Raiffeisenbank Herisau baut um - ein Jahr geht's in ein Provisorium

Die Raiffeisenfiliale in Herisau wird umgebaut. Damit soll auf veränderte Kundenbedürfnisse reagiert werden.

Alessia Pagani
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Die Räumlichkeiten im rechten Flügel der jetzigen Filiale sind nicht im Eigentum der Bank und werden aufgegeben.

Die Räumlichkeiten im rechten Flügel der jetzigen Filiale sind nicht im Eigentum der Bank und werden aufgegeben.

Bild: PAG

Die sich stetig verändernden Kundenbedürfnisse haben auch Auswirkungen auf die Banken. Die Komplexität in Finanzfragen nimmt zu und so werden immer mehr Beratungsgespräche gewünscht, die gängigen Bankgeschäfte am Schalter verlieren nach und nach an Bedeutung. Dies bestätigt Simon Frehner, Vorsitzender der Bankleitung der Raiffeisen Appenzeller Hinterland. Nicht zuletzt um diesen veränderten Kundenbedürfnisse gerecht zu werden, gibt es in diesem Jahr mehrere Neuerungen in der Herisauer Geschäftsstelle. So werden die Räumlichkeiten umgebaut und zentralisiert. Die Bank konzentriert sich künftig auf die linke Gebäudehälfte am Platz 7 und gibt ihre Räumlichkeiten im rechten Flügel – wo bis anhin der Kundenbereich mit Schalter untergebracht war – auf.

Für den Umbau gebe es hauptsächlich einen Grund: die Zunahme der Anzahl und Komplexität der Beratungen, so Frehner. «Wir wollen mehr Zeit schaffen für den persönlichen Kontakt und die Kundennähe noch stärker leben. Nicht nur im Appenzellerland wird dies gewünscht. Wir wiederum wollen für unsere Kunden da sein.»

Beratungen im Freien oder am Stübli-Stammtisch

Um diese Kundennähe stärker zu leben, werden verschiedenste Beratungsräume und -bereiche mit jeweils eigenem Charakter entstehen. «Der Kunde wählt, was ihm am meisten zusagt.» Angedacht ist beispielsweise ein Familienzimmer im ersten Obergeschoss – wo die meisten Beratungsräume Platz finden werden – , ein Stübli mit Stammtisch im Erdgeschoss oder aber eine Beratung unter freiem Himmel. Dafür soll der Dachstock ausgebaut und mit einer Terrasse ausgestattet werden. Die Bank will künftig als Begegnungsort wahrgenommen werden. Der Eingangsbereich beziehungsweise die Kundenzone wird neu gestaltet. «Die Kundinnen und Kunden sollen sich so wohl wie möglich fühlen und auch etwas erleben können.» Noch wartet die Bank auf die Baubewilligung. Diese sollte gemäss Frehner im Februar vorliegen. Wenn dem so ist, sollen die Arbeiten bereits im März starten. Die Wiedereröffnung der neuen Geschäftsstelle ist Anfangs 2021 vorgesehen. Während des Umbaus wird der Betrieb in einem Provisorium geführt. Abgesehen von der Münz-Einzahlung werden alle üblichen Bankdienstleistungen am Schalter oder dem Bankomaten im Aussen- und Innenbereich während dieser Phase weiterhin angeboten. Über die Kosten möchte Frehner keine Angaben machen. Nur soviel: Es soll kein Prunkbau werden.

Zwei neue Beratungsstellen geplant

Durch die Reduktion auf das Gebäude, das im Besitz der Bank ist, wird die Filiale kleiner. Die Mitarbeiter werden künftig in Grossraumbüros arbeiten. Entlassungen sind gemäss Simon Frehner kein Thema. Im Gegenteil: Der Personalbestand werde um zwei neue Beratungsstellen ausgebaut.

Nicht nur beim Umbau der Räumlichkeiten wir der Fokus auf Beratungen und Kundennähe gesetzt. Die Bank passt per 1.Februar auch ihre Präsenzzeiten an. Künftig ist die Filiale in Herisau abends eine Stunde länger, bis 18 Uhr, geöffnet. Auf Termin können Beratungen morgens bereits ab 7 Uhr und abends bis 19 Uhr gefordert werden. «Viele Kunden sind berufstätig. Wir wollen damit auch ihren Bedürfnissen Rechnung tragen.» Damit kann sich die Raiffeisenbank momentan von anderen Banken abheben, wie Frehner sagt: «Wir sind weit und breit die einzige Bank, die so lange geöffnet hat.» Dass dies von den Kunden durchaus gewünscht wird, zeigte eine kürzlich durchgeführte Umfrage.