Nach dem Rückschlag die Premiere für die Appenzellerin Lara Baumann 

Lara Baumann startet heute im Riesenslalom des European Youth Olympic Festivals in Sarajevo. Nach einer Verletzung hat sich die Appenzellerin zurückgekämpft. In dieser Saison strebt sie hohe Ziele an.

Jesko Calderara
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In dieser Saison will sich Lara Baumann auf die technischen Disziplinen konzentrieren. (Bilder: Erich Brassel)

In dieser Saison will sich Lara Baumann auf die technischen Disziplinen konzentrieren. (Bilder: Erich Brassel)

Erstmals in ihrer noch jungen Karriere nimmt Lara Baumann an einem olympischen Wettkampf teil. Aufgrund der guten Resultate in der laufenden Saison, hat Swiss Ski die 17-jährige Appenzellerin für das European Youth Olympic Festival in Sarajevo selektioniert. Noch bis zum kommenden Samstag kämpfen über 1000 Athletinnen und Athleten aus über 50 Ländern in acht Wintersportarten um Medaillen. Baumann startet heute im Riesenslalom und am Mittwoch im Slalom. «Solche Rennen zeigen mir, wo ich international stehe», sagt sie. Letztlich gehe es ihr darum, in dieser Woche das Beste abzurufen.

So erfolgreich wie zurzeit lief es Baumann nicht immer. Einen Tag vor Heiligabend 2017 verletzte sie sich bei einem Rennen in Laax schwer. Die niederschmetternde Diagnose: Das Innenband war gerissen und hatte sich zusätzlich vom Knochen im Knie gelöst. Eine Operation, langwierige Reha-Einheiten statt Skitrainings und eine mehrwöchige Pause waren die Folgen.

Mitglied des Nationalen Leistungszentrums Ost

Damit lernte Lara Baumann erstmals auch die Schattenseiten des Sports kennen. Heute spürt sie die Verletzung kaum mehr, «höchstens ohne Belastung, wenn ich beispielsweise abends auf dem Sofa sitze». Nachdem sie im März des vergangenen Jahres wieder auf den Skiern stand, machte die junge Appenzellerin resultatmässig nochmals einen Schritt vorwärts. Auch mental haben die letzten Monate keine Spuren hinterlassen. In dieser Saison möchte sich Baumann auf die technischen Disziplinen konzentrieren, im nächsten Winter aber zusätzlich wieder im Super-G an den Start gehen.

Geholfen, die Zeit mit den gesundheitlichen Rückschlägen durchzustehen, hat auch der Zufall. In der St. Gallerin Aline Höpli fand sie eine Leidensgenossin, die sich nach einem Kreuzbandriss ebenfalls zurück auf die Piste kämpfen musste. Die beiden Skirennfahrerinnen verbrachten manche Stunden gemeinsam in der Physiotherapie und konnten sich so gegenseitig aufmuntern.

Heute trainiert Lara Baumann wieder normal mit den Trainern und den anderen Nachwuchsathletinnen des Nationalen Leistungszentrums Ost, dem sie angehört. Die Einheiten dieses Nachwuchsprojektes finden gelegentlich am benachbarten Skilift Horn, oftmals jedoch in Davos statt. In diesem Fall fahren die Eltern ihre Tochter nach Sargans, wo sie abgeholt wird. Zudem gehören individuelle Konditionstrainings und einmal wöchentlich ein Athletiktraining im Rahmen der Sportlerschule Appenzellerland zum Trainingsalltag der Nachwuchshoffnung. Ihr Wettkampfprogramm besteht aus FIS-Rennen im In- und Ausland, die meist unter der Woche angesetzt sind.

Der Traum von der Profikarriere

Lara Baumann setzt nicht alleine auf die Karte Sport, sondern absolviert gleichzeitig eine berufliche Ausbildung. Dazu besucht sie die United School of Sports in St. Gallen, die sie 2020 als Kauffrau EFZ abschliessen wird. Nach zwei Jahren Schulzeit steht nun das Praktikum auf dem Lehrplan. Dieses macht Baumann im Innerrhoder Erziehungsdepartement und im Sportamt. Diese Tätigkeit gefällt ihr, die grosse Leidenschaft gehört allerdings dem Skisport. Nebst der erstmaligen Teilnahme am European Youth Olympic Festival hat sich das Skitalent noch weitere Saisonziele gesteckt. Dazu gehört die Junioren-Schweizermeisterschaften der U18 am heimischen Skilift Horn. Ende Saison strebt sie den Aufstieg in ein höheres Kader an. In ihrem Fall wäre dies das C-Kader von Swiss Ski. Der ganz grosse Traum der Lara Baumann bleibt allerdings eine Profikarriere als Skirennfahrerin.