Nach eineinhalb Jahren ist Schluss

Die Gemeinde Grub beendet die Zusammenarbeit mit Heiden und Reute. Per sofort. Die gemeinsame Schulleitung ist Geschichte, Grub geht wieder eigene Wege. Grund für die Auflösung der Vereinbarung seien unterschiedliche Auffassungen über die Art der Schulleitung, heisst es.

Martina Brassel
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Grub. «Unterschiedliche Auffassungen über die Art der Schulleitung haben die Gemeinde Grub dazu veranlasst, eine Vereinbarung mit Heiden und Reute zu kündigen und die Zusammenarbeit aufzulösen», heisst es in einer Medienmitteilung der Gemeinde Grub. Bei genauerem Nachfragen gibt sich Gemeindepräsidentin Erika Streuli bedeckt, will die Auflösung der Vereinbarung und den Wortlaut der «unterschiedlichen Auffassung» nicht weiter kommentieren.

Die laufenden Verhandlungen seien nicht abgeschlossen, das Thema zu heikel, die Situation schwierig, so die Gemeindepräsidentin. Auch in Heiden und Reute gibt man sich wortkarg. Reute bedaure den Entscheid von Grub, sagt Gemeindepräsident Arthur Sturzenegger. Ähnlich tönt es in Heiden. Alle drei Seiten betonen, dass sich durch den Entscheid der Gemeinde Grub aber nichts an den «freundnachbarlichen Beziehungen» ändern werde.

Knatsch in Schulleitung?

Das Verhalten der drei Gemeindepräsidenten lässt viel Raum für Spekulationen. Fragen wie, was läuft in der Schulleitung schief? Warum wird eine Vereinbarung eingegangen und nach gerade einmal eineinhalb Jahren wieder aufgelöst, liegen auf der Hand. Wer nun aber einen riesigen Knatsch zwischen den drei Gemeinden vermutet, der irrt.

Wie aus zuverlässiger Quelle zu erfahren ist, hatte sich die Gemeinde Grub durch die Vereinbarung über eine gemeinsame Schulleitung mehr erhofft; vor allem mehr Präsenz durch den zuständigen Schulleiter. Dies, so wurde gegenüber unserer Zeitung versichert, sei aber aufgrund dessen zahlreicher Aufgaben und des damit verbundenen zeitlich intensiven Engagements nicht möglich gewesen. Grub wurde also vernachlässigt.

Und dies zu einem Zeitpunkt, an dem mit dem Projekt des altersdurchmischten Lernens von sämtlichen Lehrpersonen einiges abverlangt wird, die Unterstützung durch den Schulleiter nötiger denn je gewesen wäre.

Eigene Lösung suchen

Grub wird nun eine eigenständige Lösung für die Schulleitung suchen. Wie diese genau aussehen wird, konnte Gemeindepräsidentin Erika Streuli noch nicht sagen.

In der Medienmitteilung wird aber versichert, dass der Gemeinderat noch in seiner Augustsitzung erste Weichen dafür stellen wird.

Die Eltern der betroffenen Schülerinnen und Schüler waren am Freitag über den Entscheid des Gemeinderats informiert worden. Die Gemeinden Heiden und Reute halten an ihrer gemeinsamen Vereinbarung auch in Zukunft fest.

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