist der Verein für alle anerkannten Ziegenrassen offen und bietet so den Züchtern eine gute Plattform, um Erfahrungen auszutauschen und sich gegenseitig zu unterstützen.

Von den Pfauen begeistert

Werner Frei aus Nassen ist Zuchtbuchführer der Ostschweizer Züchter. Er ist von der Qualität der Pfauen überzeugt und hält selbst rund 30 Tiere. «Ihre Zeichnung ist speziell, ihr Charakter typisch <Geiss>, neugierig und aufgeweckt. Zudem ist die Zucht eine Herausforderung», sagt er. Für ihn sei nur eine «ausgeglichene Geiss eine schöne Geiss». Will heissen: Nebst der richtigen farblichen Zeichnung müssen auch alle anderen Merkmale wie Grösse, Fundament und Euter stimmen.