Nächtliches Grossfeuer auf der Hochsteig

Damals

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Vor 100 Jahren

24. November: Wintersession des Grossen Rates. Beratung des staatswirtschaftlichen Berichtes. Die Diskussion drehte sich bisher in der Hauptsache um die hohen Fleischpreise, die Brennholznot, die Unterstützung unserer Landwirte bei Pfluganschaffungen, das Abkommen zwischen den Arbeitgebern und den Arbeitern der Stickereiindustrie, den Stickerei-Notstandsfond und dessen Oeffnung für die Bedürftigen, die st. gallisch-appenzellischen Kraftwerke, wobei auch die Schaffung eines kantonalen Elektrizitätsmonopols und die Einführung neuer Jndustrien Gegenstand verschiedener Voten waren. Der selbstherrliche Geist der st. gallisch-appenzellischen Kraftwerke war Gegenstand lebhafter Kritik verschiedener Redner.

28. November: Nesslau. Die Gemeinde Nesslau, die seit 40 Jahren keine Bürgeraufnahme mehr vollzog, hat jüngst ein 7jähriges Mädchen in seinen Bürgerverband aufgenommen, das während der Eisenbahnperiode von einer Jtalienerin geboren worden war. Die Mutter starb während der Geburt und ihr Zivilstand konnte nie nachgewiesen werden. Die eltern- und heimatlose Waise wurde von guten Leuten aufgenommen und verpflegt.

Vor 50 Jahren

27. November: Hochsteig. Die Heimleitung des Erziehungsheims Hochsteig wurde von einem Automobilisten auf eine oberhalb stehende, brennende Scheune aufmerksam gemacht. Um 21.10 Uhr wurde der Wattwiler Feuerwehrkommandant, Major Hans Zuber, benachrichtigt. Er mobilisierte sofort drei Gruppen (ca. 35 bis 40 Mann). Beim Eintreffen der Feuerwehr stand sie einem Vollbrand gegenüber. Es wurden sofort Leitungen zum Stauseelein im Rothenbach erstellt und bereits um 21.30 Uhr konnte mit der ersten Leitung zur Brandbekämpfung geschritten werden. Trotz dem Einsatz der Feuerwehrmänner brannte das Objekt nieder. Der Schaden beträgt ca. 55 000 Fr. (Scheune 51 900 Fr. plus die landwirtschaftlichen Geräte). Von 23 Uhr bis Sonntagvormittag um 11 Uhr arbeiteten schichtenweise insgesamt 20 Männer, um den Heustock abzutragen, der so grösstenteils erhalten blieb. Vieh war glücklicherweise nicht in den Stallungen, da es z.Zt. noch in der Scheune beim Heim untergebracht ist. Am Sonntagmorgen, als die Feuerwehrmänner bei den letzten Aufräumarbeiten waren, brach in einer nahegelegenen, ebenfalls dem Erziehungsheim gehörenden kleinen Scheune erneut Feuer aus, das aber dank der Aufmerksamkeit eines Bauern im Keime erstickt werden konnte. Hier liegt offensichtlich Brandstiftung vor, sodass man auch beim eingeäscherten Objekt dasselbe vermuten muss. Die Täterschaft ist bis zum jetzigen Zeitpunkt noch unbekannt.

Vor 20 Jahren

25. November: Wattwil. Nein zur Turnhalle Wis. Der Ausführungskredit von rund fünf Millionen Franken für den Neubau der Doppelturnhalle Wis wurde von der Stimmbürgerschaft knapp nicht erteilt (1056 Nein- zu 998 Ja-Stimmen). Noch deutlicher abgelehnt wurde der Tribüneneinbau, die Zusatzvorlage der Politischen Gemeinde (800 Ja-Stimmen zu 1225 Nein-Stimmen). Im Vorfeld der Abstimmung über den Ausführungskredit für die Doppelturnhalle gab es einige Diskussionen. Insbesondere die Arbeitsvergabungen und bis jetzt ungelöste Parkplatzprobleme sorgten für negative Stimmen bezüglich Turnhallen-Neubau. Für Schulratspräsident Alain Homberger kommt das Resultat aber trotzdem überraschend. Er rechnete mit einer knappen Annahme der Vorlage. Alain Homberger ist, wohl zusammen mit dem ganzen Schulrat, enttäuscht über das Nein der Wattwiler Stimmbürger. «Andererseits kann ich gut mit einem demokratisch gefällten Entscheid leben», ergänzt er. Wie genau es weiter geht, steht zur Stunde noch nicht fest.

26. November: Bütschwil. Aus Toggenburger Holz werden nicht nur Gebäude, schöne Schnitzereien oder Paletten hergestellt. Nun wurde eine 140jährige Weisstanne gefällt, die später zu japanischen Essstäbchen verarbeitet werden soll. Das Holz der Weisstanne sei sehr begehrt, weil es wenig Harz enthalte und fast geschmacksneutral sei. Aus diesem Grund bleibe die Rinde als Transport und Witterungsschutz auch am Stamm. Immerhin werde der tonnenschwere Holzklotz etwa drei Monate unterwegs sein. Bei diesem Durchmesser von etwa 1,40 Metern und der Länge von rund 5,50 Metern kommen schon einige Kubikmeter Holz zusammen. Ein Essstäbchen misst etwas sechs bis sieben Millimeter im Quadrat, für die Länge muss man etwa 25 Zentimeter berechnen. Aus diesem Teil des Stammes lassen sich also mehr als 300000 Stäbchen herstellen – eine gewaltige Zahl.

Vor 10 Jahren

27. November: Krummenau. Barbara Hildebrand verteidigte an der internationalen Service-Meisterschaft an der Gastrofachmesse Igeho in Basel ihren Titel. Mit sensationellen 98 von 100 Punkten erreichte Barbara Hildebrand den Sieg und konnte somit ihren Meistertitel für die nächsten zwei Jahre verteidigen. Eine Riesenleistung. Doch sie wird sich nicht ausruhen. Die nächsten Ziele werden Lehrmeisterkurs, Sommelierkurs oder Restaurationsleiterkurs sein.

27. November: Lichtensteig. Der Verkehr durchs Städtli soll durch bauliche Veränderungen beruhigt werden. Das vorgestellte Projekt sorgte für Diskussionsstoff und Kritik. Änderungsvorschläge erhielt der Gemeinderat gleich mehrere. Die Gestaltung der Hauptgasse (Parkplätze und Brunnen) gab zu Kritik Anlass.

28. November: Toggenburg/Kantonsrat In Restaurants des Kantons St. Gallens darf in Zukunft nur noch mit Bewilligung geraucht werden. Argumente des Freiheitsentzugs, wirtschaftliche Bedenken oder die Einschränkung der Gewerbefreiheit wurden stärker gewichtet als der totale Schutz der Passivraucher in öffentlichen Räumen.