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Nach dem Feierabend zum Deutschkurs

Kantonales Integrationsprogramm
Simon Roth
Ana Bela Gomes (rechts) und Aster Hadgu besuchen zweimal pro Woche einen Deutschkurs mit rund 10 Teilnehmenden. (Bild: Simon Roth)

Ana Bela Gomes (rechts) und Aster Hadgu besuchen zweimal pro Woche einen Deutschkurs mit rund 10 Teilnehmenden. (Bild: Simon Roth)

Sprache ist der Schlüssel zur Integration. So lautet ein Sprichwort. Wer die Sprache beherrscht, findet besser Arbeit und Anschluss. Bei Ana Bela Gomes war es umgekehrt. Die Portugiesin kam vor gut 30 Jahren in die Schweiz und hat immer als Zimmermädchen in der Hotellerie gearbeitet. Zuerst im bünderischen Sils Maria, später in Gais und jetzt in Herisau. Wegen der Nähe zu ihrer Muttersprache lernte sie in Graubünden schnell Rätoromanisch und Italienisch. Mehr Mühe bereitete der dreifachen Mutter die deutsche Sprache, als sie vor vierzehn Jahren in den Kanton Appenzell Ausserrhoden kam. «Ich habe immer gearbeitet und kaum Zeit gehabt, Deutsch zu lernen.»

Heute besucht sie einen Sprachkurs, will sich mündlich wie auch schriftlich korrekt ausdrücken können. Bisher wurde sie in diesem Bemühen vom Kantonalen Integrationsprogramm unterstützt. Dieses erleichtert den Zugang zu Kursen bis und mit Sprachniveau B1 mit einem massgeblichen finanziellen Beitrag. Mittlerweile hat Ana Bela Gomes das Niveau B2 erreicht. Zwei Abende pro Woche besucht sie mit Besuchern aus verschiedenen Nationen einen Deutschkurs.

Die Teilnehmenden stammen aus Italien, Indien, Somalia, Kenia, Eritrea, Griechenland, Tschechien und Portugal. An diesem Abend dreht sich alles um den Wortschatz. «Je mehr Wörter wir kennen, desto besser verstehen wir einander», sagt Kursleiter Markus Koelliker, während er eine Vokabelliste verteilt. «Pro Stufe sollte man mindestens 1000 Wörter lernen.» Wer sich im Niveau B2 befindet, sollte zwischen 4000 und 6000 Wörter beherrschen.

Ana Bela Gomes ist froh um die Unterstützung, die sie vom Kanton erhalten hat. Die Deutschkenntnisse kann sie gut für ihre Arbeit gebrauchen. Auch im privaten Umfeld sind die erlernten Kompetenzen nützlich. Lange hat die dreifache Mutter mit ihren Kindern Portugiesisch gesprochen. Bis sie sich bei Gesprächen, die auf Deutsch verliefen, ausgeschlossen fühlte. Auch das Bedürfnis, mit den Schwiegereltern der beiden bereits erwachsenen Kinder Deutsch zu sprechen, war Anlass, einen Sprachkurs zu besuchen.

Kursleiter Koelliker setzt auf eine Mischung zwischen Informationsvermittlung und praktischem Anwenden. Nach seinen Ausführungen zu Karteikarten, die neben der Übersetzung des Wortes unbedingt auch einen Satz beinhalten sollen, trägt er den Kursteilnehmern auf, sich gegenseitig den Tagesablauf zu schildern. Bleibt die Frage, was Ana Bela Gomes wohl ihrer Sitznachbarin erzählt hat. Vermutlich hat sie von ihrem Arbeitstag berichtet. Vielleicht aber auch von der siebenjährigen Tochter und ihren beiden anderen Kindern. Es bleiben Vermutungen. Die beiden redeten jedenfalls sehr vergnügt miteinander.

Simon Roth

simon.roth@appenzellerzeitung.ch

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