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Nach dem umstrittenen Spitalentscheid 2018: Verhältnis zwischen Spital Appenzell und Hausärzten kränkelt

Der Streit um den Neubau hat im Spital Appenzell Spuren hinterlassen. Darunter gelitten hat vor allem das Verhältnis zu den Hausärzten. Nun will Gesundheitsdirektorin Antonia Fässler die Zusammenarbeit wieder normalisieren.
Claudio Weder
Im Jahr 2018 gingen die stationären Fälle am Spital Appenzell um 8 Prozent zurück. (Bild: Ralph Ribi)

Im Jahr 2018 gingen die stationären Fälle am Spital Appenzell um 8 Prozent zurück. (Bild: Ralph Ribi)

Der Abstimmungskampf zum 41-Millionen-Kredit für den Neubau des Ambulanten Versorgungszentrums plus (AVZ+) in Appenzell war hochemotional geführt worden – und hatte für das Spital Appenzell weitreichende Folgen. «Der tiefe Graben zwischen Befürwortern und Gegnern des Kredites war über die Landsgemeinde hinaus spürbar», sagt Antonia Fässler, Verwaltungsratspräsidentin des Spitals Appenzell.

«Bitter war, dass sich mehrere Hausärztinnen und Hausärzte gegen das Projekt gewandt haben.» Bereits vor der Abstimmung sei nur noch ein Teil der Innerrhoder Hausärzte als Belegärzte der Allgemeinen Inneren Medizin am Spital Appenzell tätig gewesen, praktisch alle Hausärzte hätten aber in unterschiedlicher Ausprägung in die chirurgischen Fächer zugewiesen. Nach der Landsgemeinde hätten diese Zuweisungen nach Angaben chirurgischer Belegärzte spürbar abgenommen. Laut Jahresbericht sank die Zahl der stationären Fälle im Jahr 2018 von 1015 auf 930.

Gespräche mit Hausärzten nur teilweise erfolgreich

Die rückläufigen Fallzahlen im stationären Bereich schlugen sich im Finanzergebnis nieder. 2018 schrieb das Unternehmen einen Verlust von 1,4 Millionen Franken. Ein Ergebnis, das unter den Erwartungen liege, so Fässler. Budgetiert war für 2018 ein Verlust von lediglich 63000 Franken. «Als Zielgrösse waren im Budget 1100 stationäre Fälle hinterlegt. Diese Annahme war sicher ambitiös, aber nicht unrealistisch.»

Demgegenüber sind die ambulanten Fallzahlen 2018 konstant geblieben. «Es gab sogar einen Trend zur leichten Erhöhung zu verzeichnen», so Fässler. In den medizinischen Fachgebieten stieg die Anzahl Eintritte um 110 auf 3064 Fälle. Beigetragen zu diesem Wachstum habe insbesondere der Fachbereich Gastroenterologie. Die weiteren ambulanten Support-Angebote wie Radiologie, Labor oder Physiotherapie gingen im Jahr 2018 hingegen um 724 auf 2311 Fälle zurück. Als Grund dafür nennt Spitaldirektor Markus Bittmann im Jahresbericht, dass die im Spital eingemietete Gemeinschaftspraxis Sonnhalde ihre Zuweisungen an das Labor des Spitals stark reduziert habe. Laut Fässler hat dieser Rückgang jedoch keinen grossen Anteil am Defizit. «Es sind vor allem die stationären Behandlungen, die die Einnahmen eines Spitals massgeblich beeinflussen.»

Für Fässler ist klar, dass – wenn das AVZ+ ein Erfolg werden soll – alle am gleichen Strick ziehen sollten. «Um die Zusammenarbeit zu verbessern, haben wir das Gespräch mit allen Hausärzten angestrebt, was uns aber nur teilweise gelungen ist.» In Zukunft werde man weiter an der Stärkung des medizinischen Angebotes vor allem in der Allgemeinen Inneren Medizin und dem Notfall arbeiten. Zudem komme in einem Belegärztespital, wie es Appenzell eines ist, der Beziehungspflege zwischen Belegärzten und Zuweisern, sprich Hausärzten, eine grosse Bedeutung zu.

Kritik an der Bettenstation

Fässler betont, dass das neue Spital als «lokales Versorgungszentrum» geführt werde, das jene Leistungen bieten solle, die oft nachgefragt werden und die in einer kleinen medizinischen Einheit in guter Qualität angeboten werden können: Notfall, Allgemeine Innere Medizin, chirurgische Wahleingriffe, Hausarztpraxis, Sprechstunden von Spezialärzten und anderen medizinischen Dienstleistern.

Das Spital soll eine Tagesklinik mit 12 Betten sowie eine Bettenstation mit 13 Zimmern und maximal 26 Betten beinhalten. Letztere stand immer wieder im Zentrum der Kritik der AVZ+-Gegner. Statt auf eine Bettenstation, so hiess es, sollte man den Fokus auf Ambulatorium, Notfallversorgung und Rettungsstützpunkt richten und das Projekt mit einer Erweiterung des Pflegeangebots, insbesondere der Übergangspflege, verbinden.

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