NACHGEFRAGT: «Das Nein in der Region ist ein Wermutstropfen»

Das neue Energiegesetz wurde in der eidgenössischen Volksabstimmung vom 21. Mai im Wahlkreis Toggenburg mit 6813 Nein- zu 6092 Ja-Stimmen abgelehnt. Der Präsident des Fördervereins Energietal Toggenburg, Thomas Grob, ist deswegen allerdings nicht betrübt, sondern freut sich am Ja auf eidgenössischer Ebene. Im Toggenburger Nein sieht er den Ausdruck eines landesweiten Trends unter den wirtschaftlich nicht so florierenden ländlichen Regionen.

Martin Knöpfel
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Schmerzt es Sie besonders, dass Sie ausgerechnet im Energietal Toggenburg die Abstimmung übers Energiegesetz verloren haben?

Wichtig ist das Ja auf gesamtschweizerischer Ebene. Das freut mich wirklich. Es ist extrem wichtig, dass es mit der Energiepolitik weitergeht. Das Nein in der Region ist ein Wermutstropfen.

Der Förderverein Energiet­al Toggenburg war für das Energiegesetz. Weshalb gelang es Ihnen nicht, diese Botschaft einer Mehrheit der Stimmbürger im Toggenburg zu vermitteln?

Es ist natürlich schade, dass das Toggenburg abgelehnt hat. Schweizweit sieht man das gleiche Bild: Ländliche Regionen, die weniger prosperieren, sind auch eher zurückhaltend, wenn es darum geht, neue Strategien anzunehmen.

Erwarten Sie jetzt Opposition in den Gemeinden gegen Beiträge an den Förderverein oder gegen Massnahmen zum Energiesparen oder zur Förderung der Alternativenergie?

Nein, da wird sich nichts ändern.

Hat der Förderverein öffentliche Gelder für Propaganda für ein Ja zum Energiegesetz verwendet?

Nein, wir haben keine öffentliche Propaganda für das Energiegesetz gemacht. Das wäre auch nicht unsere Aufgabe. Weil es um die Energiepolitik ging, haben wir unsere Stellungnahme im Newsletter und auf der Homepage der Vereinigung bekannt gemacht. Sonst haben wir keine Aktivitäten im Abstimmungskampf unternommen.