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NACHTUMZUG: In Bütschwil sind die Fasnächtler nachtaktiv

Vor 20 Jahren vom «Sprengkommando» ins Leben gerufen, führt das nächtliche Spektakel morgen Samstag zum zehnten Mal durch Bütschwils Strassen. Mittendrin "Sprengkommando"-Mitglied Marina Baumann.
Beat Lanzendorfer
Die 27-jährige Marina Baumann reiste mit ihren Kolleginnen und Kollegen vom «Sprengkommando Bütschwil» am letzten Wochenende nach Prag, um beim Euro-Carneval teilzunehmen. (Bilder: PD)

Die 27-jährige Marina Baumann reiste mit ihren Kolleginnen und Kollegen vom «Sprengkommando Bütschwil» am letzten Wochenende nach Prag, um beim Euro-Carneval teilzunehmen. (Bilder: PD)

Ist Fasnachtszeit, ist die Bütschwiler Guggemusig "Sprengkommando" nicht weit. Seit zehn Jahren gehört die 27-jährige Marina Baumann zur Fasnachtsclique. Sie erklärt, weshalb man das "Sprengkommando-Fieber" kaum mehr los wird, wenn es von einem Besitz ergriffen hat.

"Die fünf Wochen Fasnacht sind einfach eine coole Zeit. Die gemeinsamen Interessen der Mitglieder schweissen zusammen, zudem wird es uns selten langweilig." Entgegen der landläufigen Meinung ist es laut Marina Baumann gar nicht so streng: "Wir sind mit Ausnahme der letzten Woche jeweils nur am Wochenende auf Achse." Um optimal auf die fünfte Jahreszeit vorbereitet zu sein, gibt es im Vorfeld rund zehn Proben und ein Probewochenende. Die Mitglieder des "Sprengkommandos" sind, wen wunderts, äusserst winteraktiv, sie treffen sich allerdings ausserhalb der Fasnachtszeit genauso gern. "Unsere Hauptversammlung findet dann statt, wenn es wieder etwas ruhiger geworden ist. Ebenso der jährliche Grillplausch und die Guggerreise."

Die Mitglieder des Sprengkommandos Bütschwil freuen sich auf ihren Jubiläums-Fasnachtsumzug morgen Samstag.

Die Mitglieder des Sprengkommandos Bütschwil freuen sich auf ihren Jubiläums-Fasnachtsumzug morgen Samstag.

Zum "Sprengkommando" ist Marina Baumann vor zehn Jahren durch ihre damalige Ausbildnerin in ihrem Lehrbetrieb, einer Bank, gekommen. "Ich habe bei einer Probe geschnuppert und bin geblieben. Es hat von Anfang an gepasst." Abseits des Fasnachts-Parketts ist Marina Baumann Leiterin bei der Jugi Bütschwil. Dort trainiert sie die acht- bis zwölfjährigen Knaben und Mädchen in den verschiedenen Disziplinen der Leichtathletik.

950 Teilnehmende beim Nachtumzug

27 Mitglieder gehören aktuell dem "Sprengkommando" an. "Davon sind nur sieben Frauen, es hätte somit noch Luft nach oben. Wenn sich eine Frau, aber selbstverständlich auch ein Mann angesprochen fühlt, darf sie sich ruhig melden", meint Marina Baumann. Sie und die weiteren "Sprengkommändler" haben in den kommenden Tagen Grosses vor. Sie werden zum zehnten Mal den Bütschwiler Nachtumzug organisieren, der am Samstag ab 18 Uhr mit einem Urknall beginnt. Erwartet werden rund 2000 Besucher und 950 Teilnehmende. 20 Wagen, 14 Laufgruppen sowie sechs Guggen sollen durch die Strassen ziehen. Neu ist in diesem Jahr, dass er bei der Breite startet. Via Grämiger-, Ottilien- und Mosnangerstrasse führt er bis zur Kirche. Von dort geht es zum Schulhaus Dorf, wo ein Festzelt für die Besucher bereitsteht. Ein Feuerwerk bildet den Abschluss und ist gleichzeitig Startschuss zum Maskenball.

