Mutterglück verächtlich gemacht

Leserbrief zum Artikel «Warum Kinder?» vom 8. Mai im Toggen-burger Tagblatt, Rubrik Zoom. Wir waren schon sehr erstaunt, als wir Katja Fischers Artikel über das Mutterglück lasen.

Merken
Drucken
Teilen

Leserbrief zum Artikel «Warum Kinder?» vom 8. Mai im Toggen-burger Tagblatt, Rubrik Zoom.

Wir waren schon sehr erstaunt, als wir Katja Fischers Artikel über das Mutterglück lasen. Wir haben einen bald zweijährigen Sohn, welcher uns sehr viel Freude bereitet. Auf das «Mutterglück» mussten wir jedoch sehr lange warten, geniessen es dafür jetzt als beide über vierzig, umso mehr. Es gibt nichts Schöneres, als ein eigenes Kind zu haben. Es gibt einem eine solche Bereicherung im Leben, die sie als Nicht-Mami gar nicht kennen können.

Wir finden es eine Anmassung, dass Sie sich zum Thema «Warum Kinder?» dermassen negativ äussern, wo sie doch offenbar keine Ahnung haben, was es wirklich heisst. Als Paar, welches sechs Jahre auf ihr Wunschkind warten musste, finden wir schon den ersten Abschnitt eine Frechheit. Kinder kommen nicht automatisch, auch heute noch nicht.

Sie wissen wahrscheinlich auch nicht, wie vielen Paaren Sie damit einen Stich ins Herz verursachen, all denjenigen, denen eben nicht automatisch ihr Kinderwunsch erfüllt wird! Es freut uns, dass es ihnen gut geht, dass ihnen ihr Leben gefällt und dass ihnen Ihr Beruf gefällt. Nur glauben tue ich ihnen dies nach einem solchen Bericht nicht. Viel mehr lesen wir zwischen den Zeilen, dass es ihnen überhaupt nicht gut geht. Gäbe es ihre Eltern nicht, wären Sie nicht auf dieser Welt.

Wo wären wir, wenn sich die Leser an ihrem Bericht orientieren würden? «Besser den Regenwald retten» – nur schon der Vergleich Regenwald/Kinder zeugt nicht gerade von sehr viel Intelligenz. Liebe Katja Fischer, einen solchen Bericht zu schreiben und dann noch einen Tag vor Muttertag, finde ich achtungslos!

Cornelia und Daniel Meile 9630 Wattwil