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Nach der Tour de Suisse ist Schluss: Der Ostschweizer Radprofi Michael Albasini kündigt seinen Rücktritt an

Der in Gais wohnhafte Radprofi Michael Albasini plant seine Zukunft. Anfang 2020 beginnt seine sechsmonatige Abschiedstour.
Urs Huwyler
Bestreitet am 14.Juni sein letztes Rennen: Michael Albasini. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Bestreitet am 14.Juni sein letztes Rennen: Michael Albasini. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Am 14. Juni 2020 wird die Tour de Suisse nach der Königsetappe über Furka, Grimsel und Susten in Andermatt zu Ende gehen. Neben dem Sieger dürfte im touristischen Hotspot auch der am 20. Dezember 39 Jahre alt werdende Michael Albasini bejubelt werden. «Nach der Tour de Suisse trete ich zurück», erklärt der Gaiser. «Diese etwas spezielle Planung entspricht meinem Wunsch. Dank des Entgegenkommens des Arbeitgebers Mitchelton-Scott kann ich ihn mir erfüllen», freut sich der ehemalige U23-Europameister. Dass ihm die Chefs mit einem solchen Vertrag entgegenkommen, illustriert die Wertschätzung, welche «Alba» nach sieben Jahren bei den Australiern geniesst.

Gerüchte über seine Zukunft kursierten schon einige Zeit. «Ich habe mir seit Wochen Gedanken gemacht, wie es weitergehen soll. Die sportlich unbefriedigend verlaufene Saison trug auch dazu bei», äusserst sich der gelernte Primarlehrer wie immer realistisch selbstkritisch. Konkret: 2019 gewann der Allrounder erstmals seit 2007 kein Rennen. Er flüchtet sich trotz gesundheitlicher Probleme und der oft taktisch bedingten Helferrolle nicht in «Wenn und Aber», sondern hält fest:

«Ich bin älter geworden, nicht mehr so endschnell wie früher, habe mehr Mühe in den Aufstiegen.»

Konzentration auf die Frühjahrsklassiker

Mitchelton-Scott bot dem im thurgauischen Lanterswil aufgewachsenen Wahlappenzeller einen Jahresvertrag an, doch der teaminterne «Capitaine de Route» – vergleichbar mit dem Captain im Fussball – bat um eine verkürzte Abschiedstour. «Den richtigen Zeitpunkt für den Rücktritt zu finden, ist nach über 20 Jahren im Radsport nicht leicht. Das Thema ist immer präsent. Zwischenzeitlich hatte ich im Training manchmal Mühe mit der Motivation. Dadurch reifte der Entscheid zurückzutreten.» Dank der jetzigen Lösung, so der Junioren-Schweizer-Meister von 1998 (Strasse und Berg), «kann ich bekanntgeben, dass ich weiterfahre und doch zurücktrete.»

Der baldige Rad-Pensionär kann sich auf die Frühjahrsklassiker wie Lüttich-Bastogne-Lüttich (Zweiter 2016), die Tour de Romandie (sieben Etappensiege), Tour de Suisse (drei) konzentrieren. «Darüber bin ich erleichtert und die Entscheidung setzt für die letzten Monate zusätzliche Energien frei. Ich habe ein klares Ziel vor Augen.»

Lob vom WM-Dritten

Dass er von Mitchelton für den Abschluss der Karriere mit dem neusten Scott-Hightech-Rad ausgestattet wurde, freut «Alba» besonders. Optimistisch stimmt ihn auch die im Herbst wieder erreichte Bestform. «An der WM war Albasini extrem stark. Ohne Sturz in der Schlussphase hätte er um die Podestplätze mitfighten können», ist der WM-Dritte Stefan Küng überzeugt und schiebt nach, vom Leistungsvermögen und der Rennintelligenz könnte sein Micarna-Teamkollege noch lange auf World-Tour-Niveau fahren. Er gehört laut Stefan Küng zu jenen Profis, die ein Rennen zu lesen vermögen, sich in den Dienst der Mannschaft stellen, selbst wenn sie die eigenen (Sieg-)Chancen opfern müssen.

Was Michael Albasini nach den Sommerferien 2020 arbeiten wird, steht derzeit nicht fest. Mitchelton-Scott ist an einer weiteren Zusammenarbeit in einer anderen Funktion interessiert, der dreifache Familienvater hat die Trainerausbildung begonnen. «Es gibt einiges, was ich mir vorstellen kann, bin nach allen Seiten offen. Grundsätzlich werde ich wohl in einer Form mit dem Radsport verbunden bleiben. Aber ich möchte mehr Zeit mit der Familie verbringen.» Vater Albasini ist bereits als Chauffeur seiner sportlichen Jungs gefragt.

Trainer im Nachwuchsbereich wäre eine Option

Nicht zur Diskussion steht vorerst eine Rolle als Sportlicher Leiter, «weil ich noch mehr unterwegs wäre als bisher». Er weiss dies nicht zuletzt von seinem Vater und Förderer Marcello Albasini. Der Trend geht eher Richtung «Patchwork-Job», der sich teilweise von zu Hause aus erledigen liesse. Eine Teilzeitanstellung bei Mitchelton, eine Trainer-Tätigkeit im Nachwuchsbereich wären Optionen. Swiss Cycling dürfte ebenfalls Interesse am erfolgreichsten Schweizer Radprofi der letzten Jahre anmelden. Während der letzten Monate war er verschiedentlich im Nationaltrikot mit den Jungen unterwegs. «Ich lasse es auf mich zukommen, stehe nicht unter Zeitdruck. Auch aus dieser Sicht ist der Halbjahresvertrag ideal», sagt er.

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