Aus nach 186 Jahren: Ausserrhoder Amtsblatt gibt es bald nur noch digital

Das Amtsblatt ist ab Juli 2020 nur noch auf Wunsch gedruckt erhältlich. Der Kanton spart so 37 000 Franken jährlich.

David Scarano
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Die erste Ausgabe des Ausserrhoder Amtsblattes erschien am 8. November 1834 (Bild: Staatsarchiv)

Die erste Ausgabe des Ausserrhoder Amtsblattes erschien am 8. November 1834 (Bild: Staatsarchiv)

Die Kantone Zürich, Aargau, und St.Gallen etwa tun es bereits, Ausserrhoden folgt dem nationalen Trend bald: Die Rede ist von Amtsblättern, die hauptsächlich im Internet erscheinen.

Die Ausserrhoder Kantonskanzlei teilte gestern mit, dass es die amtliche Publikation ab Juli 2020 nur noch digital geben wird. Wie es in der Mitteilung heisst, habe der Regierungsrat beschlossen, das Amtsblatt künftig elektronisch auf dem entsprechenden Portal des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) zu veröffentlichen. Auf diesem werden schon das Schweizerische Handelsamtsblatt sowie die Amtsblätter der Kantone Zürich und Basel-Stadt veröffentlicht.

Das erste Ausserrhoder Amtsblatt erschien am 8. November 1834. Das Verhalten der Konsumenten hat sich in den vergangenen Jahren aber stark gewandelt. Die Umstellung auf ein elektronisches Ausserrhoder Amtsblatt entspreche einem breiten Bedürfnis, heisst es denn auch in der Mitteilung. Wie Jürg Weder, Leiter der Kanzleidienste, ausführt, sei die Nachfrage nach dem gedruckten Amtsblatt in den vergangenen Jahren stetig rückläufig gewesen. Die Internetausgabe weise hingegen konstant hohe Zahlen auf.

Individuelle Suchabonnemente möglich

Der Wechsel auf den Onlinedienst bringt den Usern Vorteile. Der Zugang ist gratis und ohne Registrierung möglich. Die Nutzer können sich laut Weder auch individuelle Suchabonnemente einrichten. Die User werden dann per E-Mail informiert, sobald neue Publikationen im gewählten Bereich zur Verfügung stehen. Mit einer Volltextsuche lassen sich Informationen zudem leichter finden.

Dank des Wechsels zur Internet-Ausgabe spart der Kanton zudem Kosten. Laut Mitteilung sind es rund 37 000 Franken. Für publizierende Stellen werden die Inseratekosten spürbar sinken, heisst es weiter.

Bundesgericht musste sich damit befassen

Im Kanton Zürich hatte der Wechsel zum E-Amtsblatt juristische Folgen. Ein SVP-Kantonsrat und die Zürcher Sektion des VCS reichten Beschwerde ein, weil die Neuerung ihrer Meinung nach ältere Menschen diskriminieren würde, die über keinen Internetanschluss verfügen. Das Bundesgericht wies dies aber ab.

In Ausserrhoden können die Bürger das Amtsblatt aber auch weiterhin in gedruckter Form bestellen. Die Kantonskanzlei bietet ab Juli 2020 auf Wunsch einen Ausdruck zum Selbstkostenpreis an. Dieser wird aber wegen der zu geringen Auflage wesentlich höher ausfallen als bisher. Wie hoch der Preis sein wird, ist noch offen und hängt von der Nachfrage ab.

Das Amtsblatt ist ab Juli 2020 unter folgender Adresse abrufbar: https://amtsblatt.ar.ch