Nach Corona heisst es wieder Vorhang auf

Das Kleintheater Alte Stuhlfabrik in Herisau öffnet nach der Corona- und Sommerpause ab Mitte September wieder seine Türen. An der Pressekonferenz informierten die Betreiber über das neue Schutzkonzept der kommenden Monate.

Smilla Bühler
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Coronakonform sitzen die Anwesenden mit Mindestabstand auseinander.

Coronakonform sitzen die Anwesenden mit Mindestabstand auseinander.

Bild: Smilla Bühler

Das Programmheft ist bis Januar 2021 vollgepackt und die Spender mit dem Desinfektionsmittel stehen bereit: Das Kleintheater Alte Stuhlfabrik in Herisau heisst am 16. September Besuchende willkommen. Seit 2016 beherbergt die alte Stuhlfabrik das Kleintheater und ist dadurch laut Website «ein gesellschaftlicher und kultureller Kraftort» geworden. Philipp Langenegger, Präsident des ehrenamtlichen Betriebsvereins, sagt: «Wir haben regelrecht gespürt, dass die Leute wieder in die alte Stuhlfabrik kommen möchten.» Jetzt wird das Programm im Herbst wieder aufgenommen, es beinhaltet neben dem «Goofetheater» auch Kabarettisten Simon Enzler.

Stornierte Tickets lösten Schock aus

Mitte März hatte das Coronavirus auch das Kleintheater in die Knie gezwungen und die Verantwortlichen entschlossen sich, direkt bis nach der Sommerpause zu schliessen. Bereits vor dem offiziellen Lockdown hatte sich eine besorgte Stimmung unter den Besucherinnen und Besuchern breit gemacht. Benjamin Heutschi, Vizepräsident, erinnert sich: «Über 50 Prozent der Tickets wurden sehr kurzfristig storniert. Wir waren schockiert.» Jetzt sei das Theater dafür mit «noch mehr Energie» zurück, wie Heutschi sagt.

Geändert hat sich seit letztem Frühling so einiges, beispielsweise wurde die ganze Soundanlage erneuert. In Zeiten der Coronapandemie ist aber ein optimales Schutzkonzept das Wichtigste. «Wir haben uns beim Schweizer Theaterverband orientiert», erzählt Heutschi. Der Altersdurchschnitt der Besuchenden liegt bei etwa 50 Jahren, Tendenz steigend. Der Verein möchte mit seinem Schutzkonzept gewährleisten, dass alle Beteiligte und auch Gäste, die zur Risikogruppe gehören, mit gutem Gefühl und unbesorgt ins Theater kommen können. Schriftzüge auf dem Boden weisen auf den Sicherheitsabstand hin, Plexiglasscheiben trennen den Gast vom Barpersonal und längere Pausen sollen Staus vor den Toiletten verhindern.

Das einzige Bedenken, das Langenegger und Heutschi teilen: Kann der Sicherheitsabstand bei Bildung einer Warteschlange garantiert werden? «Dort wird es schwierig mit Abstand halten. Wir empfehlen unseren Gästen darum, eine Schutzmaske zu tragen», sagt Heutschi. Ausserdem wird Contact-Tracing betrieben. Ganz neu und zu diesem Zweck gibt es in dieser Saison einen Onlineverkauf von Tickets, denn dabei werden bereits alle Daten der Gäste angegeben. So können Wartezeiten beim Eingang vermieden werden. Die Abendkasse bleibt trotzdem bestehen. Heutschi sagt dazu:

«Gerade ältere Leute, die nicht sehr computeraffin sind, schätzen die Abendkasse.»
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