«Muss ich dafür gut in Mathe sein?» – An der Tischmesse in Herisau liebäugeln Schüler und Schülerinnen mit potenziellen Lehrbetrieben

Die vierte Ausgabe der Tischmesse fand dieses Jahr im Casino Herisau statt. Lokale Gewerbe stellen angehenden Lehrlingen ihre Betriebe vor. Im Hinterland interessieren sich die Schüler vor allem für handwerkliche Berufe.

Miguel Lo Bartolo
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Die Stände der handwerklichen Lehrbetriebe waren besonders gut besucht.

Die Stände der handwerklichen Lehrbetriebe waren besonders gut besucht.

Bild: Miguel Lo Bartolo

Gewinnspiele, Glücksräder und Selbstversuche: An der vierten Ausgabe der Tischmesse Herisau versuchen die Betriebe mit verschiedenen Spielereien auf sich aufmerksam zu machen. Die Atmosphäre ist locker und soll den angehenden Lehrlingen einen ersten Einblick in potenzielle Berufsfelder ermöglichen. Die Palette der Lehrbetriebe ist breit und umfasst unter anderem Webdesign-, Informatik-, Schreinerei- und Maurerbetriebe sowie Banken, Versicherungen, Gartenbau und Gesundheitswesen.

Wegen der Coronamassnahmen dürfen aber die Betriebe – anders als in den Vorjahren – keine Broschüren, Schöggeli oder sonstige Werbegeschenke verteilen. Dass Corona noch aktuell ist, merkt man nebst den Desinfektionsmittelspendern, die an jeder zweiten Ecke aufgestellt sind, auch an der Anzahl der anwesenden Schülerinnen und Schüler – nur eine Handvoll streift am Vormittag durch die Messehalle.

Schreiner klopft auf Holz

Peter Müller, Lehrlingsausbildner bei der Schreinerei Danuser, ist zum ersten Mal an der Tischmesse in Herisau. Am Stand unterstützt ihn Tristan Da Ronch, Lehrling im ersten Jahr. «Tristan kann den Schülern genau sagen, was auf sie zukommt», sagt Müller. Handwerkliche Lehren seien im Hinterland hoch im Kurs. Das fällt auch an der Tischmesse auf.

Müller arbeitet seit 2007 bei der Danuser AG. Bis anhin sei die Lehrlingssuche noch nie ein Problem gewesen. Was den Nachwuchs der Schreinerei angeht, ist er auch für das kommende Jahr zuversichtlich. Er will aber nichts verschreien und klopft deshalb auf Holz.

Am Stand der Raiffeisenbank Hinterland beantwortet die Lernende Jana Diem die Fragen der Schülerinnen und Schüler. Sie sagt:

«Viele haben eine lustige Vorstellung davon, was es eigentlich heisst, in einer Bank zu arbeiten.»

Immer wieder höre sie die Frage: «Muss ich dafür gut in Mathe sein?» Sie sage dann immer, dass heutzutage der Computer das meiste berechnet, um die Interessierten nicht zu entmutigen.