Nach dem Lehrstück der Vollzug

Gallus Pfister wird gestern zum zweitenmal als Gemeindepräsident Heidens gewählt. Er freut sich über die Bestätigung und sagt: «Ich gehe nicht davon aus, dass nochmals eine Beschwerde eingereicht wird.» Durch Martin Englers Wahl ist der Gemeinderat komplett.

Lukas Pfiffner
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Gallus Pfister mit Partnerin Sabin Aepli auf dem Sportplatz Gerbe. (Bild: pf)

Gallus Pfister mit Partnerin Sabin Aepli auf dem Sportplatz Gerbe. (Bild: pf)

HEIDEN. «Das Resultat erfüllt mich mit Zufriedenheit. Es bestätigt das gute Ergebnis vom 12. April und legitimiert mich, mein Amt hier tatsächlich auszuüben», kommentierte Gallus Pfister gestern die Wahl zum Gemeinderat und Gemeindepräsident Heidens. Seine Wahl im ersten Durchgang war wegen einer Stimmrechtsbeschwerde im Zusammenhang mit seinem Wohnsitz in Wil als ungültig erklärt worden.

«Politische Prozesse gelebt»

Bei einer Wahlbeteiligung von 47% und einem absoluten Mehr von 597 Stimmen erhielt er gestern als Gemeindepräsident 1081 Stimmen. Auf Ueli Rohner fielen 32 Stimmen, auf Martin Engler (der neu in den Gemeinderat gewählt wurde) 30 Stimmen, auf Vereinzelte 50 Stimmen. Die Beschwerde erlebte er als eine Art Lehrstück: «So werden politische Prozesse gelebt. Von da her war das etwas Spannendes.» Die Verzögerung habe wohl niemandem geholfen, aber sie habe auch nichts kaputtgemacht. Als Unternehmer sei er sich gewohnt, die eine oder andere Niederlage einzustecken und mit dieser fertig zu werden, sagte Gallus Pfister, der am Sonntagnachmittag auf dem Sportplatz Gerbe weilte und das letzte Saisonspiel des FC Heiden verfolgte.

Pfister hat unterdessen seinen Wohnsitz nach Heiden verlegt, damit er wählbar war. Es ist erneut die Frist abzuwarten. «Ich gehe nicht davon aus, dass nochmals eine Beschwerde eingereicht wird.» Der Amtsantritt wird am 22. Juni sein. Heidens Gemeinderat ist wieder komplett (siehe Kasten). Das sei erfreulich. «Allerdings sind vier von sieben Gemeinderäten neu und mit den Dossiers noch nicht vertraut. Ich bin der einzige mit einem 100-Prozent-Pensum; es wird einige Arbeit auf uns und mich zukommen.»

Die Bürger ernst nehmen

Mit 52 Jahren ist Pfister als politischer Späteinsteiger zu bezeichnen. «Ich habe immer wieder nach gewissen Abschnitten mit Freude etwas Neues angepackt.» Das sei auch jetzt der Fall. Wichtig findet er, dass die Politik zuhöre, die Bürgerinnen und Bürger ernst nehme: «Was will die Mehrheit der Bevölkerung? Wie sollen sich zum Beispiel das Wachstum oder die Infrastruktur entwickeln?»