Das "Gwändli" ist eine kostspielige Angelegenheit

Das "Sprengkommando" gönnt sich alle zwei Jahre ein neues "Gwändli", das nicht umsonst zu haben ist. "Gwändli, T-Shirt und Jacken belaufen sich auf ungefähr 600 Franken, wobei wir uns mit diesem Betrag im unteren Bereich bewegen. Laut unserer Schneiderin stellt sie oft Kostüme her, die zwischen 800 und 1000 Franken kosten", erklärt Obergugger Tobias Bachmann, der während des Gesprächs ebenso hinzustösst wie Präsident Daniel Martin und die restlichen Mitglieder. Es ist schliesslich Freitagabend und an der Zeit, die Gegend mit "Sprengkommando"-Klängen zu beglücken.

Das Outfit wird übrigens nicht nur für fasnächtliche Ereignisse gebraucht. Es wurde schon in Kitzbühel, Adelboden und Wengen zur Schau getragen, um die Schweizer Skicracks an den Weltcup-Rennen zu unterstützen. Was wünscht sich Marina Baumann für den Höhepunkt der diesjährigen Fasnacht? "Vor zwei Jahren hat es am Umzug geregnet, es wäre schön, wenn es am 3. Februar trocken bleibt."

In Prag unter Gleichgesinnten

Einer der Höhepunkte der Fasnachtsaktivitäten hat das "Sprengkommando" schon absolviert. Die Bütschwiler waren am vergangenen Wochenende beim Euro-Carneval in Prag. Nach einer rund achteinhalbstündigen Fahrt gehörten sie zu vielen Guggen aus der Schweiz, Deutschland und aus weiteren europäischen Ländern, die an bekannten Plätzen der goldenen Stadt aufspielten. Unvergessen bleiben laut Marina Baumann die Auftritte beim "Gugge-Festival" im Kongresszentrum am Freitagabend sowie die Teilnahme am Fasnachtsumzug tags darauf. "Die Strecke war rund vier Kilometer lang, wir waren gut zwei Stunden unterwegs. Bei einem derart langen Umzug war ich noch nie dabei."

Lichtensteig, Wildhaus und Bütschwil

Morgen Samstag sind es nicht nur die Mitglieder des «Sprengkommandos», welche die Einwohnerinnen und Einwohner auf die Strasse locken. Nach dem Umzug lädt das Fasnachtskomitee in die Turnhalle Dorf, in der die Party ab 19.30 Uhr mit dem beliebten Kostümball fortgesetzt wird. Das heisse Bütschwiler Wochenende wird heute Freitag mit dem Maskenball eingeläutet.

Die Fasnachtshochburg im unteren Toggenburg ist allerdings längst nicht der einzige Ort, an dem am dritten Wochenende der fünften Jahreszeit die Post abgeht. Die Fasnachtsgesellschaft Lichtensteig (FGL) serviert morgen Samstag ab 18 Uhr in der Kalberhalle Spaghetti. Dazu gibt es «Huusmusig» aus der Scheftenau. Am Sonntag um Punkt 13.54 Uhr beginnt dann der Kinderumzug. Bunt treibt es das Volk ebenfalls im oberen Toggenburg, wobei hier im Speziellen das jüngere Fasnachtsvolk auf seine Kosten kommt. Am Samstagnachmittag findet im «Chuchitobel» in Wildhaus die Kinderfasnacht statt. Treffpunkt ist um 14 Uhr mit anschliessendem Umzug durchs Dorf. Um 19.09 Uhr ertönen die Töne des Monsterkonzertes auf dem Dorfplatz. Mehrere Guggen haben ihre Teilnahme zugesagt. Dies zum Aufwärmen für die Party ab 20.02 Uhr im Mehrzweckgebäude. (bl)

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