Nächster Anlauf für Hallenbad

Am Montag konstituiert sich der Innerrhoder Grosse Rat neu. Zudem liegt zur Klärung aktueller Fragen bezüglich eines neuen Hallenbads ein Kreditantrag in der Höhe von 100 000 Franken vor. Und das Kloster rückt wieder in den Fokus.

Roger Fuchs
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Die Diskussionen um ein Hallenbad in Appenzell beginnen von vorne. Themen wie Standort und Sanierung sollen nicht ausgeklammert werden. (Bild: apz)

Die Diskussionen um ein Hallenbad in Appenzell beginnen von vorne. Themen wie Standort und Sanierung sollen nicht ausgeklammert werden. (Bild: apz)

APPENZELL. Ende April hat die Landsgemeinde den Kredit des Kantons für ein neu zu bauendes Hallenbad in Appenzell zurückgewiesen. Kurz darauf meldete die Hallenschwimmbad Appenzell AG Konkurs an. Da sich so schnell keine neue Trägerschaft bilden wird, muss nun die öffentliche Hand die Federführung übernehmen, ist die Innerrhoder Standeskommission überzeugt. Bevor die Trägerschaft und Finanzierung wieder zur Debatte stünden, gelte es, Fragen zum Projekt zu klären. Die Standeskommission will dazu eine Arbeitsgruppe einsetzen, die ihrerseits nach Bedarf Dritte beiziehen kann. Dem Grossen Rat liegt dazu ein Kreditantrag in der Höhe von 100 000 Franken vor.

Sechs Varianten im Fokus

Die sich stellenden Fragen betreffen den Standort, die Ausrichtung und das Angebot des künftigen Hallenbads. Doch auch Businessplan, Eintrittspreise sowie Planerfolgsrechnung stehen im Fokus. Die Innerrhoder Standeskommission spricht von sechs Varianten, die alle berücksichtigt werden müssten. Dies beginnt beim Verzicht auf ein Hallenbad über die Sanierung des bisherigen Gebäudes oder eine Schwimmhalle bis hin zum ausgearbeiteten Projekt, für das die Landsgemeinde den Kredit abgelehnt hatte.

Die bisherigen Projektierungskosten für ein neues Hallenbad summieren sich von 2011 bis April 2015 auf 930 000 Franken. Die Bezirke des Inneren Landes beteiligen sich mit 25 Prozent daran.

Das Kloster und sein Schutz

Nebst dem Situationsbericht zum Hallenbad liegen dem Grossen Rat am Montag gleich noch eine Handvoll weitere Berichte vor, darunter jener zum «Schutzentlassungsverfahren für das Kapuzinerkloster». Die Standeskommission hofft, vom Auftrag entbunden zu werden, die Schutzaufhebung für das Kapuzinerkloster anstreben zu müssen. Sie stützt sich dabei auf Gutachten und Fachberichte, welche von der Feuerschaukommission eingeholt wurden. Die Abklärungen gelangten zum Schluss, dass das Kloster als Ganzes schutzwürdig sei. Auch so sei eine zweckmässige Nutzung des Klosterareals möglich.

Verzicht auf Standesinitiative

Verbunden mit einem weiteren Bericht stellt die Standeskommission den Antrag, auf die Ausarbeitung einer Standesinitiative zur Änderung des Bundesgesetzes über das bäuerliche Bodenrecht verzichten zu können. Genau dies wurde im letzten Dezember von Grossrat Ruedi Eberle, Gonten, verlangt. Er begründete die Standesinitiative mit der Möglichkeit, dass die öffentliche Hand landwirtschaftliche Nutzflächen kaufen könnte, um mit Blick auf anstehende Einzonungen von Bauland einen Landabtausch anbieten zu können. Für die Standeskommission sprechen zu viele Gründe dagegen. Sie wäre aber bereit, eine kantonale Regelung zu erarbeiten, damit Bezirke private Alpen und Weiden kaufen könnten.

Der Geschäftsbericht über die Staatsverwaltung, Anpassungen ans Bundesrecht und Wahlen werden den Grossen Rat am Montag ebenfalls prägen. Neuer Grossratspräsident wird Pius Federer aus Oberegg. Er gehört seit 2007 dem Grossen Rat an.