Nach der Lehre ist vor der Lehre

Laura Haueis aus Niederteufen hat schon als Kind gewusst, dass sie einen Beruf im Pflegebereich ergreifen will. Eine erste Etappe hat sie nun geschafft. Und es geht weiter: Jetzt wird noch eine dreijährige Lehre angehängt.

Monika Egli
Drucken
Teilen
Laura Haueis auf dem Weg: Im August beginnt sie eine weitere Ausbildung, und ein Fernziel hat sie ebenfalls: Sie will dereinst auch noch die Pflegefachfrau HF machen. (Bilder: Monika Egli)

Laura Haueis auf dem Weg: Im August beginnt sie eine weitere Ausbildung, und ein Fernziel hat sie ebenfalls: Sie will dereinst auch noch die Pflegefachfrau HF machen. (Bilder: Monika Egli)

Laura Haueis hat allen Grund zur Freude: Eben hat sie die Ausbildung zur «Assistentin Gesundheit und Soziales EBA» (AGS) erfolgreich abgeschlossen. Und schon nimmt sie den nächsten Ausbildungsschritt in Angriff: Anfang August beginnt die Lehre zur FaGe (Fachfrau/-mann Gesundheit EFZ). Sie wird noch einmal drei Jahre lang lernen – für eine 20-Jährige kein Klacks. Aber für Laura Haueis war «schon immer» klar: «Etwas anderes als der Pflegeberuf kommt nicht in Frage.» Das hat auch mit ihrer Mutter zu tun, die Hebamme ist. Dadurch sei sie schon früh in positiven Kontakt mit dem Gesundheitswesen gekommen.

Grosser Durchhaltewille

Dass Laura Haueis Durchhaltewille hat, beweist ihr bisheriger beruflicher Werdegang. Die Ausbildung zur FaGe hat sie schon einmal, direkt nach der Schulzeit, im Spital in Appenzell begonnen. «Nach einem halben Jahr habe ich die Lehre aber selber abgebrochen, die schulischen Anforderungen waren für mich zu hoch.» Ihr wurde vom Arbeitgeber dann angeboten, im Pflegeheim Appenzell ein halbjähriges Praktikum zu absolvieren, was sie angenommen hat. «Um meine schulischen Defizite aufzuarbeiten, habe ich anschliessend das 10. Schuljahr nachgeholt und 2012 hier im Psychiatrischen Zentrum (PZA) die zweijährige Lehre zur AGS angefangen.» Auch die Ausbildung zur FaGe wird sie im PZA absolvieren. «Assistentin Gesundheit und Soziales» ist eine neue, zweijährige Ausbildung. Laura Haueis gehört zu den ersten, welche die Lehre absolviert und jetzt abgeschlossen haben. Es sei vergleichbar mit der FaGe, sagt sie, aber ohne Medizinaltechnik. Das bedeutet, dass die Assistentinnen keine Spritzen geben, keine Verbände wechseln und nichts mit Medikamenten zu tun haben. Ihr Bereich ist zur Hauptsache die Gesundheits- und Körperpflege und allenfalls auch die Mitarbeit im Haushalt. Laura Haueis weist darauf hin, dass die Ausbildung zur AGS kein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis ist. Es berechtigt jedoch zum Einstieg ins zweite Lehrjahr der FaGe-Ausbildung. «Aber ich habe mich für die reguläre dreijährige Ausbildung entschieden; es würde mir sonst zu streng.» Laura Haueis ist Mutter einer 14monatigen Tochter. Sie kann deshalb nicht ihre ganze Zeit in eine verkürzte, dafür aber intensive Ausbildung stecken.

«Mit Menschen, für Menschen»

Die frischgebackene AGS hat diesen Beruf ergriffen, weil sie «mit Menschen und für Menschen» arbeiten will. Die Lehre absolvierte sie im Alterspsychiatrischen Wohn- und Pflegezentrum des PZA. An ihrem Beruf gefällt ihr besonders, dass sich jeder Tag anders als erwartet gestaltet. Laura Haueis aus Niederteufen hat aber auch noch ein berufliches Fernziel: Nach der FaGe-Ausbildung will sie die «Pflegefachfrau HF» (Höhere Fachschule) machen.

Gibt es auch Nachteile in ihrem Beruf? «Dass man am Wochenende arbeiten muss.» Es sei zwar nicht schlecht, während der Woche frei zu haben, wenn es nicht überall so überlaufen sei, «aber Familie und Kollegen haben dann halt nicht frei». Dieser Nachteil wiegt für Laura Haueis allerdings nicht allzu schwer.

Bild: MONIKA EGLI

Bild: MONIKA EGLI

Aktuelle Nachrichten