Nach dem Rennen in die Badi

Laufen, joggen, an Rennen teilnehmen, das ist nur etwas für ehrgeizige Einzelkämpfer? Weit gefehlt. Eine Herisauer Familie beweist, dass es gemeinsam am meisten Spass macht. Zum dritten Mal starten alle zusammen am Waldstattlauf.

Julia Nehmiz
Merken
Drucken
Teilen
Am liebsten draussen: Bei Familie Halter laufen alle am Waldstattlauf mit. (Bild: miz)

Am liebsten draussen: Bei Familie Halter laufen alle am Waldstattlauf mit. (Bild: miz)

HERISAU. «Der Waldstattlauf ist läss» – so lautet das einhellige Fazit von Familie Halter. Dieses Jahr wollen alle wieder mitlaufen. Alle, das sind Vater Beat Halter (44), Mutter Yvonne Halter (40) mit ihren vier Kindern Jean-Luc (10), Monique (8), Nicolas (7) und Nesthäkchen Lou-Anne (5). Alle laufen? «Ich tue emol luege», sagt Lou-Anne. Die Mutter präzisiert: «Letztes Jahr haben wir gesagt, wir zwei rennen mal los und schauen, ob wir das schaffen.» Das würde sie dieses Jahr mit ihrer Jüngsten wieder so machen.

Die Atmosphäre macht's

Die Halters sind quasi alte Laufhasen. Vater Beat Halter machte den Anfang: «Ich bin schon immer gerne joggen gegangen.» Aber nur so für sich. Seine Leidenschaft, an Läufen teilzunehmen, sei erst später erwacht. Als er vor neun Jahren am St. Galler Altstadtlauf startete, da packte es ihn. Und er steckte die ganze Familie mit dem Laufvirus an.

Der selbständige Maschinenbauingenieur steht zwei Mal pro Woche extra früh auf, um 6 Uhr geht er mit Kollegen eine Stunde joggen. «Das tut mir gut», sagt er. Aber warum dann die organisierten Läufe? «Es macht mir einfach Spass, mich ein bisschen zu messen mit anderen Teilnehmern», sagt Beat Halter. Und fügt lachend an, er komme nur selten aufs Podest. Er geniesse die kameradschaftliche, tolle Atmosphäre.

Tolle Preise und ein T-Shirt

Die Kinder haben am Waldstattlauf einfach «dä Plausch». «Nach dem Rennen gehen wir in die Badi zum Abkühlen», freut sich die achtjährige Monique. Und die Laufstrecke sei cool, durch den Wald, über Wiesen und eine Brücke. «Und man bekommt tolle Preise und ein T-Shirt», ruft der siebenjährige Nicolas.

«Das Schönste ist, dass die Kinder Freude haben, sich in der Natur zu bewegen», sagt Mutter Yvonne Halter. Im Alltag gehen die Halters am Abend gerne noch eine Runde an die frische Luft. «Aber nicht alle gemeinsam, wir sind zu unterschiedlich schnell», sagt Vater Beat Halter. «Mit Jean-Luc kann ich nicht mehr mithalten», sagt Yvonne Halter lachend.

Und doch lässt sich das alles verbinden. Mit den Velos fährt die Familie gern an die Finnenbahn Gossau, und während Nicolas einen viertel Marathon rennt – «er wollte einen ganzen laufen, aber das haben wir nicht erlaubt, das ist in diesem Alter nicht gesund» – können die anderen bräteln, spielen oder ebenfalls ein paar Runden auf der Finnenbahn drehen.

Schnell in die Schule rennen

«Es ist einfach schön, wenn alle Freude am selben Hobby haben», sagt Mutter Yvonne Halter. Und wenn man mit wenig Aufwand in freier Natur alle Interessen der Familienmitglieder vereinen kann. «Als Nicolas seinen viertel Marathon lief, rannte er plötzlich zu uns und rief aufgeregt <Mama, ich habe einen Buntspecht gesehen!>», erzählt Yvonne Halter.

Auch abseits von Finnenbahn und Laufstrecken ist Familie Halter sportlich unterwegs. Skifahren im Winter, Radfahren im Sommer. Die drei ältesten Kinder fahren begeistert Mountainbike im Club RMC Gossau und bestreiten mehrere Rennen jedes Jahr.

Die Kinder sind auch sonst flott unterwegs, erzählt Yvonne Halter. «Wenn sie nach dem Mittagessen zu Hause spielen und ich sage, ihr müsst jetzt in die Schule, heisst es <nein, wir spielen noch ein bisschen und rennen dann>.» Beste Voraussetzungen, um am 17. August in Waldstatt vorne mitzulaufen.

www.waldstattlauf.ch