Musikalisches Zwiegespräch

WILDHAUS. Beim alljährlichen Kirchenkonzert der Bürgermusik Wildhaus ist jeweils ein Gast dabei, am Samstagabend war es die Organistin Ursula Hauser. Das kam beim Publikum sehr gut an.

Adi Lippuner
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Dankbarer Blick der Musikantinnen und Musikanten Richtung Empore, wo Ursula Hauser die Orgel meisterhaft zum Klingen gebracht hat. (Bild: Adi Lippuner)

Dankbarer Blick der Musikantinnen und Musikanten Richtung Empore, wo Ursula Hauser die Orgel meisterhaft zum Klingen gebracht hat. (Bild: Adi Lippuner)

Schneegestöber und kühler Wind im Freien, in der katholischen Kirche dagegen wohlige Wärme und bis auf den letzten Platz gefüllte Kirchenbänke. Punkt acht Uhr der Einmarsch der Bürgermusik Wildhaus unter der Leitung von Christian Schlegel und – wie es zum Abend passte – zu «Gruss an Bern», von Ursula Hauser auf der Orgel gespielt.

Begeisternde Darbietungen

Liebgewordene Tradition ist es auch, dass der Vizedirigent Klaus Forster für ein Stück die Leitung übernimmt, aktuell war es am Kirchenkonzert bei «Viver senza Tei», einer Melodie der unvergesslichen rätoromanisch singenden Formation Furbaz mit Frontfrau Marie Louise Werth. Stimmungsvoll intonierten die Musikantinnen und Musikanten «Leben ohne dich», wie das eingängige Stück auf Deutsch heisst. Alle Register ihres Könnens zog die Bürgermusik am anspruchsvollen dreiteiligen «Where The River Flows», «Wo der Fluss fliesst», von James Swearingen. Mit diesem Stück holte sich die Bürgermusik vergangenen Sommer am Kreismusiktag in Mosnang viel Lob. Erzählt wird die Geschichte eines weissen Jungen, der sich am Ohio River während der Grenzstreitigkeiten den Indianern anschloss und später dann einen wesentlichen Anteil am Zustandekommen eines Friedensabkommens hatte.

Wenn Ursula Hauser die Orgel zum Klingen bringt, ist ihr die Aufmerksamkeit des Publikums sicher. Sie versteht es meisterhaft, bei der «Königin» unter den Instrumenten auch bei eingängigen Melodien, also der leichten Muse, alle Register zu ziehen. Ob «Unter dem Doppeladler», «Mein kleiner grüner Kaktus» oder «Hereinspaziert», sowohl das Publikum als auch die aufmerksam zuhörenden Mitglieder der Bürgermusik wiegten sich leicht im Takt.

Höhepunkt des musikalischen Zwiegesprächs war dann «Rigaudon» von André Campra (1660 bis 1744). Der einstige Chorknabe der Kathedrale Saint-Sauveur in Aix-en-Provence komponierte bereits im Alter von 17 Jahren erste Motetten. Seine weltlichen Werke liess er von seinem Bruder Joseph unterzeichnen, weil der die lukrative Anstellung in der Kathedrale Notre Dame nicht verlieren wollte.

Ode an die Klarinette

Aus Anlass des «Jahres der Klarinette» kam das Publikum in den Genuss der Darbietung «Gut gelaunt» arrangiert von Christian Schlegel und gespielt von acht B-Klarinetten, zwei Bassklarinetten und zwei Querflöten. Pastoralassistent Michael Nolle hatte während des Konzerts eine Doppelfunktion: Einerseits überzeugte er mit seinem Klarinettenspiel, andererseits führte er gekonnt durchs Programm. Erfreut ob des grossen Aufmarsches zum Konzert zeigte sich auch Präsident Walter Hofstetter. Und wie es sich für einen fröhlichen, musikalischen Abend gehört, stand auch ein gemütlicher Ausklang mit Umtrunk in der Mehrzweckhalle Chuchitobel auf dem Programm.

Dies aber erst, nachdem sowohl die Bürgermusik als auch Organistin Ursula Hauser noch Zugaben spielten. Die Musikanten zogen dabei das Publikum mit ein, bei der Adventmelodie «Tochter Zion, freue dich», durften die Anwesenden mitsingen. Und Ursula Hauser liess, passend zur Jahreszeit und dem früh eingetroffenen Schnee im obersten Toggenburg, die «Petersburger Schlittenfahrt» erklingen.